Gail Kelly aus Kanada war eine der positiven Überraschungen des Weltcup-Auftakts in Sölden. Die in der Vergangenheit von Verletzungen geplagte Kanadierin fuhr im zweiten Durchgang des Riesenslaloms die beste Zeit und schaffte mit dem elften Rang das beste Resultat ihrer Weltcup-Karriere.

Großer Sprung nach vorne im Finale
Die 25-Jährige war als 22. in das Finale gegangen und fuhr dann 0,14 Sekunden schneller als jede andere Fahrerin im zweiten Durchgang auf dem schweren Gletscherkurs in Sölden. Das Rennen gewann zwar Anja Pärson (SWE), doch auch das konnte Kelly nicht von ihrer guten Laune abhalten: "Ich kann kaum sagen, was das für mich bedeutet. Es war ein langer, harter Weg für mich nach all den Rückschlagen in der Vergangenheit", so Kelly.

Viele Krankheiten
Kelly hatte seit 1998 mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Es begann mit einer Knieverletzung, dann erlitt sie ein Jahr später bei den Junioren-Weltmeisterschaften eine schwere Gehirnerschütterung, die sie bis 2001 verfolgte und nicht richtig fit war. 2002 hatte die Kanadierin mit Rückenproblemen zu kämpfen und konnte wieder nicht optimal trainieren.

Simard freut sich mit Teamkollegin
Genevieve Simard, die in Sölden auf den 24. Rang kam, freute sich mit ihrer Zimmerkollegin über deren Erfolg: "Sie war so häufig verletzt and hat sehr hart gearbeitet und über die NorAm-Rennen wieder den Anschluss im Weltcup geschafft. Ihr wurde nichts geschenkt und Kelly ist ein Beispiel an Entschlossenheit und dass man niemals aufgeben sollte."

Schlüsselerlebnis in Are
Kelly sagte, dass sie aufgrund ihrer guten Leistungen zum Ende des Vorjahres mit mehr Selbstvertrauen in Sölden an den Start ging. In Are geland ihr ein 16. Rang und das gab ihr einen Schub: "Ich bin in der letzten Saison am Ende gut gefahren und das gab mir Rückenwind für diesen Winter." Auch ein Ultimatum, welches ihr die Trainer im vergangenen Winter in Arlberg machten, steigerte ihre Aggressivität. "Letztes Jahr sagten mir die Trainer, dass ich mich nicht für die Finals qualifizieren konnte und dass sie ungeduldig wurden und dass Arlberg meine letzte Chance war. Also fuhr ich, als ob es mein letztes Rennen wäre und ich qualifizierte mich", so Kelly.

Realistische Ziele gesetzt
Zu Beginn der Saison hatte sie sich realistische Ziele gesetzt, so die Kanadierin. "Ich wollte zwei Top 15 Resultate im Riesenslalom erreichen und mich für die Weltmeisterschaften in Bormio (ITA) zu qualifizieren. Dies war das erste Rennen und das hat mir natürlich enorm viel Selbstvertrauen gegeben", so Kelly.