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Ohne Auto auf die Piste: Die besten Skigebiete, um mit Bus und Bahn anzureisen

Ohne Auto auf die Piste: Die besten Skigebiete, um mit Bus und Bahn anzureisen- ©Deutsche Bahn AG, Bartlomiej Banaszak
Copyright: Deutsche Bahn AG, Bartlomiej Banaszak

Spätestens kurz vor Weihnachten werden sich auch in diesem Jahr wieder Blechlawinen in Richtung der Skigebiete schieben. Für die Autofahrer bedeutet das oft stundenlanges Stehen oder langsames Voranschleichen, oft durch dichtes Schneetreiben, und spätestens kurz vor dem Ziel sind dann vielleicht auch noch die Schneeketten gefordert. Wer sich das ersparen will, für den sind Bus und Bahn eine echte Alternative - zumindest bei einigen Reisezielen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln relativ schnell und unkompliziert zu erreichen sind.

 

Aus dem Fernzug auf die Piste

 

Einige der beliebtesten Skiregionen der Alpen werden direkt von Fernzügen angefahren oder sind ohne mehrfaches Umsteigen zu erreichen. Ein Paradebeispiel ist St. Anton am Arlberg: Wer hier aus dem Fernzug steigt - egal ob er aus Wien, Zürich oder Budapest kommt oder aus Deutschland über Innsbruck - ist bereits am Ziel und kann direkt umsteigen in die Bergbahnen, die hinaufführen ins riesige Arlberger Skigebiet. Auch Innsbruck liegt als Tiroler Landeshauptstadt äußerst verkehrsgünstig, und noch dazu führen mitten aus der Innenstadt die Nordkettenbahnen in 20 Minuten direkt in ein kleines Skigebiet.

Nicht nur Innsbruck, auch Bludenz im Brandnertal, Imst-Pitztal, Ötztal und Jenbach sind direkt mit Euro- und Intercity-Zügen zu erreichen. Besonders schnell an der Piste ist man von Imst-Pitztal (hier fährt ein Postbus stündlich weiter in alle Orte des Pitztals) und von Jenbach aus (hier ist Mayrhofen mit der Zillertalbahn schnell zu erreichen).

Auch die Salzburger Wintersportregion Ski amadé ist mit mehreren Fernzugverbindungen erreichbar, vor allem von Deutschland aus: Beispielsweise geht es zweimal täglich (morgens und am späten Mittag) von Frankfurt über Stuttgart ohne Umsteigen ins Gasteiner Tal, und je einmal täglich von Köln (Abfahrt 8:18 Uhr) nach St. Johann im Pongau sowie von Saarbrücken und Frankfurt nach Schladming.

In der Schweiz fahren ICEs aus Berlin (über Frankfurt und Basel) Thun und Spiez an, danach geht es weiter nach Interlaken. Interlaken hat mit seiner Nähe zu mehreren Skigebieten der Jungfrau-Region nicht nur jede Menge Wintersport zu bieten, sondern auch direkte Zugverbindungen zu allen größeren Schweizer Städten sowie nach Frankreich, Österreich und Italien.

Weniger direkt, aber umso interessanter sind die Zugfahrten in einige der beliebtesten Schweizer Skigebiete, etwa nach St. Moritz, Davos und Klosters. Bahnfans kommen auf der Reise mit der Rhätischen Bahn dank der Viadukte und kurvigen Tunnels voll auf ihre Kosten kommen. Auch die Fahrt nach Zermatt ist vor allem romantisch - mit der Matterhorn Gotthard Bahn ab Brig und Visp oder - quer durch die südliche Schweiz - mit dem Glacier Express ab Davos oder St. Moritz.

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Über Nacht in den Urlaub

 

Nach Kufstein, Wörgl, Jenbach, Innsbruck (AUT) sowie Zürich, Thun, Spiez, Frutigen, Kandersteg, Goppenstein und Brig (SUI) kommen deutsche Urlauber von Mitte Dezember bis Mitte April auch über Nacht mit dem City Night Line. Die möglichen Zustiegsbahnhöfe variieren je nach Reiseziel - Österreich oder Schweiz. Die genauen Verbindungen und Preise werden von der Bahn erst ab 15. Oktober preisgegeben, mehr Infos findet ihr hier.

Der private Anbieter Schnee-Express bietet in den Wintermonaten Fahrten ab Hamburg über das Ruhgebiet und Köln zu insgesamt 17 Bahnhöfen in Tirol und im Salzburger Land. (Hinfahrt nur am Freitagabend, Rückfahrt nur samstags, Sparpreis ab 29 Euro). 


Der Fernbus: Günstiger, aber auch langsamer

 

Von Deutschland aus kommt man ab einem Preis von 39 Euro per Zug an viele Ziele in Österreich und der Schweiz, innerhalb Deutschlands fängt der Sparpreis für Fernverbindungen bei 29 Euro an. Doch diese Tickets sind meist schnell weg, gerade zu beliebten Urlaubszeiten. Bei Normalpreisen hingegen ist man selbst innerhalb Deutschlands schnell bei über 100 Euro.

Eine vergleichsweise günstige Alternative ist innerhalb Deutschlands der Fernbus. Wenn es um Wintersportorte geht, ist das Angebot allerdings relativ überschaubar. Berlin Linien Bus hatte bis ins Jahr 2015 noch einige Angebote, nach der Übernahme durch die Bahn wurde das Angebot allerdings auf Städtetrips beschränkt. Immerhin: Nach Zürich könnte man noch fahren, allerdings ist da das nächste Skigebiet Hoch-Ybrig nochmal eine knapp Stunde entfernt.

Besser ist das Angebot mittlerweile bei Flixbus: Aktuell finden sich Verbindungen ins Allgäu (z.B. Oberstdorf), Seefeld in Tirol, Innsbruck, die Tiroler Zugspitzarena (Ehrwald), nach Berchtesgaden, Schladming, auch Ski-Ziele in der Schweiz (Chur, Grindelwald, Splügen, Airolo) werden angefahren. Sogar Cortina d´Ampezzo (ITA) steht auf der Liste. Alle Angebote (auch inkl. Skipass buchbar) findet ihr hier: https://www.flixbus.de/entdecken/skigebiete

Wer sich nicht nur eine Anreisemöglichkeit, sondern nach einem kompletten Reiseangebot sucht, der wird höchstwahrscheinlich einen Bus als Transportmittel bekommen. Ob Arriba, Snowtrex, aktives-reisen.de, Hoefer Reisen oder einer der vielen vielen weiteren Reiseanbieter - allesamt setzen sie auf das Transportmittel Bus. Denn gerade für Gruppen ist es die kostengünstigste Variante der Skiurlaub-Anreise.

Die Nachteile von klassischen Fernbussen: Man ist nicht nur an bestimmte Wochentage gebunden, die Reise durch ganz Deutschland dauert auch richtig lang - von Berlin nach Berchtesgaden oder Mittenwald über elf Stunden!


Wo man sich den Liftpass sparen kann

 

Günstig und praktisch zugleich kommt man auf die Piste, wenn man Kombi-Angebote für Anreise und Tagesskipass nutzt. Bei Münchnern beliebt ist das Garmischer Ski-Ticket: Ab 52 Euro kommt man von Anfang Dezember bis Ende April in rund zwei Stunden vom Münchner Hauptbahnhof auf die Zugspitze oder den Garmischer Hausberg und spart sich dort den Liftpass.

Ein ähnliches Angebot gibt es für Oberstdorf: Von Stuttgart oder Ulm geht es zwischen Ende Dezember und Ende März jeden Samstag für 66,50 Euro mit dem Schnee-Express Allgäu in die Skigebiete Fellhorn, Nebelhorn und Söllereck. Auch hier ist der Liftpass inklusive, zudem die Nutzung der Ortsbusse in Oberstdorf. Die Zugfahrt dauert ab Stuttgart gut drei Stunden.

In der Schweiz sind solche Kombi-Angebote weit verbreitet: Mit dem "Snow'n'Rail"-Angebot der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) bekommen Reisende 20 Prozent Rabatt auf die Bahnfahrt und in zahlreichen Wintersportregionen vergünstigte Ein-, Zwei- und Sechs-Tages-Skipässe.


Sperriges Gepäck ist kein Hindernis

 

Zum Schluss ein Tipp für diejenigen, die ihre sperrigen Skier oder Snowboards oder die dicken Taschen voller Skiklamotten nicht mit in den Zug nehmen wollen: Wenn man mit der Deutschen Bahn unterwegs ist, kann man sie als Kuriergepäck vorausschicken und muss sie noch nicht einmal vom Auto zur Unterkunft schleppen. Das Ganze hat allerdings seinen Preis: Ab 29,90 Euro bringt die DB Sondergepäck wie Skier ins Ausland. Bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) kostet der entsprechende Service 54 Euro (innerhalb Österreichs 31€), bei den SBB indes 40 CHF pro Sendung + 12 CHF pro Gepäckstück. Innerhalb der Schweiz kann man 1-4 Gepäckstücke für 44 CHF von einem Bahnhof zum anderen bringen lassen.

Allen, die trotzdem partout nicht auf das Auto verzichten wollen, ermöglichen einige Wintersport-Regionen in Österreich und Südtirol einen Kompromiss: Nach Innsbruck, Schwarzach-St. Veit, Villach und Bozen fährt ein Autozug, auf den man in mehreren deutschen Städten mit dem eigenen Wagen auffahren kann - um sich dann (ab 99 Euro) ganz bequem und staufrei Richtung Alpen kutschieren zu lassen. Die ÖBB bieten das Gleiche von Wien nach Villach in Kärnten (ab 50 Euro), Innsbruck in Tirol (ab 62 Euro) oder Feldkirch in Voralberg (ab 76 Euro) an.

 

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