Deutsch

Skistock-Themenspecial Teil 2: Wie werden Stöcke hergestellt?

19. Januar 2017 | Skiinfo | LEKI

Skistock-Themenspecial Teil 2: Wie werden Stöcke hergestellt?- ©LEKI
Copyright: LEKI

Der ein oder andere hat sich sicherlich schon einmal gefragt, wie ein Skistock „geboren“ wird. Welche Rohmaterialien werden für welchen Stock verwendet? Welche Produktionsschritte sind nötig um aus einem Stück Aluminium oder einer Carbon-Faser ein bruch- und biegesteifes Rohr zu erschaffen? Wie viel Arbeit steckt in einem jeden Stock und wie läuft eine Produktentwicklung eigentlich ab? Wir geben mit den Stock-Experten von LEKI in diesem Artikel einige Antworten auf diese Fragen!

 

Skistockherstellung: Eine große Herausforderung

Gefühlt 100 Einzelteile und mindestens genauso viele Arbeitsschritte. Und das Ergebnis soll auch noch bruchfest und biegesteif sein, am besten nichts wiegen und auch noch gut aussehen, hochwertig und funktional sein. So lautet die Herausforderung bei den führenden Stockherstellern immer wieder.

Die Herstellung ist hochkomplex und gleicht einem technischen Wunderwerk. Allein für die Behandlung des Rohrmaterials gibt es verschiedenste Möglichkeiten. So wird als Ausgangsmaterial für den Schaft des Stockes entweder Aluminium, Carbon oder ein Gemisch aus Aluminium und Carbon genutzt.

Zur Herstellung eines Carbonrohres wird entweder das Schicht-Laminat-Verfahren oder das Prepreg Verfahren angewendet. Bei ersterem werden vorgefertigte Folien zu einem dreidimensionalen Modell zusammengeführt, bei letzterem vorimprägnierte Fasern ausgehärtet und dann zusammengefügt. Auch bei Aluminiumrohren gibt es unterschiedliche Ausgangsprodukte, wie beispielsweise hochfestes Duraluminium oder nicht gehärtetes Aluminium.

Oberflächen  - © LEKI

Oberflächen

Copyright: LEKI

Ein weiterer Schritt ist dann die Härtung des Materials. Aluminium wird wärmebehandelt, um die verschiedenen Härteklassen zu erreichen, wohingegen Carbon seine verschiedenen Festigkeitsklassen durch seine Faserstruktur sowie seinen Lagenaufbau erhält. Carbon enthält außerdem oft Glasfasern, um das Material bruchfester und biegesteifer zu machen.

Sobald das Rohr fertig gestellt ist, wird dessen Oberfläche behandelt. Verfahren die hierfür angewendet werden, reichen von Pulverbeschichtungen, über Lackierungen, Siebdruck, Thermotransphere bis hin zum Eloxieren. Diese sorgen dafür, dass dem Stock keine oder lediglich minimale Kratzer zugeführt werden können, der Stock somit nicht beschädigt werden kann und vor allem nicht bricht.

Im Spritzgussverfahren werden die restlichen Bauteile, wie zum Beispiel die Teller, Schrauben, Verstell-Systeme und Griffe sowie die dazugehörigen Schlaufen hergestellt. LEKI nutzt dabei beispielsweise die Zweikomponenten-Technik. Dieses Verfahren ermöglicht die Kombination verschiedener Materialeigenschaften. So können Teile entstehen, die harte und weiche Baustoffe beinhalten und somit flexibel aber trotzdem stabil sind.

Zu guter Letzt werden alle Einzelteile zusammengesetzt, verklebt, angeschraubt und in Folie verpackt - die Geburt des Skistockes ist vollendet.

Bilder & Videos

undefined - © LEKI
undefined - © LEKI
undefined - © LEKI
undefined - © LEKI

Alle anzeigen

Teller: Welche Größe für welchen Skifahrer?

Ob im Tiefschnee, auf der Piste, im Park, beim Touren gehen oder gar beim Schneeschuhwandern. Jeder Stock hat ein Accessoire, das nicht fehlen sollte - der Teller!

Doch was macht den Teller so wichtig und warum unterscheidet er sich in diesen Bereichen so deutlich? Nicht nur Form und Design sind bei dem jeweiligen Teller unterschiedlich, sondern vor allem die Größe und Funktion. Vom Pistenteller, dem Racing Teller über den Tourenteller bis hin zu den Powdertellern mit Funktion ist alles dabei.

Was auf der Piste nur als zusätzliches Gewicht und als Beeinträchtigung des Schwungverhaltens wahrgenommen wird, ist im Tiefschnee und beim Tourengehen enorm wichtig. Um den Stock auch bei Bedingungen wie Tiefschnee, Nassschnee oder Pulverschnee optimal nutzen zu können, bedarf es einer großen Auflagefläche des Tellers, damit dieser nicht in den Schneemassen verschwindet. Ein großer Teller bietet die Grundlage für beste Kraftübertragung, Sicherheit zum Halten des Gleichgewichtes und eine breite Fläche auf dem Schnee, um sich von diesem nach oben abdrücken zu können.

Auf der präparierten Piste hingegen reicht ein kleiner Teller. Dieser soll lediglich das Einsinken des Stockes bei einem Stockeinsatz verhindern. Racingteller hingegen fallen durch ihre besondere Form sofort ins Auge. Bei den Speed-Disziplinen wie Super G, Abfahrt oder Riesenslalom ist der Teller tütenförmig, um möglichst aerodynamisch unterwegs sein zu können.

Der Grundgedanke hinter jedem Teller ist jedoch – egal bei welcher Größe - der gleiche. Wird der Stock auf eine weiche Oberfläche gesetzt, soll die Fläche des Tellers den darunterliegenden Schnee zusammenpressen und somit eine Auflagefläche bieten. Dies verhindert das Verschwinden und Einsinken des Stockes im Schnee und ermöglicht ein Abstützen des Stockbesitzers und eine optimale Kraftübertragung.

 

Mehr Infos zu Innovationen in der Stockherstellung findet ihr hier: www.leki.com/de/innovationen

Werbung

Verwandte Artikel

Skistock-Special auf Skiinfo: Alles rund um das Thema Skistöcke ©Christoph Schöch

Skistock-Special auf Skiinfo: Alles rund um das Thema Skistöcke

Warum braucht man beim Skifahren Skistöcke? Welche Skistocklänge ist die richtige für mich? Aus welchem Material bestehen Stöcke und G...

    Produktneuheiten und Tests

    Werbung

    Werbung