Deutsch

Im Test: SCARPA Maestrale XT

23. Januar 2020 | Skiinfo

undefined
Copyright: Skiinfo

Welcher Freerider sucht ihn nicht, den ultrabequemen, sehr leichten, dafür aber superstabilen und in der Abfahrt knallharten Freeride-Schuh? Quasi die eierlegende Wollmilchsau unter den Skischuhen? Wir haben in Flims Laax getestet, ob der Maestrale XT von SCARPA  diese Rolle einnehmen kann.

 

Das sagt der Hersteller:

 

Steile Hänge – breite Ski – Powder – Performance. Der neue Maestrale XT wurde für den ambitionierten Freerider entwickelt, der besonderen Wert auf Fahrvergnügen legt. Mit dem Maestrale XT setzt SCARPA® neue Maßstäbe im Bereich Abfahrtsperformance. Freerider, die dennoch keine Kompromisse beim Gehen eingehen möchten, finden im Maestrale XT genau den richtigen Begleiter.

 

Die Bi-Injection-Schale aus Carbon Grilamid LTF ermöglicht es leistungsfähige Materialien, wie Grilamid® und Carbon zu fusionieren und in ein und demselben Teil zu verarbeiten. Resultat ist eine steife Unterschale. Zudem liegt der Schaft eng am Schienbein an. Durch die Overlap-Konstruktion und den Booster-Strap wird die Performance nahezu unschlagbar. Der massive Ski/Walk Mechanismus sorgt für ein abfahrtsorientiertes Fahrverhalten. Ein zusätzliches Bootboard erhöht die Ferse um 2mm und sorgt für eine verstärkte Abfahrtsposition. Auf warme Füße muss der Fahrer ebenfalls nicht verzichten, denn die Sohle ist mit einem Fußbett aus Merinowolle isoliert. Ausgestattet mit der RECCO® Technologie soll im Ernstfall die Suche nach dem Verschütteten vereinfacht werden.

 

Mit einer unglaublichen Abfahrtsperformance erinnert der Maestrale XT an einen Alpinschuh. Aufgrund seiner Herkunft aus der Maestrale-Familie lassen sich mit ihm trotzdem bergauf Höhenmeter bequem bewältigen.

Fakten:
Obermaterial
Carbon Grilamid LFT® / Grilamid® / Pebax
Größen: 25.5 - 32
Gewicht: 1490g / Gr. 27

 

Das sagt die Skiinfo-Redaktion:

 

Der Maestrale XT kam zur Saison 2019/2020 neu zur Produktpalette von SCARPA hinzu und ist quasi der Bruder vom Maestrale RS, welcher sich schon im Jahr zuvor etabliert hat. Während der RS einen Hauch atmungsaktiver und leichter ist (offener Schaft auf der Rückseite, 40 Gramm leichter) und einen anderen Ski-Walk-Mechanismus verbaut hat, richtet sich der Maestrale XT vor allem an die Freerider, die bis auf kurze Zustiege eigentlich vor allem eines wollen: sportlich Freeriden. Und hier kann der XT wirklich punkten.

 

Die nochmal verbesserte Abfahrtsperformance liegt vor allem an der sehr steifen Griladmid-Carbon-Schale, die im Bi-Injektionsverfahren hergestellt wird. Der Schaft wurde komplett neu designt und hat steiferes Grilamid-Material auf der Rückseite und vorne das etwas weichere Pebax. Das sorgt dafür, dass man sehr leicht in den Schuh ein- und aussteigen kann, aber auch für ein wirklich beeindruckendes Gefühl für den Schuh und die Skisteuerung über das Schienbein. Insgesamt sind Schale und Innenschuh am Bein eher schmal konzipiert, so dass dadurch ein enger Kontakt von Bein zu Schuh entsteht. Der Tragekomfort ist für einen Schuh dieser Härte und für einen Innenschuh, der nur 255 Gramm (in unserer Testgröße 27,5) auf die Waage bringt, wirklich gut. Trotz des dünnen Innenschuhs, der in Kooperation mit Intuition Liners hergestellt wird, hatten wir nach zwei Tagen intensiven Fahrens keine Druckstellen zu beklagen. Einzig die Innenschuh-Oberkante hätte etwas softer gestaltet werden können, so das Feedback der Tester. Insgesamt bietet der Schuh aber dort, wo es nötig ist (zum Beispiel im Zehenbereich), genug Platz, dort wo die Kraftübertragung stattfindet, sitzt er eng an.

 

Die Härte der Schale, die sich überlappenden Teile am Schienbein, die zwei Schnallen + das breite Band (Booster-Strap) am oberen Schuhrand, das ohne großen Kraftaufwand sehr fest gezogen werden kann - das alles sorgt für einen engen Sitz an Fuß und Schienbein und somit für eine direkte Kraftübertragung auf den Ski. Sehr gut gefallen hat uns auch der Ski-Walk-Modus, der sehr einfach zu bedienen und im Ski-Modus wirklich sehr fest verschlossen (ohne Bewegungsspielraum) ist. Im Ski-Modus hat der Boot einen 16-Grad-Neigungswinkel nach vorn (+/- 2 Grad sind noch einstellbar). Zusätzlich hat SCARPA dem Maestrale aber auch noch eine Art Einlegesohle verpasst, die um 2 Grad nach vorn geneigt ist, was die sportliche Körperposition beim Abfahren unterstützt.

 

Klappt man den Hebel nach oben, bietet der Walk-Modus bis zu 56 Grad Bewegungsspielraum (46° nach hinten, 10° nach vorn) - mehr als genug, um den ein oder anderen Höhenmeter hinaufzusteigen. Was wir während unseres Tests in Laax allerdings nur zwei Mal gemacht haben, denn die Schneesituation war so überschaubar schlecht, dass jegliche Offpiste-Abenteuer an Spaß vermissen ließen - und die Ski wollten wir uns auch nicht zerstören. So verbrachten wir das Gros der Zeit dann doch auf den gut gepflegten Pisten und fühlten uns auch dort, und das ist wohl das größte Kompliment, was man einem Freeride-Schuh machen kann, perfekt aufgehoben. Und wenn es doch mal zu Fuß durch felsiges Terrain oder einfach durch den Ort gehen soll: Die Vibram-Außensohle bietet ein tiefes Profil inklusive kleiner Steigzone vorn, ein angenehmes weiches Gehgefühl und viel Grip auf Fels und Eis. Der Maestrale XT ist für viele alpinen Bindungen geeignet, natürlich sind sein primäres Einsatzgebiet aber Freeride-Ski mit Pin-Bindungen.

 

Fazit: Für 699 Euro (UVP) bekommt man mit dem Maestrale XT wohl einen der besten Freeride-Skischuhe, die es derzeit zu kaufen gibt. Er bietet eine gesunde Mischung aus Komfort und Performance und wurde mit viel Liebe zum Detail gebaut. Daumen hoch, SCARPA!

 

Bilder & Videos

undefined - © Skiinfo
undefined - © Skiinfo
undefined - © Skiinfo
undefined - © Skiinfo

Alle anzeigen

 

 

 

 

 

Werbung

Skitouren und Skibergsteigen: News

Werbung

Werbung