"Vollgas!“ hieß die Devise für die drei DAV-Starter, die am heutigen Mittwoch für das Sprintrennen gemeldet waren: Toni Palzer (Berchtesgaden), Toni Steurer (Oberstaufen) und Sepp Rottmoser (Rosenheim) sollten die Fahnen für den DAV hoch halten und waren auch entsprechend motiviert, die letzten Reserven beim Rennen über knapp 90 Höhenmeter aus sich herauszuholen.

Palzer im Alleingang
Nach einer flachen Passage nach dem Start folgte eine technische Einlage mit Spitzkehren, anschließend eine Tragepassage vor einer kurzem Abschnitt auf Skiern, bevor es in die schnelle Abfahrt über die Piste ins Ziel ging. Und wieder einmal war es der in dieser Saison stärkste Jugend-Skibergsteiger der Welt, der das Juniorenrennen dominierte: Toni Palzer war am dritten Renntag in Folge zwar nach eigener Aussage schon etwas angeplättet, das hielt ihn aber nicht davon ab, der Konkurrenz erneut zu zeigen, wer der Herr im Hause ist. Mit sagenhaften 13 Sekunden Vorsprung konnte er die Juniorenwertung vor dem Schweizer Alan Tissieres und dem Franzosen Robin Mottiez für sich entscheiden und steigt mit der nun dritten Medaille zu einem der erfolgreichsten Sportler bei der WM in Claut auf. Die bisherige Medaillenausbeute für das DAV-Team besorgte Palzer quasi im Alleingang.


Die Leiden des Seppi Rottmoser
Bei den Senioren hatte Toni Steurer wieder einmal Pech: Gleich im ersten Streckenabschnitt verlor er einen Ski und damit wertvolle Sekunden. Zwar erreichte er mit seiner Laufzeit noch das Viertelfinale - er wollte aber lieber seine Kräfte für das morgige Singlerennen schonen und stieg nach der Qualifikation aus. So ruhten alle Augen auf Sepp Rottmoser, dem Sprintspezialisten aus Rosenheim: Und der legte in der Qualifikation eine beeindruckende Vorstellung mit der zweitbesten Zeit der Herren hin - und das obwohl ihn in der Nacht und am Morgen noch ein Schnupfen geplagt hatte! Und auch im Viertelfinale hieß der Sieger: Rottmoser! Damit hätte sich für ihn im Halbfinale der Weg ins Finale der besten sechs auftun können - es sah eigentlich alles danach aus. Und auch noch bis zum letzten Wechsel vor der finalen Abfahrt lag Sepp an erster Stelle, als ihm ein kleiner taktischer Fehler zum Verhängnis wurde: Er wählte in der Wechselzone nicht den Platz ganz am Ende, so dass die nachkommenden Läufer sich an ihm vorbeidrängen konnten und ihm mehr oder weniger im Weg standen. Dann ging der Rennanzug nicht mehr schnell genug zu und der zuvor noch führende Sepp ging als Dritter in die finale Abfahrt. Dies hätte ihm noch zum Einzug ins Finale gereicht, aber auf den letzten Metern vor dem Ziel wurde er noch abgefangen und auf den vierten Platz zurückgedrängt - damit blieb für ihn nur das B-Finale um die Plätze 7-12. Haarscharf verpasste er auch bei den Espoirs als Vierter eine Medaille. Kleine Fehler rächen sich leider sofort beim Sprint.

Luft raus
Kein Wunder, dass Sepp dann beim B-Finale entmutigt und entkräftet hinterherlief und Zwölfter wurde. Trotz allem zeigte der Rosenheimer, dass er zu den sprintstärksten Skibergsteigern der Welt gehört - er ist in dieser Disziplin auf jeden Fall ein Medaillenkandidat für weitere Veranstaltungen. Den Sieg holte sich der Schweizer Martin Anthamatten, den Sepp noch im Viertelfinale klar distanziert hatte. Zweiter wurde Robert Antonioli (ITA) vor Yannick Ecoeur (FRA).

Askimo-Team mit guter Mannschaftsleistung
Auch das österreichische Team durfte sich bei den Sprintrennen erneut über eine Medaille der jungen Ina Forchthammer freuen. Sie holte Silber bei den Cadets. Die weiteren Athleten des Askimo erreichten folgende Plätze: Mathias Lechner wurde Neunter (Cadets), Martin Islitzer Siebter (Junioren), Bruno Wilberger Neunter (Junioren), Phillip Brugger 13. (Junioren), Veronika Swidrak Zehnte (Senioren) und Jakob Herrmann Zehnter (Senioren).

Einmal mehr war der Sprintwettbewerb ein echtes Highlight der WM und Werbung für das Skibergsteigen: Spannend, spektakulär und hervorragend einsehbar für die Zuschauer - so kann man auch Laien den Sport näher bringen. Für das Singlerennen am Donnerstag gehen für den DAV Toni Steurer, Konrad Lex und Sepp Rottmoser an den Start - hier haben die deutschen Starter allerdings nur noch Außenseiterchancen. Alleine der noch frische Toni Steurer könnte mit einer Glanzleistung unter die Top 15 laufen - zu wünschen wäre es ihm nach all dem Pech bei der WM bislang.

Die Ergebnisse des Sprintrennens findet ihr hier.

Matthias Keller, Karl Posch