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Skitouren im Ötztal: Tourentipps von leicht bis schwer

16. November 2017 | Skiinfo

News Regionen: Ötztal

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Copyright: Erika Spengler

Das Ötztal ist mit seinen weiten Gletscherflächen prädestiniert für Skihochtouren. Wir stellen euch einige der schönsten für Anfänger und Erfahrene vor - vom Similaun bis zur Kuhscheibe!

Bilder & Videos

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Hoch und doch einfach: Similaun (3606 m)

Der Similaun ist nicht nur wegen seiner Nähe zum E5 und der Fundstelle des Ötzis bekannt, sondern vor allem auch deshalb, weil er als idealer Anfängerberg für angehende (Ski-)Hochtourenfreunde gilt. Der Gletscher ist verhältnismäßig harmlos, die Hänge nicht besonders steil und die Gefahren insgesamt eher niedrig. Dennoch erfordern die rund 1.100 Höhenmeter im Aufstieg eine gewisse Kondition und auch der Gipfelgrat kann je nach Verhältnissen etwas exponiert sein. Die Aussicht entschädigt aber wirklich für alles, denn von hier aus können bereits die nächsten Touren erträumt werden – egal ob auf die scharfe Schneide der Hinteren Schwärze, auf die Finailspitze mit ihrem schönen Nordgrat oder gleich auf Glockner, Ortler oder Bernina. Von hier aus sieht man sie wirklich alle.

Höhenmeter: 1100 ab Martin Busch Hütte
Kilometer: 7 km
Schwierigkeit: leicht
Stützpunkt: Martin Busch Hütte


Im Aufstieg zur Finailspitze (3514m)  - © Erika Spengler

Im Aufstieg zur Finailspitze (3514m)

Copyright: Erika Spengler

Finailspitze (3509 m): Herrliche Hänge mit spannendem Finale

Die Finailspitze teilt sich zunächst den gleichen Talhatscher wie der Similaun. Nach dem Abzweig geht es aber über herrliche Hänge in Richtung des wunderschönen Nordgrats. Je nach Verhältnissen richtet man möglichst weit oben das Skidepot ein, um anschließend über den teils exponierten Grat bis zum Gipfel zu steigen. Klettertechnisch ist es nie besonders anspruchsvoll, aber die Ausgesetztheit hat schon so manchen Aspiranten zur Umkehr gezwungen. Der Gipfel selbst steht dieser Ausgesetztheit in nichts nach und bietet nur Platz für wenige Leute. Dafür ist der Tiefblick sowohl auf die südtiroler als auch auf die österreichische Seite atemberaubend. Die Abfahrt krönt das alles noch und macht bei Firn ganz besonders Spaß. Glück dem, der im Niederjochbachtal entweder festen Schnee oder eine fertige Spur findet – ansonsten wartet hier nämlich nochmal ein recht zäher Hatscher. Wer jedoch den richtigen Tag erwischt, kann ganz gemütlich bis vor die „Haustüre“ der Martin-Busch-Hütte zurücksurfen!

Höhenmeter: 1.000 m
Kilometer: 11,5 km
Schwierigkeit: mittel
Stützpunkt: Martin-Busch-Hütte

 

Die Hintere Schwärze im Sonnenaufgang  - © Erika Spengler

Die Hintere Schwärze im Sonnenaufgang

Copyright: Erika Spengler

Hintere Schwärze (3614 m): Normalweg oder Nordwand

Wer von der Martin-Busch-Hütte auf die Hintere Schwärze möchte, der sieht sich mit einigen Hindernissen konfrontiert. Zunächst einmal müssen rund 200 Höhenmeter Abstieg über eher (zumindest im Frühjahr) ungemütliches Gelände in Kauf genommen werden, seitdem der Weg über den Marzellkamm wegen Felssturzgefahr gesperrt ist. Hat man endlich das Tal unten erreicht, geht es wiederum an den langen Aufstieg, der gleich mit der nächsten Herausforderung wartet: Der Marzellferner ist zumindest im Sommer extrem zerklüftet. Vorsicht, Erfahrung und guter Spürsinn sind bei dieser Tour durchaus nötig. Auf rund 3.100 Metern Höhe muss man sich dann entscheiden: Entweder man hält sich links und nimmt die Nordwand der Hinteren Schwärze in Angriff oder aber man zweigt nach rechts ab und wählt den skifreundlichen Normalweg. Die Nordwand ist mit 50° Steilheit eine schöne Herausforderung für Fans von Steigeisen und Eisgeräten. Etwas weniger wagemutigeren sei der wunderbare Normalweg empfohlen. Die letzten Meter führen dann wieder gemeinsam über den kurzen Gipfelgrat, wo eines klar ist: Es hat sich gelohnt, all die Herausforderungen auf sich zu nehmen. Die Aussicht und die Exponiertheit sind sensationell. An den Wiederaufstieg zur Hütte denkt man in diesem Moment aber besser nicht.

Höhenmeter: 1500 hm
Kilometer: 15 km
Schwierigkeit: schwer/mittel
Stützpunkt: Martin-Busch-Hütte

 

Im Aufstieg zum Schrankogel Skigipfel (3350 m)  - © Erika Spengler

Im Aufstieg zum Schrankogel Skigipfel (3350 m)

Copyright: Erika Spengler
 

Schrankogel Skigipfel (3350 m): Versteckter Gipfel

Der Schrankogel ist im Sommer jener Gipfel, der die Amberger Hütte imposant überragt. Wer nicht gerade auf Steilwandkurs ist, dem sei der etwas niedrigere Schrankogel Skigipfel empfohlen, der mit einer herrlichen Landschaft im Aufstieg und einer rassigen, wunderschönen Abfahrt aufwartet. Zunächst müssen aber knapp zwei Kilometer flaches Gelände im Hochtal „In der Sulze“ bewältigt werden, bevor auch schon die erste Steilstufe kommt, die es durchaus in sich haben kann. Nach einem weiteren Flachstück wird es nochmals steil, danach schiebt sich aber, während man das breite Gletscherbecken durchquert, langsam das Ziel ins Blickfeld. Schon von hier aus dürfte der Anblick der bevorstehenden Abfahrt durchaus Vorfreude aufkommen lassen. Über recht steiles Gelände geht es bis zum kreuzlosen Gipfel und von dort aus über sensationelle Skihänge hinab bis ins kleine Tal, in dem die Amberger Hütte liegt. Einziger Wermutstropfen: Diese zwei Kilometer müssen erst einmal wieder zurückgelegt werden, bevor auf der Hütte Kaisermascharrn oder Radler warten. Aber keine Sorge: Auch diese Strecke hat noch jeder geschafft.

Höhenmeter: 1200 hm
Kilometer: 15 km
Schwierigkeit: mittel
Stützpunkt: Amberger Hütte

 

Aufstieg zur Kuhscheibe  - © Erika Spengler

Aufstieg zur Kuhscheibe

Copyright: Erika Spengler
 

Kuhscheibe (3188 m): Unschöner Name, wunderbare Tour!

Ein unattraktiver Name für eine äußerst attraktive Skitour! Auch hier wartet der gleiche Wermutstropfen der Tour auf den Schrankogel: Das lange, flache Tal, das zunächst einmal bewältigt werden muss. Über teils sehr steile Hänge geht es an der Westseite dann empor bis man sich in einer völlig neuen Welt wiederfindet. Rechts wahrhaftig schroffe Zacken mit spannenden Couloirs, links die felsdurchsetzten Hänge des Wannenkogels. Für die Kuhscheibe müssen je nach Spuranlage zwar ein paar Meter Abstieg in Kauf genommen werden, die nette Kraxelei zum Gipfelkreuz sowie die herrliche Abfahrt entschädigen aber mal wieder für alles. Eine wirklich schöne Tour.

Höhenmeter: 1200 hm
Kilometer: 12 km
Schwierigkeit: mittel/schwer
Stützpunkt: Amberger Hütte

 

Alle Bilder zu den Touren findet ihr hier.

Nähere Informationen zu den Touren und GPX-Daten findet ihr auf www.outdooractive.com.

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