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Andre Myhrer ist Sieger des Slaloms von Kranjska Gora. Mit Laufbestzeit im ersten Lauf und einem souveränen Finaldurchgang war der Schwede in 1:40,99 Minuten eine knappe halbe Sekunde schneller als Cristian Deville (ITA). Alexis Pinturault aus Frankreich raste im Finale noch auf das Podium vor. Bester Deutscher wurde Felix Neureuther, der sich im zweiten Lauf noch von Platz zehn auf Position sieben verbesserte. Fritz Dopfer wurde 24.

Keine Punkte für Hirscher

Im Kampf um den Slalom - und den Gesamtweltcup musste Österreichs Hoffnung Marcel Hirscher einen herben Dämpfer hinnehmen: Er schied früh aus und muss steht nun in Schladming unter hohem Druck. Konkurrent Ivica Kostelic kam nach seiner Verletzung zwar über einen 16. Platz nicht hinaus, denn erhöhte sich dessen Vorsprung vor dem letzten Rennen auf um 15 auf nun 50 Punkte. Auch Tagessieger Myhrer (66 Punkte Rückstand) kann in den Kampf um die kleine Kugel in Schladming noch eingreifen. Beat Feuz bleibt in der Gesamtwertung 55 Zähler in Front vor den vier letzten Rennen beim Finale in Schladming.

Hirscher und Matt draußen, Neureuther nur mit 80 Prozent

Im ersten Lauf verabschiedeten sich zwei der österreichischen Favoriten früh: Sowohl Mario Matt als auch Marcel Hirscher fädelten im Mittelteil klar ein und brachen ihre Läufe regelgerecht ab. Felix Neureuther, durch Magenprobleme geschwächt, wirkte nach zuletzt drei Ausfällen gehemmt, stand mehrfach leicht quer und verlor ähnlich wie Ivica Kostelic über eine Sekunde. "Ich bin sehr vorsichtig angegangen, habe versucht mir meine Kräfte einzuteilen. Wenn man mit 80 Prozent runterfährt, ist man eben 1,3 Sekunden hinten", erklärte Neureuther. Andre Myhrer hatte bereits zuvor mit Startnummer eins die beste Zeit vorgelegt und sich mit 0,26 Sekunden Vorsprung vor Cristian Deville die beste Ausgangsposition gesichert. Jens Byggmark kam mit 0,46 Sekunden Rückstand noch näher heran, der Rest der Verfolger beginnend mit Manfred Pranger und den Italiener Stefano Gross und Giuliano Razzoli hatte bereits eine knappe Sekunde verloren.



Dopfer mit Glück im Finale

Fritz Dopfer trat mit Knieproblemen ebenfalls leicht angeschlagen an und fand im ersten Lauf nie seinen Rhythmus. Nach mehreren Querstehern schied er fast nach Innenskifehler aus, blieb mit Glück, aber auch großem Rückstand im Kurs. "Ich habe heute Probleme mit dem Knie gehabt und gehe davon aus, dass ich nicht qualifiziert bin. Das war nicht gut", analysierte Dopfer selbst nach dem Zieleinlauf. Es sollte - denkbar knapp - doch reichen. Alle anderen DSV-Starter schafften den Cut nicht.

Neureuther wieder in den Punkten

Dopfer eröffnete das Finale und konnte seine Position noch um einige Plätze auf Platz 24 verbessern - vor allem, weil er die letzte Passage extrem flüssig und schnell carvte. Seine Laufzeit wurde erst vom Schweden Markus Larsson unterboten. Felix Neureuther startete stark, ließ aber sichtbar nach im Verlauf des Rennens - die Kraft fehlte für ein besseres Resultat. Dennoch: Er verbesserte sich auf Rang sieben, damit war nach drei Ausfällen das Ergebnis ein Schritt nach vorne. "Mit dieser Vorgeschichte ist das richtig in Ordnung. Mit meiner Leistung im zweiten Durchgang bin ich sehr zufrieden", bilanzierte der Deutsche und warf bereits einen Blick in die nächste Saison: "Ich muss schauen, dass ich konstanter werde in den kommenden Jahren - dann kann ich oben auch ein Wörtchen mitreden."

Pinturault stark - Kostelic kommt durch

Alexis Pinturault gelang nach Larsson die zweitschnellste Fahrt, entsprechend führte der Franzose das Feld lange an und sollte sogar bis auf das Podium vorstoßen. Nach Hirschers Ausfall setzte Ivica Kostelic in seinem Lauf nicht alles auf eine Karte, sondern brachte mit Blick auf die Slalom-Wertung einen taktischen Lauf ins Ziel. Platz 16 stand für ihn zum Schluss - mit dem Tagessieg hatte er nichts zu tun.

Entscheidung: Myhrer gewinnt

Die Piste Podkoren baute vor allem im unteren Abschnitt rapide ab. Stefano Gross und Manfred Pranger brachten ihren beträchtlichen Vorsprung auf Pinturault auch daher nicht ins Ziel. Jens Byggmark gelang das - trotz einer enorm aggressiven Fahrt - ebenfalls nicht. Cristian Deville kämpfte hart und musste trotzdem bangen - von knapp 1,5 Sekunden Vorsprung rettete der Italiener gerade neun Hundertstel ins Ziel. Andre Myhrer verlor im oberen Abschnitt einige Hundertstel auf Deville, fuhr aber mit unheimlich viel Gefühl durch die rippigen letzten Tore und konnte damit einen letztlich sicheren Sieg einfahren.