So etwas hat man selten: Da werden in Kvitfjell (NOR) ganze drei Rennen gefahren und es stehen nur vier verschiedene Fahrer auf dem Podest. Damit ist die Frage nach den Gewinnern des Wochenendes natürlich auch schnell gefallen, denn diese Konstanz der vier Athleten war schon beeindruckend. Aber wo es Gewinner gibt, stehen auch Verlierer auch der anderen Seite. Fakt ist auch: Der Weltcup ist extrem spannend und in allen Disziplinen, die noch ausgetragen werden in dieser Saison, stehen die Sieger noch nicht fest. Was für eine Spannung! Wir haben die Tops und Flops aus Kvitfjell für euch zusammen getragen.

Top in Kvitfjell

1. Klaus Kröll: Der Österreicher war groß in Form. Zwei Siege sprechen eine deutliche Sprache und der ÖSV hat kein Problem mehr in den Speed-Disziplinen. Mehr noch: Kröll hat nach Kvitfjell sogar beste Chancen, den Abfahrtsweltcup zu gewinnen. Wer hätte das vor ein paar Wochen noch gedacht? Dank konstant guter Leistungen in den letzten Wochen steht der Österreicher in zehn Tagen beim Weltcup-Finale in Schladming vor dem Gewinn seiner ersten kleinen Kristallkugel.
2. Beat Feuz: In Schladming könnte auch Beat Feuz einer der großen Gewinner sein. Mit den Plätzen 1, 4 und 3 hat der Schweizer sich in die Pole Position im Gesamtweltcup gebracht. Auf der schwierigen Piste in Kvitfjell fand Feuz zu alter Stärke zurück und muss jetzt den Vorsprung verteidigen. In Norwegen hat Feuz zumindest einiges für die große Kugel getan, auch wenn ‚nur‘ ein Sieg dabei heraussprang.
3. Kjetil Jansrud: Drei Rennen, drei Podestplätze. Für den Norweger war das Heimspiel ein großer Erfolg. In den Trainings fuhr er schon die besten Zeiten und auch im Rennen ließ er es krachen. Verpasste er bei den ersten beiden Rennen noch knapp den Sieg, so war er am Sonntag nicht zu stoppen und holte sich den langersehnten ersten Weltcupsieg. Zugleich war es der erste Heimsieg auf der Olympiapiste von 1994 seit 15 Jahren.
4. Aksel Lund Svindal: Der Norweger ist zurück auf dem Podest. Nach einem echten Durchhänger - sein letzter Podestplatz war im Dezember in Beaver Creek - ist Svindal rechtzeitig wieder in Form. Vielleicht musste es erst wieder in die Heimat gehen, damit er vorne zu finden ist. Nach diesem Wochenende ist er auf jeden Fall wieder Erster im Super-G-Weltcup und kann in Schladming die kleine Kugel sichern. Doch die Verfolger sind nah dran und Svindal sollte seine Form konservieren, denn sonst geht er vielleicht leer aus.


Flop in Kvitfjell

1. Didier Cuche: Auch wenn es schwer fällt, aber der Schweizer ist in dieser Kategorie zu nennen. Der Altmeister hatte sich deutlich mehr erhofft als die Plätze 4, 10 und 6. Gerade der zehnte Platz in der Abfahrt schmerzt, denn so ist Cuche deutlich hinter Kröll im Disziplinen-Weltcup zurückgefallen und muss nun auf einen Ausrutscher des Österreichers hoffen in Schladming. Auch im Super-G-Weltcup liegt er auf dem zweiten Rang und hat Svindal vor der Nase. Cuche wird bei seinen letzten Rennen nochmal alles versuchen und vielleicht holt er sich ja noch eine Kugel ab.
2. DSV-Herren: Auch wenn die deutschen Herren in Kvitfjell mit kleineren Verletzungen zu kämpfen hatten: Die Trainer und auch die Athleten hatten sich sicher mehr versprochen. Vier Sportler waren jeweils bei den drei Rennen am Start und das beste Resultat war ein 28. Rang durch Andreas Sander in der Abfahrt. Das kann nicht zufriedenstellend sein. Positiv: Stephan Keppler qualifizierte sich als 25. und letzter Fahrer für das Weltcup-Finale. Und das mit einem 33. Platz beim Super-G am Sonntag!
3. Benjamin Raich: Was war nur mit dem ‚Blitz aus Pitz‘ los? In Crans Montana eine Woche zuvor noch der große Sieger und in Norwegen mit Platz 17 als bestes Ergebnis überhaupt nicht in Reichweite des Podestes. Der Österreicher erlitt wieder einen Rückschlag, aber den Sieg in der Schweiz kann ihm keiner mehr nehmen. Im nächsten Winter wird Raich wieder angreifen.
4. Italien, USA und Frankreich: Diese drei Nationen hatten in Kvitfjell gar nichts mit den Ausgängen der Rennen zu tun. Die US-Amerikaner hatten ohne den verletzten Bode Miller keinen Ausreißer nach oben, die Franzosen und Italiener hatten nur in der Abfahrt Fahrer in den Top-Ten. Da kann man nur auf die technischen Rennen in Kranjska Gora hoffen, wenn Ted Ligety, Massimiliano Blardone und Co. wieder angreifen können.

Ausblick - Spannung pur:

Anders als bei den Damen ist der Weltcup bei den Herren in allen noch auszufahrenden Rennen äußerst spannend. Es stehen noch zwei technische Rennen in Kranjska Gora an, bevor es zum großen Finale nach Schladming geht. Dort werden alle Disziplinen noch einmal gefahren. Im Gesamtweltcup liegt Feuz nun 115 Punkte vor Marcel Hirscher, der am kommenden Wochenende bei zwei technischen Rennen (Slalom und Riesenslalom) in Kranjska Gora allerdings die Chance hat, wieder am Schweizer vorbeizuziehen. Im Super-G baute Aksel Lund Svindal seine Führung aus und liegt mit nun 401 Punkten aussichtsreich vor Didier Cuche (371 Punkte) und Beat Feuz (368 Punkte). Er kann mit einem Sieg oder einem zweiten Rang in Schladming in zwei Wochen seine Saison aus eigener Kraft krönen. In der Abfahrt hat sich Klaus Kröll die Führung geholt. Mit nunmehr 569 Punkten liegt er vor Didier Cuche (521 Punkte) und Beat Feuz (518 Punkte). Auch Kröll hat es in der eigenen Hand, sich die kleine Kugel zu sichern. Aber entschieden ist noch nichts und die Spannung bleibt!

Alle Bilder aus Kvitfjell

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