© Alain GROSCLAUDE/AGENCE ZOOM
Je näher das Ende der Weltcup-Saison rückt, desto mehr schielen die Ski-Fans auf die Weltcup-Punktestände. In Crans Montana standen die Wertungen im Riesenslalom und Super-G im Mittelpunkt, besonders aber wurde auf den Zweikampf Feuz gegen Hirscher im Kampf um die große Kristallkugel geschaut. Dieses Duell gewann der Österreicher. Im Fokus standen auch die betagten Sieger Blardone (32 Jahre alt) Raich (wird am 28. Februar 34), und Cuche (37). Die Deutschen konnten sich vorne kaum einmischen.

Top in Crans Montana

1. Didier Cuche: Der Altmeister hat sich mit zwei Podiumsplätzen, darunter einem Sieg mehr als würdig verabschiedet bei seinem letzten Gastspiel auf heimischem Boden. Ganz nebenbei ist der Dinosaurier des Skisports wieder einer der heißesten Anwärter auch auf den Super-G-Titel und erhöhte zum wiederholten Male den Altersrekord für einen Weltcup-Sieger. Bravo, Didier!
2. Max Blardone: Wir gratulieren dem Italiener aus zwei Gründen: Zum ersten hat er sich nach schwachem Saisonstart wieder gefangen und ist mit dem zweiten Saisonsieg in toller Form. Zum anderen war sein Jubel im Zielraum titelwürdig. Sein Hoch kommt aber wohl zu spät, um Hirscher noch abfangen zu können.
3. Marcel Hirscher: Der ist nämlich selber in Topform und hat mit Platz zwei seine Chancen auf die große Kugel massiv verbessert. Die Riesenslalom-Trophäe sollte er sich nicht mehr nehmen lassen.
4. Benni Raich: Der Blitz aus Pitz is back! Der sympatische Österreicher gewann im Super-G und steht nun in der Speed-Disziplin als nunmehr Fünfter im Weltcup richtig gut da.



Flop in Crans Montana

1. Beat Feuz: Der Schweizer verpasste beim Heimspiel die Chance, in den beiden Speedrennen für den Gesamtweltcup zu punkten. Nun muss er es in Kvitfjell krachen lassen - sonst wird es sehr, sehr schwer.
2. Ted Ligety: Der Amerikaner erwischte kein gutes Wochenende und ist im Riesenslalom derzeit schon weit abgeschlagen. Das Unternehmen Titelverteidigung ist stark gefährdet.
3. Kjetil Jansrud: Von der Stärke des Norwegers ist aktuell wenig zu spüren - als 21. war der ehemalige Siegfahrer im Riesenslalom chancenlos.
4. Die Schweizer im Riesenslalom: Dass die beiden Didiers Defago und Cuche das Resultat der Eidgenossen aufhübschen konnten, ist gut und schön - aber Janka, Berthod, Feuz und Co. spielen keine große Rolle in dieser Disziplin. Die Schweizer haben aktuell bei Damen und Herren im Weltcup-Ranking keinen Athleten unter den besten Zehn in einer technischen Disziplin. Das gibt zu denken.

Und sonst?

Die DSV-Ausbeute im Speed war schwach - nur Keppler kam als 24. einmal in die Punkte. Im Riesenslalom konnte Stefan Luitz überzeugen - ohne seinen kapitalen Fahrfehler kurz vor Schluss im Finale wäre eine Top 15-Platzierung möglich gewesen. Neureuther verpasste den Cut knapp und wird weiter hohe Startnummern tragen müssen. Fritz Dopfer hat das, was Neureuther fehlt: Das taktische Vermögen, sicher und schnell, aber nicht auf der letzten Rille ins Ziel zu kommen. Der Lohn: Wieder ein Platz unter den Top Ten in Bansko, bester Deutscher im Gesamtweltcup. Mehrere Stürze trafen vor allem die Heimmannschaft: Marc Gisin zog sich dabei einen Kreuzbandriss zu. Auch Patrick Küng verletzte sich, bei ihm wurde aber nur eine Innenbandzerrung diagnostiziert. Sandro Viletta kam mit einer leichten Gehirnerschütterung davon. Auch Aksel Lund Svindal stürzte, erlitt aber keine große Verletzung. Der Norweger verteidigte knapp seine Super-G-Führung, musste aber Federn lassen. Bei seinem Heimspiel in Kvitfjell steht auch er unter Druck. Im Super-G haben sich Jan Hudec, Adrien Theaux, Benni Raich neben Beat Feuz, Didier Cuche und Aksel Lund Svindal wieder ins Rennen gebracht. Gut für die Spannung!