Benjamin Raich ist ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss endgültig zurück in der Weltspitze. Nach seinem dritten Rang am Vortag gewann der Pitztaler den zweiten Super-G der Herren in Crans Montana (SUI) in 1:34,37 Minuten vor Adrien Theaux (+ 0,24 Sekunden) und Didier Cuche (+ 0,36 Sekunden). Es war der erste Weltcupsieg für Raich seit über zwei Jahren.

Starke Österreicher

Am Samstag setzten auf der ‚Piste Nationale‘ bei erneuten Plusgraden zunächst Marcel Mathis, Joachim Puchner und Klaus Kröll die Akzente und waren bei den vorderen Startnummern unter den Schnellsten. Kröll hielt nach einem starken Lauf mit der Nummer zehn erst einmal an die Spitze und holte sich diese mit einer tollen Linie. Auch der am Freitag starke Jan Hudec konnte da nicht mithalten und musste sich knapp hinter Kröll einordnen, auch wenn er unten noch einmal mächtig aufkam. Für Kröll sollte es am Ende der undankbare vierte Rang sein.

Raich mit Selbstvertrauen zur Top-Zeit

Dann kamen die Favoriten und zunächst ging der Dritte vom Freitag, Benjamin Raich, auf die Strecke. Und der Pitztaler fuhr wieder großartig, hatte Selbstvertrauen und pulverisierte gerade im unteren Streckenabschnitt die Zeit seines Landsmannes. Das war eine Ansage an die Konkurrenten und zunächst die Führung. Teamkollege Reichelt hatte da schon etwas mehr Probleme mit der Piste und lag bereits oben weit zurück. Keine Chance auf einen Podestplatz für Reichelt.

Svindal hinten, Cuche wieder auf dem Podest

Dann kamen die Favoriten Svindal und Cuche und der Norweger musste zuerst ran. Svindal hatte aber schon oben knapp vier Zehntel Rückstand und im Ziel war es knapp eine Sekunde. Wieder kein Spitzenplatz für den Norweger. Nach Svindal stieß sich der Sieger vom Freitag aus dem Starthaus und Cuche war oben bei den Schnellsten. Die Piste gab also noch etwas her. Unten konnte der Schweizer aber nicht so glänzen wie am Vortag und daher blieb er hinter Raich, aber vor Kröll auf dem zweiten Rang.


Theaux beeindruckt

Nach Cuche beeindruckte Adrien Theaux mit einer ganz starken Fahrt. Der Franzose war während des ganzen Laufes immer an der Bestzeit von Raich dran und nur im schweren unteren Bereich verlor er etwas an Zeit. Doch dies reichte immer noch, um sich vor Cuche auf den zweiten Rang zu schieben. Nun war es an Beat Feuz, ein Statement in Sachen Gesamtweltcup abzugeben, doch wie schon am Vortag kam Feuz einfach mit der weichen Piste nicht zurecht. Er war im Ziel knapp eine Sekunde hinten und damit nicht in den Top 5. Damit ging der Sieg an Raich, der so seinen 36. Weltcupsieg feiern konnte und den ersten seit seinem Kreuzbandriss im Februar 2011. Zudem war es sein erster Sieg im Super-G im Weltcup.

Keppler nicht in den Top 20

Als erster der deutschen Starter hatte Stephan Keppler die Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Doch erneut kam der DSV-Fahrer nicht gut mit der Strecke zurecht und er hatte bereits oben eine Sekunde Rückstand. Im Ziel waren es 2,6 Sekunden und der 24. Platz. Andreas Sander verpasste als 32. knapp die Punkteränge, während Josef Ferstl nicht ins Ziel kam. Tobias Stechert verzichtete auf einen Start.

Knappes Rennen im Disziplinenweltcup

Nach den beiden Rennen vom Freitag und Samstag ist der Super-G-Weltcup eine ganz enge Angelegenheit. Dort führt weiterhin Aksel Lund Svindal, der allerdings nur noch minimalen Vorsprung hat auf Didier Cuche. Der Schweizer konnte mächtig punkten in Crans Montana und ist nur sieben Zähler hinter dem Norweger. Im Gesamtweltcup verpasste es Beat Feuz, die Führung zu übernehmen. Dort führt Marcel Hirscher, am Samstag übrigens nicht am Start, knapp vor Ivica Kostelic und Feuz.

Am Sonntag fahren die Herren noch einen Riesenslalom in Crans Montana aus. Dann ist auch wieder Marcel Hirscher am Start.