© Alexis BOICHARD/AGENCE ZOOM
Es hätte ein Ski-Fest werden können. In Soldeu-Grandvalira hatte man jedenfalls alles dazu getan. Ein anspruchsvoller Hang war sehr gut präpariert worden, ein drittes Rennen zusätzlich dorthin vergeben. Dann kam der Wind und blies den Zusatztermin am Freitag wieder weg sowie den wegen der Böen vorgezogenen Slalom am 11. Februar durcheinander. Das einzige wirklich reguläre Rennen fand am Sonntag statt - der Riesenslalom.

Top in Soldeu:

1. Marlies Schild: Unverwüstlich rast Schild von Sieg zu Sieg. Trotz 74 Hundertstel Rückstand nach dem ersten Lauf gelang der Österreicherin wieder ein letztlich klarer Erfolg. 600 Punkte nach sieben Rennen - bereits in Ofterschwang kann sich Schild die Kristallkugel sichern und damit die letzten zwei Slalomwettbewerbe in Are und Schladming zum Showrennen degradieren.
2. Frida Hansdotter: Viele hatten es in der Hand, Marlies Schild zu schlagen - Frida Hansdotter schaffte es fast und setzte damit ein absolutes Karrierehighlight. Glückwunsch an die Schwedin!
3. Tessa Worley: Sieg auf neuer Piste, die Führung im Riesenslalom von Viky Rebensburg erobert - Tessa Worley hatte in Andorra Grund zum Feiern. Der Kampf in dieser Disziplin geht in Ofterschwang in die nächste Runde. Tendenz: spannend!
4. Tina Maze: Kein perfektes Wochenende für Maze - aber sie kämpft gegen eine stärker werdende Maria Höfl-Riesch tapfer um den zweiten Platz in der Weltcup-Gesamtwertung und hat ihre Position leicht ausbauen können.

Flop in Soldeu:

1. Der Wind: Ja, Skifahren ist ein Outdoorsport - aber die stürmischen Böen haben uns in Andorra leider den Spaß verdorben. Dabei waren die Bedingungen sonst perfekt, die Veranstalter hätten zu ihrer Premiere mehr Glück verdient gehabt.
2. Viktoria Rebensburg: Nur wenige Fahrsekunden blieben der deutschen Top-Fahrerin im Riesenslalom - statt zweier großer Rennen. Die Führung im Weltcup ist erstmal futsch - dann das kann die Olympiasiegerin beim Heimrennen in Ofterschwang Anfang März sicher wieder hinbiegen.
3. Die Windopfer im Slalom: Tanja Poutiainen, Maria Pietilae-Holmner, Manuela Mölgg, Maria Höfl-Riesch - sie alle gingen leer aus im Slalom, teilweise auch bedingt durch den wechselnden Windeinfall in den Hang.



Formcheck und Ausblick:

Es war nicht das Wochenende der DSV-Mädels. Zunächst: Großen Respekt vor Maria Höfl-Rieschs Podiumsplatz im Riesenslalom - hier zeigt die Formkurve eindeutig nach oben. Großen Respekt auch vor Christina Geigers Performance. Nur wer riskiert, kann etwas gewinnen - in Soldeu wurde die Deutsche im Slalom nicht belohnt, als sie in Führung liegend ausschied. Somit kam nur Lena Dürr unter die Top Ten. Positiv: Mit Barbara Wirth und Vroni Staber holten zwei weitere DSV-Damen Punkte. Im Riesenslalom war das anders - hier war Höfl-Riesch die einzige Finalteilnehmerin. Auf dem neuen Hang kamen zudem einige jüngeren Teilnehmer besser klar - einige von ihnen hatten diesmal den Vorteil, im Europacup hier schon gefahren zu sein. Das wird bei der neuerlichen Premiere in Sotschi am kommenden Wochenende anders. Hier sind alle zum ersten Mal unterwegs, diesmal aber in Abfahrt und Kombination. Mit der letzten Super-Kombi steht hier auch eine Kugelentscheidung an.