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Lindsey Vonn bleibt das Maß aller Dinge im Super-G der Damen. Das technisch anspruchsvolle Rennen in Cortina d'Ampezzo beendete die Amerikanerin mit rund sechs Zehnteln Vorsprung als Siegerin - vor Maria Höfl-Riesch und Tina Maze. Vonn baute damit ihren Vorsprung in der Disziplinen-Wertung deutlich aus - denn die direkten Konkurrentinnen ließen Federn.

Vonn eindeutig die Schnellste

Lindsey Vonn kam, sah und siegte. Unbeeindruckt von allen Vorgaben legte die Amerikanerin als Letzte der Topgruppe los und sorgte im Mittelteil für die Entscheidung. Die technischen Kurven meisterte keine so gut wie sie. Maria Höfl-Riesch - zu diesem Zeitpunkt in der Leader-Box - winkte ab, als sie die Zwischenzeit sah: keine Chance heute. Vonn verlor zwar im flacheren Schlussstück noch rund vier Zehntel auf die starke Deutsche, doch der Sieg war ihr nicht mehr zu nehmen. Es war ihr 17. Super-G Erfolg im Weltcup.

Die Gesamtweltcupsiegerin zeigt auf

Dennoch darf man nach den Speed-Rennen in Cortina festhalten: Maria Höfl-Riesch ist wieder da! Nach langer Zeit sah man die Deutsche im Zielraum nach einem Speedlauf befreit jubeln. Platz eins nach Zieleinlauf, wenige kleine Wackler aber keine großen Fehler und damit erneut auf dem Podium in Cortina d`Ampezzo. Höfl-Riesch riss die Arme hoch. Sie wusste um den Wert ihrer Zeit - obwohl noch einige Konkurrentinnen oben standen. "Es war sehr selektiv, schwierig gesetzt. Wir haben gut besichtigt, aber ich konnte im Mittelteil nicht alles so umsetzen. Ich hab da viel Zeit verloren, aber ich weiß auch warum", befand die Partenkirchnerin, die mit den zwei Podestplätzen Sicherheit zurückgewonnen hat und sich im Gesamtweltcup wieder auf Platz sechs vorstieß. Ein wichtiger Schritt zurück zu alter Stärke.

Kein leichter Kurs

Cortina machte seinem Ruf als fordernde Piste alle Ehre - einige Fahrerinnen hatte Probleme. Von den ersten Läuferinnen kam keine ohne Fehler durch. Auch Vortagessiegerin Daniela Merighetti kam mit der Kurssetzung nicht klar und kam an einigen Toren viel zu spät zum Schwungansatz. Dir drehenden Tore nutzten die technisch starken Fahrerinnen wie Tina Maze und Jessica Lindell-Vikarby (Sechste) zu guten Läufen - sie führten damit das Feld vor der Top-Gruppe an. Für Maze sollte es wieder auf das Super-G Podium reichen.



Fenninger geschlagen

Nicht alle Favoritinnen kamen gut durch: Anna Fenninger, die erste Konkurrentin von Lindsey Vonn vor diesem Lauf, kam nicht unter die Top 15. Fabienne Suter blieb immerhin unter den besten Zehn. Julia Mancuso fand gut ins Rennen, verlor aber im flacheren Schlusstück auf Riesch. Lizz Görgl beraubte sich bereits zu Beginn fast ihrer Chancen, als sie ein Tor rammte und in Rücklage geriet. Im Anschluss aber griff sie an und schob sich auf den vierten Platz nach vorn.

Hroneks Ski geht auf - Sturz ohne Folgen

Veronique Hronek durfte danke ihres Top-Resultats in Bad Kleinkirchheim früh starten - und kam gut ins Rennen. Doch nach rund 50 Fahrsekunden kam der Schock: Etwas zu spät belastete die Deutsche den Ski, die linke Bindung löste aus und Hronek rast auf einem Ski in die Fangzäune. Zum Glück konnte sie direkt wieder aufstehen. "Mir fehlt nichts", wusste Hronek im Anschluss zu berichten. "Im ersten Moment hab ich geprüft, ob alles passt. Ich bin eigentlich gut reingefahren. Wenn man nicht gescheit über dem Ski steht und dann einen Schlag bekommt, dann passiert das. Ich freu' mich jetzt auf Kranjska Gora!" Auch ausgeschieden ist erneut Viktoria Rebensburg - sie kam an einem Geländeübergang über eine Welle, konnte nicht rechtzeitig Druck auf den Ski bringen - und fuhr am Tor vorbei.

Nächster Stopp: Kranjska Gora

Im Super-G hat Lindsey Vonn nun mit 313 Punkten nun 87 Zähler Vorsprung auf Fabienne Suter, Anna Fenninger und Tina Maze folgen im Klassement. Im Gesamtweltcup ist Vonn viel deutlicher in Front: 291 Zähler trennen sie von Verfolgerin Maze. Auf Platz drei liegt hier Slalom-Spezialistin Marlies Schild. Für die Damen stehen nun in Kranjska Gora zwei technische Wettbewerbe an.