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Spannender geht es kaum: Beim Riesenslalom in Lienz (AUT) hat Anna Fenninger für einen Heimsieg der Österreicherinnen gesorgt. Sie setzte sich in einem knappen Finale gegen Federica Brignone und Tessa Worley durch. Viktoria Rebensburg fiel nach Bestzeit im ersten Durchgang auf Platz vier zurück.

Fenninger gewinnt, Rebensburg wollte mehr

Anna Fenninger beednet eine lange Durststrecke der Österreicherinnen: Sie gewann einen Riesenslalom, noch dazu vor heimischen Fans. Die Kombinations-Weltmeisterin von 2011 benötigte 2:16,08 Minuten für beide Läufe und avancierte mit ihrem angriffslustigen Finallauf zur Siegerin. Viktoria Rebensburg leistete sich auf der weicher werdenden Schlick Weltcup-Piste größere Fahrfehler und fiel damit auf Rang vier zurück. "Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht vom zweiten Lauf. Es war sehr schwer zu fahren, man kann der Anna Fenninger nur gratulieren", befand die Deutsche. "Oben habe ich schon einein großen Fehler gemacht, unten war es vom Timing nicht optimal. Ein vierter Platz ist nicht optimal, ich möchte eben lieber oben stehen." Maria Höfl-Riesch wurde Zehnte. Kathrin Hölzl feierte ihr Comeback, fiel jedoch im zweiten Durchgang aus und blieb ohne Punkte. Lena Dürr kam als 29. noch knapp in die Punkte.

Sehr enge Abstände

Im ersten Durchgang hatte erneut Viktoria Rebensburg die schnellste Zeit vorgelegt - ohne sich damit jedoch ein großes Polster zu schaffen. Die Zeitabstände waren gering, den zum Angriff einladenden Lauf nutzten viele Läuferinnen, gleich elf blieben innerhalb von acht Zehnteln. Die größte Überraschung war Stefanie Köhle aus Österreich, die mit Startnummer 24 bis auf 0,01 Sekunden an Rebensburg heran fuhr und damit Platz zwei belegte - noch vor den Mitfavoritinnen Görgl, Brignone, Mancuso, Fenninger und Barioz. Eine Vorentscheidung für das Finale war das nicht - eher ein Versprechen für einen offenen Verlauf.

Katy Hölzl ist zurück!

Aus deutscher Sicht war die Startnummer 14 das Highlight. Überraschend stand Ex-Weltmeisterin Katy Hölzl am Start - noch zwei Tage vorher fehlte ihr Name im offiziellen DSV-Aufgebot. Trotz des Trainingsrückstands stand Hölzl dabei gut auf dem Ski, verlor aber zum Schluss noch recht viel Zeit. "Natürlich habe ich mich total gefreut, dass ich wieder fahren kann", sagte Hölzl nach dem ersten Durchgang (Platz 21) und bilanzierte: "Ich war auch ein bisschen aufgeregt. In den letzten Toren ist mir etwas die Kraft ausgegangen, da hat man das fehlende Training gemerkt." Aus deutscher Sicht qualifizierten sich außerdem Maria Höfl-Riesch (10.) und Lena Dürr (26.) für das Finale. Simona Hösl und Veronique Hronek schieden vorzeitig aus, Veronika Staber (35.) und Barbara Wirth (40.) verpassten das Finale um knappe drei bzw. neun Zehntelsekunden.

Sabrina Fanchini überrascht

Das vom deutschen Teschnik-Coach Schwaiger ausgeflaggte Finale war viel drehender und damit auch selektiver gesteckt, damit wuchsen fast automatisch die Rückstände an. Für die ersten beiden Deutschen brachte das keinen Vorteil: Lena Dürr wirkte gehemmt nach den zuletzt sehr guten Ergebnissen und fiel klar zurück. Kathrin Hölzl verpasste nach einem Steher ein Tor, schied aus und verpasste somit das Erfolgserlebnis beim Comeback. Stattdessen nutzten die Italienerinnen Irene Curtoni (von 29 auf elf) und und Sabrina Fanchini (von 23 auf acht) die geringen Rückstände aus dem ersten Durchgang, um sich mit einer jeweils furiosen Fahrt deutlich zu verbessern. Wie deutlich - das sollte erst im Laufe des Finals klar werden.

Höfl-Riesch knapp in den Top-Ten-Plätze

Maria Höfl-Riesch hatte nach dem ordentlichen ersten Lauf ein tolles Finale im Kreuz - nach der ersten Zwischenzeit nahm sie aber Gas raus. "Ich hab' sehr viel verloren, unten leider nicht so duchgezogen", analysierte sie selber. "Ich hätte einfach schneller fahren müssen. Top Ten war schon meine Ziel. Ich bin aber froh, dass der Slalom so gut passt - daher freue ich mich auf morgen." Erst Tessa Worley durchbrach schließlich die Bestmarke der jüngsten Fanchini-Schwester und läutete damit den Kampf um das Stockerl ein.



Fenninger legt vor - keiner schneller

Anna Fenninger wahrte die Hoffnungen der Gastgeber auf einen Heimerfolg - mit sicherer Technik setzte sie sich an die Spitze des Feldes. Federica Brignone wollte alles, riskierte viel, konnte aber die letzten Tore nicht auf der Kante durchziehen - Platz zwei ist allerdings ihr erstes Top-Ergebnis in dieser Saison. Als Lizz Görgl die Spitze verpasste, hatte Landsfrau Fenninger das 'Stockerl' bereits sicher, musste aber noch die Läufe von Köhle und Rebensburg abwarten. Köhle begann stark, wollte dann aber das Ergebnis sichern und erreichte mit Rang sechs das beste Ergebnis der Karriere. Viktoria Rebensburg griff an, war auf Siegkurs, bevor ihr fünf Tore vor Schluss der Ski wegrutschte. Mit diesem Fehler war das Podium verloren, mit Rang vier verteidigte sie aber ihre Weltcup-Führung im Riesenslalom vor Fenninger und Görgl. Im Gesamtweltcup festigte Lindsey Vonn mit Platz fünf ihre Führung.

Am 29. Dezember folgt in Lienz mit dem Slalom das letzte Rennen des Kalenderjahres 2011.