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Der Riesenslalom in Alta Badia hatte es in sich. Nicht die favorisierten Ted Ligety oder Marcel Hirscher standen am Ende auf dem Podest, es jubelte stattdessen Lokalmatador Max Blardone vor den Österreichern Hannes Reichelt und Philipp Schörghofer. Fritz Dopfer verbesserte sich im Finale um zwölf Plätze und wurde Siebter.

Blardone gewinnt dank Finale

Max Bladone warf vor Freude Ski und Stöcke weit von sich, als Ted Ligety im Finale seine Bestmarke verpasste. Der Italiener hatte auf der Gran Risa-Piste alles riskiert und in 2:46,49 Minuten nach zwei Läufen schließlich alles gewonnen - obwohl er im ersten Durchgang bereits über eine Sekunde zurückgelegen hatte und alles auf das aus Beaver Creek bekannte Duell hinauszulaufen schien. Den Zweikampf Ligety gegen Hirscher gewann der Amerikaner - und wurde dennoch nur Vierter. Auf Platz sieben festigte Fritz Dopfer seine sehr gute Riesenslalom-Saison.



Ante Kostelic-Lauf setzt Fahrer vor Probleme

Die Gran Risa hatte es in sich - vor allem im ersten Durchgang. Ante Kostelic hatte den Lauf gewohnt unrhythmisch gesteckt, viele Fahrer pumpten im Ziel nach knapp 1,30 Minuten zudem ganz schön - Alta Badia forderte den Fahrern alles ab. Die Fortsetzung des in Beaver Creek begonnenen Duells zwischen Marcel Hirscher und Ted Ligety fand hier noch statt. Der Amerikaner legte oben eine Zauberfahrt hin, sein Skigefühl brachte ihn klar in Front. Doch in den letzten Toren war Hirscher der Beste. Dort verlor Ligety eine halbe Sekunde auf den Österreicher. Allerdings blieben ihm noch 0,49 Sekunden als Polster. Mithalten konnten Aksel Lund Svindal, Philipp Schörghofer und Hannes Reichelt, die weniger als eine Sekunde verloren. Dann erst platzierte sich der spätere Sieger Blardone. Fritz Dopfer hatte in den weiten Radien der ersten Tore zuwenig Zug, griff unten an - war da aber schon 2,5 Sekunden hinter Ligety zurückgefallen und damit 19. Stefan Luitz, der zweite DSV-Starter, schied aus. Felix Neureuther schonte sich zugunsten des Slaloms am folgenden Montag.

Simoncelli mit erster Bestmarke im Finale, Dopfer stark

Auf heimischem Hang zeigte im Finale Davide Simoncelli, dass er es immer noch kann: Als zweiter auf der Piste schob er sich mit einem Top-Lauf und Laufbestzeit weit nach vorne. Erst Fritz Dopfer, der erneut seine Klasse belegen konnte, schob sich vor ihn und macht mit dieser Leistung gleich einige Plätze gut. Andere versuchten diese Position zu übernehmen, scheiterten aber wie Benni Raich an zu wenig Angriffswillen oder wie Alexis Pinturault an zuviel Risiko - der Franzose schied über den Innenski aus. Als auch Kjetil Jansrud via Boot-out ausschied, hatte Dopfer bereits einen Top-Ten Platz sicher.

Blardone brennt Feuerwerk ab

Nach der Fahrt von Max Blardone jubelten nicht nur de Fans: Blardone selbst hieb vor Freude über seinen tollen Lauf mit dem Stock in den Schnee. Mit einer Laufzeit identisch der von Dopfer - beide fuhren die zweitbeste Laufzeit - hatte er die Führung übernommen, insbesondere im Steilhang war er sehr schnell. Damit löste er den zwischenzeitlich führenden Fanara ab. Doch die fünf besten des ersten Laufs standen da noch oben.

Entscheidung: Reichelt vor Schörghofer

Drei Österreicher standen unter den besten fünf - die ersten beiden konnten Blardone nicht verdrängen. Reichelt blieb dabei vor Schörghofer. Dass beide beileibe keine schlechten Läufe gezeigt hatten, bewies die Fahrt von Aksel Lund Svindal. Auf der schlagiger werdenden Piste verpasste der Norweger das Podium, fiel sogar hinter Dopfer zurück. Und auch Marcel Hirscher konnte nicht mehr zulegen: Nur Vierter im Ziel, hinter beiden Landsmännern - und die Italiener hofften auf einen Sieg des Lokalmatadors. Aber Ted Ligety stand noch im Starthaus. Der US-Topstar carvte aber auch zu verhalten, versuchte, den Vorsprung zu verwalten - und fiel damit seinerseits auf Rang vier zurück, knapp vor Hirscher. Auf dem Podium jubelten aber Blardone, Reichelt und Schörghofer.

In der Riesenslalom-Wertung bleibt Ligety dennoch Erster vor Hirscher, Fritz Dopfer verbessert sich auf Rang fünf. Am 19. Dezember folgt in Alta Badia noch ein Slalom auf der Gran Risa.