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Beat Feuz hat den Super-G von Gröden für sich entschieden. In 1:21,51 Minuten blieb er drei Zehntel vor Bode Miller, Dritter wurde Kjetil Jansrud. Feuz Siegfahrt war umso beeindruckender, als er mit hoher Startnummer den widrigen Bedingungen trotzte und den Sieg einfuhr. "Ich hab vom Start gehört, dass alle mit Rückstand ins Ziel kommen", so Feuz im Ziel. "Ich dachte, ich muss einfach voll riskieren und sehen was raus kommt."

Verkürzter Super-G

Nach zwei durch Nebel unterbrochenen Trainingseinheiten fand auch das erste Rennen in Gröden nicht bei besten Bedingungen statt. Der Start wurde wegen starken Windes verkürzt, Fahrzeiten etwas über 1,20 Minuten waren die Folge. Eine Startnummernlotterie war vorab befürchtet worden, ohne zu wissen, ob vordere oder hintere Nummern bevorteilt sein würden: Die vorderen sollten sich als Pluspunkt erweisen, denn die Schlüsselstelle Ciaslat wurde ruppiger, das abschließende Flachstück durch leichten Neuschneefall langsamer.

Jansrud und Miller legen vor

Mit Startnummer fünf konnte der Norweger Kjetil Jansrud als erster eine gute Linie über Ciaslat-Wiese finden. Kurz nach ihm nutzte Bode Miller den kurzen Lauf, um bei flachem Licht auf tückischen Terrain sein Skigefühl aus und durfte sich in die Leaderbox begeben. Stephan Keppler, im Vorjahr an gleicher Steller Zweiter, zeigt auf der Saslong wieder sein technisches Vermögen: 'Keppes' bewies einen Angriffswillen, den andere Topfahrer nicht aufbrachten und fuhr deshalb zurecht erneut ein Top-Ergebnis ein. "Ich war selbst ein bisschen überrascht. Ich dachte ich wäre langsamer, weil ich oben einen kleinen Fehler hatte", so Keppler nach dem Lauf. Es sollte für ihn zu Platz fünf reichen.

Enttäuschung für die Schweiz - bis Feuz kommt

Gleich einige Mitfavoriten hatten auf der doch recht weichen Saslong große Probleme. Enttäuschend verlief das Rennen zunächst insbesondere für die Eidgenossen: Nach den ersten 14 Startern waren bereits sechs Schweizer geschlagen, inklusive dem Beaver Creek-Sieger Sandro Viletta und dem weiterhin angeschlagenen Carlo Janka. Auch Didier Cuche kam nicht in die Top Ten. Erst Feuz mit hoher Startnummer rettete mit einer Ausnahmefahrt die Bilanz.



Klatsche für Österreich - nur Franz überzeugt

Auch andere Topfahrer wirkten zu verhalten: Romed Baumann, Christof Innerhofer oder Ivica Kostelic hatten mit den vorderen Plätzen nichts zu tun. Für die Österreicher gab es zudem kein Happy End: Joachim Puchner und Mario Scheiber blieben dank ihrer Startnummern drei und vier in den Top-Ten, das schaffte für die Ski-Großmacht danach noch Klaus Kröll - mit dem Sieg hatten aber alle nichts zu tun. Daran hätte Hannes Reichelt als Letzter der Top-Fahrer etwas ändern können - er kam mit Vorsprung in die Ciaslat, ging dann aber zuviel Risiko in die letzten Passagen und viel klar zurück. Mit Startnummer 54 klassierte sich Max Franz nach toller Fahrt schließlich noch als Fünfter und wurde damit bester Österreicher.

Stechert setzt Trainingsleistung um

Auch Andreas Sander hatte große Probleme mit der Strecke: Er landete weit abgeschlagen am Ende des Feldes. ganz anders Tobias Stechert: Er bewies, das seine Trainingsergebnisse keine Luftnummer waren und fuhr mit Startnummer 59 noch auf Platz 14 vor.

Top-Favoriten scheitern an der Saslong

In weiteren Rennverlauf verschlechterte die Piste sich immer mehr: Aksel Lund Svindal konnte sich bei diesen widrigen Bedingungen noch vorne reinfahren. Wer vor dem Flachstück das Tempo nicht voll mitnehmen konnte, war allerdings im Ziel geschlagen. Für Svindal sollte es immerhin auf Platz vier reichen, er verdrängte damit Stephan Keppler vom Podest. Doch auch Svindal blieb nicht auf dem Stockerl, denn mit Startnummer 26 raste Beat Feuz noch ganz nach vorne.

Svindal führt weiterhin

Durch seinen vierten Platz verteidigte Svindal sowohl die Führung in der Super-G-Wertung, als auch in der Gesamtwertung des Weltcups. In beiden ist der heutige Sieger Feuz sein erster Verfolger. In Gröden findet am 17. Dezember noch eine Abfahrt statt, an den beiden folgenden Tagen stehen dann in Alta Badia technische Wettbewerbe an.