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Bei der mit Spannung erwarteten ersten Saisonabfahrt im kanadischen Lake Louise hat sich der Altmeister durchgesetzt: Didier Cuche gewann knapp vor seinem Schweizer Landsmann Beat Feuz. Die Österreicher kamen mit Hannes Reichelt auf das Podium, verloren aber das erste Speed-Duell. Bester Deutscher wurde Andreas Sander ...

Kepplers Comeback ohne Fortune

Leichter Schneefall und schlechte Bodensicht kennzeichnete das Rennen auf dem 'Olympic Run' - die gefürchtete Wind-Lotterie blieb aber für die Abfahrt aus. Bei rund minus 10 Grad Celsius mussten die Athleten vor allem die immer stärker werdenden Bodenwellen antizipieren - denn ein Speedverlust verzeiht die Piste traditionell vor allem in den Gleitabschnitten nicht. Stephan Keppler als erster Deutscher verpasste trotz früher Startnummer eine Welle, wurde im Mittelteil weit abgetragen und konnte nur mit Mühe korrigieren. Der Rückstand war daher groß - doch für Keppler war das Comeback auf der ungeliebten Piste in Kanada kein Beinbruch, denn die Einstellung stimmte sichtlich. Für Punkte reichte es aber nicht.

Streitberger setzt erste Zeit - Miller und Theaux kontern

Der erste gute Lauf beim Speed-Auftakt gelang Georg Streitberger - der Österreicher durfte damit erst einmal in die Leader Box. Mehr als Platz zehn sprang aber letztlich nicht heraus. Überraschend schnell war Altmeister Bode Miller, der auf den letzten Metern die zwischenzeitliche Bestzeit knackte. Mit Startnummer 13 packte der im Training sehr starke Adrien Theaux aus Frankreich ein weiteres Zehntel drauf und übernahm die Führung. Aksel Lund Svindal legte im ersten Abschnitt zu, fuhr danach aber weite Wege und vergab damit einen Spitzenplatz.

Cuche lässt alle stehen

Mit der Startgruppe der besten Abfahrer kamen zuerst die großen Hoffnungsträger der Schweizer. Olympiasieger Didier Defago bei seinem Comeback ließ die letzte Aggressivität vermissen. Ganz anders Didier Cuche, der oben mit Abstand die beste Linie fuhr und diesen Vorsprung nicht mehr hergab. Über sechs Zehntel Führung bei einem Hundertstelrennen - ein Schock für die Konkurrenz. Romed Baumann versuchte im Anschluss, eine ähnliche Linie zu gehen - und kam immerhin bis auf 35 Hundertstel heran. Bei sich verbessernder Sicht versuchte im Anschluss Beat Feuz sein Glück - und hatte die Zeit des Altmeisters im Kreuz - trotz eines klaren Fahrfehlers fehlten dem Schweizer gerade einmal sechs Hundertstel zur Führung und damit zum Sieg.

Kröll verpasst das Podium

Weltmeister Christof Innerhofer fand in Lake Louise nicht seine Idealbedingungen vor - und konnte nicht überzeugen. Auch Silvan Zurbriggen gelang das nicht. Danach hofften die Fans der Österreicher, dass Klaus Kröll die Phalanz der Führenden würde durchbrechen können. Doch der neue Teamleader des ÖSV-Speedteams fand an mehreren Stellen nicht die beste Linie, nur im abschließenden Gleitstück machte er Boden gut. Mehr als Platz fünf war aber nicht mehr möglich. Nach den Topleuten konnten nur noch wenige der immer schlagiger werdende Piste eine gute Zeit abringen. Joachim Puchner gelang das: Das ÖSV-Talent platzierte sich als Achter gut und verbesserte damit seine Startposition in der Abfahrt. Besser als er machte es noch der Franzose Johan Clarey, der als Sechster am Ende zeitgleich mit Landsmann Theaux jubeln durfte. Als keiner mehr mit einer Bestzeit rechnete, überraschte Hannes Reichelt das Feld. Mit Startnummer 45 verfehlte er den Sieg nur um acht Hundertstel und wurde damit bester Österreicher.

DSV: Nur Sander in den Punkten

Tobias Stechert und Andreas Sander hatten sich die weiteren Startplätze des DSV gesichert. Ihr Ziel: Punkte sammeln. Stechert, der im Training nicht gut zurecht kam, steigerte sich und fuhr zunächst auf Rang 23. Am Ende verpasste er aber die Top 30 knapp. Andreas Sander machte es besser und lag als 16. nur 1,39 Sekunden zurück - eine tolle Leistung des ehemaligen Junioren-Weltmeisters.

Fazit: Schweiz gegen Österreich 1:0

Die großen Alpennationen haben das erste Abfahrtsrennen klar dominiert - die ersten fünf Plätze belegen Schweizer und Österreicher. Da die Eidgenossen vorne stehen, machen sie den Punkt. Die Franzosen haben ein starkes Team, Bode Miller scheint in guter Form zu sein. Es war sicher eines der spannenderen Abfahrtsrennen in Lake Louise. Am 27. November gibt es beim Super-G die Chance zur Revanche.