Salomon stellt mit Romed Baumann und Hannes Reichelt zwei sehr ambitionierte Fahrer gerade im Riesenslalom, also der Disziplin, in der nach dem Willen des Internationalen Skiverbands FIS ab der Saison 2012/2013 eine bedeutende Änderung beim Material erfolgen soll. Der Radius der Ski soll dabei bei den Herren von 27 auf 40 Meter erhöht werden. Wir sprachen dazu mit Günther Mader. Der ehemalige Top-Fahrer ist als International Racing Manager für den Rennsportbereich bei Salomon verantwortlich.

Frage: Wie bewertet Salomon die neuen Materialänderungen für den Leistungssport - was ist gut, was schlecht?
Günther Mader: Wir alle und natürlich auch Salomon sind interessiert an einem sauberen und so gut wie möglich Unfallfreien Skisport. Ich bin selbst lange genug im Weltcup gefahren und weiß aus Erfahrung, dass Veränderungen im Materialsektor immer „heiße Diskussionen“ herbeibringen, obwohl alle Beteiligten wissen, dass es Änderungen geben muss. Meiner Meinung nach ist die Entscheidung im Riesenslalom gegenüber den anderen Disziplinen etwas zu extrem ausgefallen.

Frage: Lassen sich so Verletzungsrisiken wirksam eindämmen?
Günther Mader: Ich glaube schon, dass vor allem die Kurvenkräfte reduziert werden und speziell Kreuz und Knie - vor allem die seitliche Belastung - der Racer entlastet werden. Der springende Punkt ist aber, dass die FIS auch alle anderen Faktoren, vor allem Kurssetzung, Anzüge, Protektoren und so weiter reguliert und in diesen Bereichen ebenfalls laufend Fortschritte unternimmt.



Frage: Ist das neue Reglement innerhalb gut eines Jahres umsetzbar - für Hersteller wie Aktive?
Günther Mader: Eineinhalb Jahre Zeit, um dies alles umzusetzen, schaut sehr lange aus - bleibt für uns aber trotzdem eine relativ kurze Zeit, da wir für die heurige Saison noch das jetzige Material optimieren müssen und unsere Racer im Winter nicht sehr viel Interesse haben werden, das neue Material zu testen. Für die Aktiven wird es nicht so schwierig umzustellen, wie man glaubt. Natürlich werden sich einige leichter tun und einige sich die Zähne ausbeißen. Sie haben aber circa acht Monate Zeit und dies sollte für die besten Skifahrer der Welt kein großes Problem sein.

Frage: Welchen Einfluss hat diese Entscheidung auf die Entwicklung von Freizeit-Verkaufsski?
Günther Mader: Im Prinzip sehr wenig - außer für alle Rennfahrer, die sich an die FIS-Regeln halten müssen. Unsere am Rennski orientierten Verkaufsprodukte hatten in den letzten Jahren schon kleinere Radien. Da geht es mehr um die weitere Entwicklung der Aufbauten verschiedener Verkaufsski und diese Produkte werden immer aus den Erfahrungen des Rennsports profitieren. Außerdem sind es gerade die Slalom-Rennski, die auch von ihrer Fahrweise und Radien vom Endkonsumenten am meisten benützt werden - und bei denen ändert sich ja fast nichts.