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Lindsey Vonn hat sich in einer sehr knappen Entscheidung die Kristallkugel der Super-Kombination wie im Vorjahr gesichert. Beim Tagessieg von Tina Maze genügte der Amerikanerin dazu Rang zwei. Maria Riesch kam als Dritte ins Ziel und rutschte damit auch auf Rang drei der Kombinationswertung ab.

Ausgangsbasis: Riesch von Vonn und Görgl
Maria Riesch oder Lindsey Vonn? Dieses Duell war erwartet worden vor dem finalen Showdown in der Super-Kombination in Tarvisio. Nach ihrem Sieg vor exakt einer Woche in Are hatte die Deutsche mit fünf Punkten vor Vonn und Elisabeth Görgl knapp die Führung in der Disziplin mit den wenigsten Rennen inne. Auch in diesem Winter waren nur drei Kombination angesetzt gewesen.

Vonn in der Pole Position
Die Protagonistinnen enttäuschten nicht: Vonn lag erwartungsgemäß nach der Abfahrt vorne, 42 Hundertstel betrug ihr Vorsprung auf Riesch und deutliche 1,3 Sekunden vor der nur an Platz zwölf klassierten Doppelweltmeisterin Görgl - sie hatte sich in Tarvisio schnell vom Rennen um die Kristallkugel verabschiedet. Gute Chancen auf den Tagessieg durften sich hingegen Anja Pärson und Tina Maze vor dem Slalom ausrechnen.

Maze mit Traumlauf
Im Finale jubelte zunächst Julia Mancuso, die allerdings im Speedbereich zuviel hatte liegen lassen, um noch auf das Podium vorzustoßen. Elisabeth Görgl konnte Mancuso an der Spitze ablösen. Auf der schnell weicher werdenden Piste taten sich die klassischen Abfahrerinnen natürlich schwer. Erst Tina Maze griff die Torstangen wieder im Stil einer Spezialistin an - und zertrümmerte Görgls Bestmarke und auch die bisherige Laufbestzeit klar um über eine Sekunde.



Riesch scheitert an Maze, Vonn holt sich die Kugel
Anja Pärson hatte ihre Probleme mit dem Kurs und fiel etwas zurück - am Ende wurde es Rang vier für die Schwedin. Dann kam der Auftritt von Maria Riesch. Die Deutsche wurde von einigen Wannen aus dem Rhythmus gebracht wirkte nicht frei - sie konnte Maze nicht an der Spitze ablösen. Dann kam der Auftritt von Vonn: Die Amerikanerin hatte auch eine Schrecksekunde zu überwinden, war dann aber voll da und ritt durch den weichen Kurs nur einen Hauch langsamer als Riesch - Platz zwei. Damit hatte Vonn im Punktekrimi die Nase knapp vorn, Maze sicherte sich mit ihrem Tagessieg Rang zwei, Riesch wurde Gesamtdritte und war daher nicht restlos glücklich.

Riesch: "Es ist schon ärgerlich..."
"Ich bin nicht so richtig ins Fahren gekommen", bemängelte Riesch. Es war nicht so, das man voll attackieren konnte. Es geht für mich um viel in den letzten Rennen. Ein Ausscheider wär doppelt ärgerlich gewesen." Doch auch dieses Ergebnis schmerzte: "Es ist schon ärgerlich, dass ich die Kugel nicht gewonnen habe. In Val d`Isere (Platz fünf, Anm.d.Red.) hab' ich mir da schon etwas verbaut. Es war eng beieinander - alles hätte passen müssen." Für die kommenden Speed-Rennen und die Entscheidung um die große Kugel ließ sich die Deutsche ab nicht beirren: "In Bezug auf den Gesamtweltcup war das jetzt nicht so schlimm - aber eigentlich muss ich jede Chance nutzen. Man muss in jedem Rennen alles geben, das werde ich tun. Ich bin gut drauf."

Vonn strahlt und stapelt tief
In Feierlaune war hingegen Lindsey vonn - vor allem wegend er guten Leistung im Slalom: "Ich bin sehr stolz auf diesen Lauf. Er war sicher nicht schön, aber es war keine schlechte Zeit. Ich wollte Maria schlagen, weil sie die große Kugel gewinnen wird. Ich bekomme dafür noch diese kleine", stapelte Vonn tief und ergänzte: "Ich habe alles riskiert, ich habe gekämpft" - das wird sie auch in den kommenden acht Wettbewerben tun.

Stiepel holt erste Punkte
Von den beiden weiteren deutschen Starterinnen sammelte nue eine Punkte. Für Isabelle Stiepel war das eine Premiere, entsprechend zeigte sie sich zufrieden: "Ich denke mal, es hat heute gut angefangen. Ich hoffe, dass ich das ab jetzt immer so runterbringe. Es war schon als Dritte relativ weich auf der Piste," verriet sie im Ziel und drückte ihrer Teamkollegin Riesch im Ziel die Daumen - vergeblich. Sie konnte aber mit Platz 13 sehr zufrieden sein. Viktoria Rebensburg hatte den Slalom nicht bestritten und den Abfahrtslauf am Morgen als Extra-Training genutzt.