© Francis BOMPARD/AGENCE ZOOM
Die Piste Stelvio in Bormio hat den Fahrern des alpinen Ski Weltcups kurz nach Weihnachten wieder alles abverlangt. Über rund zwei Minuten Fahrtzeit leistete sich dabei der Österreicher Michael Walchhofer die wenigsten Fehler und gewann vor Silvan Zurbriggen und Christof Innerhofer. Stephan Keppler belegte als bester Deutscher Rang neun und unterstrich damit seinen aktuellen Formstand.

Harte Prüfung - Sander und Stechert ausgeschieden
Wie hart man in Bormio ans körperliche Limit gehen muss, hatten schon die zwei schweren Trainingstürze von Louis-Pierre Helie aus Kanada und Marco Sullivan aus den USA bewiesen. Im Rennen erwischte es auch die Besten: Der Österreicher Klaus Kröll übersah eine Welle, verkantete mit dem Ski uns stürzte in Richtung Ziel, auch Landsmann Mario Scheiber und Robbie Dixon sahen das Ziel nicht - ein Schicksal, dem sich auch die Deutschen Tobias Stechert und Andreas Sander zu fügen hatten.

Innerhofer setzt erste Marke
Unter den ersten Startern waren gleich mehrere, die in den Trainings auf sich aufmerksam gemacht hatten: Georg Streitberger und Christof Innerhofer wurden diesem Anspruch auch gerecht: Der Österreicher fuhr auf Position fünf, Lokalmatador Innerhofer setzte die erste Bestmarke, die lange Bestand haben sollte. Und er wusste, was ihm geglückt war, denn er ballte im Ziel die Faust. Trotz Startnummer drei.

Keppler mit Wunschergebnis
Kurz danach durfte Stephan Keppler auf die Piste - und der knüpfte ebenfalls an die starken Trainingsleistungen an. Bis kurz vor Schluss lag er auf Augenhöhe mit Innerhofer, dann ging etwas die Kraft aus, die letzten Schwünge waren daher abseits der Ideallinie. Schon beim ersten Fazit im laufenden Rennen zog Keppler ein selbstbewusstes Fazit: "Es geht ja immer ein bisschen mehr," sagte er. "Ich habe den Schwung an der Traverse etwas zu früh angesetzt und unten ist mir die Kraft ein bisschen zu früh ausgegangen. Aber das Selbstvertrauen ist da!" Am Ende wurde es Rang neun für den 27-Jährigen, der damit seinen Podiumsplatz aus Gröden bestätigte.



Zurbriggen und Walchhofer gewinnen
Gefahr drohte Innerhofers Zeit erst mit dem Auftritt des Abfahrts-Führenden Silvan Zurbriggen. Auch in Bormio gelang dem Schweizer eine exzellente Fahrt, vor allem im letzten Drittel setzte er die Maßstäbe. Sein Lohn: Rang zwei, nur acht Hundertstel hinter dem Sieger und damit auch die Führung im Gesamtweltcup. Dass er dennoch das rote Leibchen verlor, hängt mit dem Sieger des Tages zusammen: Michael Walchhofer zeigte im ersten Drittel eine spektakuläre Linie und zehrte von diesem Vorsprung bis ins Ziel. 1:59,66 Minuten war seine Siegerzeit, die ihn auch in der Abfahrtswertung wieder knapp nach vorne spült.

Nächster Stopp: Lauberhorn
Für die Abfahrer gibt es nun eine Verschnaufpause, ehe die ganz großen Klassiker warten: Wengen und Kitzbühel stehen Mitte bis Ende Januar auf dem Programm.