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Wenn im späten Oktober am Rettenbachferner die neue Saison ansteht, dann bricht im ganzen Alpenraum das Ski-Fieber aus. Lange, sehr lange, haben die Stars der Szene nur aus der Ferne gebloggt und über Trainingsleistungen referiert. In diesem Jahr war der Tenor eindeutig: Fast alle Athleten berichteten über tolle Bedingungen und einen guten Formaufbau. Um so spannender wird der erste Wettkampf, denn jetzt zeigt sich, was wirklich Sache ist.

Zweiter besser als Erster?
Doch auch wenn der Sieger in Sölden sich das Leibchen des Führenden im Weltcup überstreifen darf: Wer in Sölden gewinnt, der wird laut den Erfahrungen der letzten Jahre nur ganz selten auch Weltcup-Champ. Von den letzten acht Siegern und Siegerinnen schaffte es nur Denise Karbon in der Saison 2007/2008, die gute Frühform bis zum Saisonende durchzuhalten. Interessanter ist da fast schon die Frage, wer am 23. und 24. Oktober auf Platz zwei einfährt. 50 Prozent der Zweitplatzierten beim Auftakt haben nämlich seit 2005 am Ende die kleine Kugel erringen können. Ein gutes Omen?

Sölden ist speziell
Fakt ist: Sölden ist ein besonderes Rennen. Zum einen, weil es sehr früh kommt - bis zum zweiten Einsatz in Levi vergehen ja noch drei weitere Wochen. Erst fünf Wochen später schnallen die Speed-Asse ihre Latten an. Jetzt sind alle Athleten noch frisch, daher schneiden die Allrounder zumeist besser ab, als bei den Riesenslaloms der zweiten Saisonhälfte. Spezialisten wie die Italiener Simoncelli und Blardone haben es gegen Svindal, Cuche, Raich, Janka und Co. in Sölden schwerer.



Steile Gletscherpiste
Zudem hat Sölden ein extremes Profil: Sehr steil, recht schwer - nicht jedermanns Sache. Ted Ligety, Aksel Lund Svindal und Didier Cuche haben hier schon auf dem Podium gestanden und werden wieder um den Sieg mitfahren - wenn die Form stimmt. Bei den Damen haben sich vor allem Tanja Poutiainen und Kathrin Zettel besonders wohl gefühlt. Letztere hat aber Probleme in der Vorbereitung gehabt. Die Charakteristik kann auch Katy Hölzl entgegen kommen, die erstmals als Weltcupsiegerin aufläuft.

Wie gut sind die Deutschen?
Aber 2010 gilt wie immer: Neues Spiel, neues Glück. Kjetil Jansrud und Marcel Hirscher können vor einer großen Saison stehen, aus deutscher Sicht stehen mit Hölzl, Viktoria Rebensburg und Maria Riesch erstmals drei Deutsche in der ersten Startgruppe. Die Erwartungshaltung ist in Deutschland damit gerade am Samstag hoch. Bei den Herren dürfen wir auf den Saisonstart von Felix Neureuther genauso gespannt sein wie auf das Debüt von Youngster Stefan Luitz.

Österreich hofft auf guten Start
Für Österreich geht es im ersten Rennen der Saison auch um viel. Der Neustart gerade im Herrenteam mit Chefcoach Mathias Berthold könnte mit Raich und Hirscher als Leader sehr erfolgreich werden. Doch gerade die Schweizer um Didier Cuche und Carlo Janka fordern die Nachbarn zum offenen Schlagabtausch. Bei den Damen sind vor allem die DSV-Mädels und US-Überfliegerin Lindsey Vonn zu beachten. Da Kathrin Zettel zuletzt nicht schmerzfrei war, ist ein Heimsieg weniger wahrscheinlich, zumal Marlies Schild in Sölden noch passt. Die Hoffnungen ruhen damit auf Elisabeth Görgl und Andrea Fischbacher.Ganz oben darf man hingegen Tina Maze erwarten.

Riesenslalom: Auf zum ersten Akt!
Sölden als Opener ist auch immer eine Materialschau. Mit Aksel Lund Svindal, seiner Flamme Julia Mancuso, Ted Ligety, Tanja Poutiainen und Kjetil Jansrud haben gleich einige der Protagonisten von Sölden neue Skier am Start, für sie ist das Rennen eine zusätzliche Standortbestimmung. Aber auch der Rest will im ersten Rennen möglichst keinen Fehlstart hinlegen. Je acht Riesenslaloms stehen in diesem Weltcup-Winter an. Der Vorhang geht am 23. und 24. Oktober zum ersten Akt auf.

Bei uns verpasst ihr vom Rennen nichts. Im Eventspecial zu Sölden berichten wir im Liveticker von den Ereignissen auf der Rennstrecke. Beim Tippspiel könnt ihr wieder auf eure Favoriten setzen.