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Am Ende des ersten Tages beim Weltcupfinale in Garmisch-Partenkirchen lachte Maria Riesch mit der Sonne um die Wette. In der achten und letzten Abfahrt des Winters 2009/2010 raste die Partenkirchenerin der Konkurrenz auf und davon. Dabei ließ sie auch der Olympiasiegerin und besten Abfahrerin des Winters Lindsey Vonn nicht den Hauch einer Chance.

Riesch pulverisiert Bestzeit
Auf der umgebauten alten Kandahar-Piste, auf der früher die Herren um Siege fuhren, präsentierte sich Maria Riesch in bestechender Form. Die 25-Jährige aus Partenkirchen fuhr nahezu fehlerlos und pulverisierte die Bestzeit von Nadja Kamer um 1,22 Sekunden. "Als ich gesehen habe, wie groß mein Vorsprung ist, habe ich gehofft, dass es heute noch einmal zum Sieg reichen könnte", sagte Riesch anschließend. Spätestens als direkt nach ihr Lindsey Vonn die Zeit von 1:34,82 Minuten um 48 Hundertstel verpasste, war Riesch klar, dass ihr zweiter Abfahrtssieg dieses Winters zum Greifen nah war. Als dann auch noch die letzten Starterinnen an ihrer Vorgabe scheiterten stand Riesch als strahlende Siegerin fest. Die Zeit von Kamer unterbot nur noch Anja Pärson, die sich damit den dritten Rang schnappte.

Vonn erhält Kristall
Bereits vor der letzten Abfahrt der Saison stand Lindsey Vonn als Siegerin der Disziplinwertung fest. Nach sieben Rennen lag die US-Amerikanerin uneinholbar vor Riesch. Die Deutsche blieb im ganzen Winter, die einzige Athletin, die die Olympiasiegerin in der Abfahrt schlagen konnte - und das zweimal. Die anderen sechs Weltcupabfahrten gewann alle Vonn, die sich damit zum dritten Mal in Folge über die kleine Kristallkugel freuen kann. Im Gesamtweltcup ist zwar nach der Abfahrt immer noch keine endgültige Entscheidung gefallen, aber bei drei ausstehenden Rennen und einem Rückstand von 225 Punkten sieht Riesch dort keine Chance mehr. Schon nach dem ünglücklich verlaufenen Weltcup in Crans Montana (SUI) am vergangenen Wochenende hatte sie den Kampf um die große Kristallkugel abgehakt.

Stechert zum Abschluss in den Punkten
Anders als bei den üblichen Weltcuprennen erhalten beim Finale nur die ersten 15 Punkte. Es sind dabei auch immer nur die besten 25 einer Disziplin und die jeweiligen Juniorenweltmeister qualifiziert. Außerdem dürfen alle Athleten starten, die insgesamt mehr als 500 Punkte auf ihrem Konto haben. Gina Stechert zählte neben Maria Riesch zu den Top 25 des Abfahrtsweltcup. Zum Abschluss der Saison zeigte sie zwar keinen fehlerfreien Lauf, sicherte sich mit Platz 13 aber noch einmal 20 Punkte.