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Am 7. April gründeten acht italienische Ski-Stars die Associazione Italiana Sciatori (AIS), eine Gewerkschaft. Die Gründungsmitglieder Massimiliano Blardone, Chiara Costazza, Christian Deville, Werner Heel, Denise Karbon, Manfred Mölgg, Manuela Mölgg und Davide Simoncelli werden darin in Verbindung mit dem neuen Präsident und Sportrechts-Spezialisten Ugo dal Lago versuchen, ihre Interessen zu vertreten.

"So kann es nicht weitergehen"
"Die Idee für diese Gewerkschaft kam vom Präsidenten, Ugo dal Lago, der eine langjährige Erfahrung im Sportrecht hat", erklärt Mitarbeiter Luca Complojer gegenüber ski2b.com. "Mit Sicherheit haben bestehende Misstände im italienischen Skiverband zur Gründung der Italienischen Skisportlervereinigung geführt. Ausschlaggebend war nichts Konkretes, lediglich die Überzeugung, dass es so kaum weitergehen kann, wir sehen es ja am Beispiel Rossignol."

Rossignol im Brennpunkt
Dort stehen Stars vor drastischen Gehaltskürzungen als Teil der Sanierungsmaßnahmen des Ski-Herstellers, die auch die Rennsportabteilung betreffen. Insbesondere sind die Geschwister Mölgg, Werner Heel und Christoph Innerhofer hier direkt betroffen, Innerhofer hat bereits angedeutet, freiwillig auf Teile seines Fixums verzichten zu wollen. Gerade hier hat eine Gewerkschaft die Möglichkeit anzusetzen.



Rechte stärken
Die Alpinen sollen jedoch nicht die einzigen Teilnehmer bleiben. "Die alpinen Skisportler sind sicherlich diejenigen, die am meisten Repräsentativitätscharakter haben, deshalb die Gründung durch acht Alpine", so Complojer. Auch für die Aktiven anderer Wintersportdisziplinen will die Vereinigung "einen aktiven Beitrag zur Entwicklung des Wintersports leisten und die Persönlichkeitsrechte der Athleten stärken und schützen".

Reformen für Italiens Skiverband?
Ein hartes Stück Arbeit liegt vor der AIS. Die alpinen Sportler klagten bisher hauptsächlich darüber, dass ihre Gesundheit bei einigen Rennen mit schwierigen äußeren Bedingungen nicht immer erste Priorität zu haben schien - Ziel solcher Kritik waren die FIS, die Vermarkter und Veranstalter. Angriffsfläche bot in Italien auch der nationale Verband. Luca Complojer deutet hier Gesprächsbedarf an: "Einige organisatorische Angelegenheiten müssen sich mit Sicherheit ändern, damit die Skiathleten auch weiterhin erfolgreich sein können".

Strategische Optionen
Nun kommen auch die Hersteller ins Spiel - im Zuge der Wirtschaftskrise wollen die ihre Kosten auch im Rennsportbereich senken. Leidtragende könnten die Athleten sein - vor allem, wenn die Leistung einmal nicht stimmt. Es gibt aber auch Chancen - mit der Gründung von 'Euroski' ist neben der FIS ein zweiter möglicher Verhandlungspartner dazugekommen, eine strategische Option.

Wie hoch ist das Potenzial?
Letztlich wird das Konfliktpotenzial über den Erfolg der AIS entscheiden. Neben rechtlichen Schritten in Einzelfällen haben die Aktiven wohl vor allem eine Waffe - sie können streiken. Das wird bei acht italienischen Stars den Weltcup nicht zum Erliegen bringen. Aber vielleicht kommen in anderen Ländern ähnliche Institutionen nach. "Ich denke, dass unsere Organisation Vorbildcharakter auch für die anderen Länder haben wird", schließt Complojer.