In einem überraschenden Schritt haben Österreich, Italien, die Schweiz und Frankreich am 2. Mai einen europäischen Wintersportverband gegründet. Die European Ski Federation (Euroski) will den Wintersport fördern und die Mitgliedsverbände im internationalen Geschehen unterstützen. Einladungen an weitere europäische Nationen, darunter auch Deutschland, sollen in Kürze herausgehen. Erster Präsident ist ÖSV-Chef Peter Schröcksnadel.

Konflikte vorprogrammiert
Europa formiert sich - was lapidar klingt, könnte für den Skisport weitreichende Folgen haben. Die Tatsache, dass vier große Mitglieder der der Ski-Weltverbandes FIS nun separat eigene Interessen verfolgen wollen, legt einen kommenden Disput mit der Dachorganisation um Präsident Gian Franco Kasper nahe. "Auch Problematiken wie die Auswirkung der Wirtschaftskrise, der internationale Rennkalender, die damit zusammenhängenden Reisekosten, Fernsehrechte, Werbeeinnahmen sowie Continentale Rennserien sollen behandelt werden", ist in der Gründungserklärung beim Österreichischen Skiverband zu lesen - dass kann nur heißen, dass sich Euroski weniger Übersee-Wettbewerbe erhofft.

Galionsfigur Schröcksnadel
Auch die Wahl des ersten Präsidenten lässt auf eine schwierige Anfangsphase schließen - Peter Schröcksnadel ist mit der FIS schon öfter auf Konfrontationskurs gegangen und hat dazu in seiner neuen Funktion neue Möglichkeiten. Zwar soll laut Satzung der Vorsitz alle zwei Jahre wechseln, die Entscheidung für den mächtigen Österreicher dürfte ein klares Zeichen sein, dass die Verbandsgründung kein bloßer Warnschuss vor den Bug des Flaggschiffs FIS sein wird. Welche Ziele der neue Verband genau zu erreichen hofft, soll auf einer Pressekonferenz Ende Mai verlautbart werden.