In Maribor ging für die alpinen Skirennläuferinnen eine Zeit der Technikrennen zu Ende. Da vor der WM im Februar nur noch jeweils ein Slalom und ein Riesenslalom auf dem Programm stehen, sind die Ergebnisse aus Slowenien ein guter Indikator für das Highlight der Saison.

Italienerinnen im Riesenslalom eine Macht
Im Riesenslalom sicherte sich zwar Tina Maze den Sieg, aber dieser Erfolg war begünstigt durch ihren Heimvorteil. Zwar ist die Slowenien immer für ein Top-Ergebnis gut, aber zu den WM-Favoritinnen zählt sie dennoch nicht. Ganz anders dagegen die Italienerinnen, die mit geballter Power in den zweiten Durchgang carvten. Gleich sieben Athletinnen aus Italien erreichten in Maribor das Finale. Und sie werden in Val d’Isère ein Wörtchen bei der Vergabe der Medaillen mitreden. Denise Karbon fand als Zweite rechtzeitig vor der WM annähernd zurück zu der Stärke, die sie im vergangenen Winter dominieren ließ. Dazu kommen Manuela Mölgg, Nicole Gius und in Maribor auch eine überzeugende Karen Putzer. Alle vier landeten beim vorletzten Riesenslalom vor der WM in den Top 13. Jan. 2009

Skination Nummer eins mit Problemen
Ganz anders sah es da bei den Österreicherinnen aus. Vor zwei Jahren stellten sie in Are (SWE) mit Nicole Hosp noch die Weltmeisterin. Nun gehen sie am Stock, denn mit Marlies Schild und Hosp fallen die Top-Technikerinnen aus, wobei die Skination hofft, dass die Titelverteidigerin noch rechtzeitig fit wird. Das Finale am vergangenen Samstag erreichten gerade einmal drei Athletinnen. Dennoch haben sie mit Kathrin Zettel eine potenzielle Siegkandidatin, schließlich gewann die 22-Jährige diesen Winter schon zwei Riesenslaloms. Beim elften Rang in Maribor war sie allerdings aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Die anderen beiden Österreicherinnen im Finale waren Elisabeth Görgl und Michaela Kirchgasser. Bei Kirchgasser zieht es sich wie ein roter Faden durch die vergangenen Rennen: Die 23-Jährige ist nur im zweiten Durchgang schnell, im ersten lässt sie immer zu viel Zeit liegen, sodass sie meist nicht über einen Platz zwischen zehn und 20 hinauskommt. Bei Görgl fehlt derzeit einfach die nötige Konstanz. Im Slalom machten sie es besser. Zettel wurde Zweite und Kirchgasser fuhr immerhin auf den siebten Rang. Allerdings wurde auch hier deutlich, dass der Nachwuchs der Österreicher noch nicht soweit ist, denn sieben Athletinnen schieden im ersten Durchgang aus oder waren für einen Platz in den Top 30 zu langsam.

Riesch schwingt sich zur Slalom-Queen auf
Im Slalom haben die Deutschen derzeit allen Grund zum Jubeln. Maria Riesch gewann in Maribor das vierte Rennen in Folge und stellte damit einen Uralt-Rekord ein. Auch die Deutlichkeit ihres Erfolges macht Riesch zur Top-Favoritin für den WM-Slalom. Im Gesamtweltcup baute die Partenkirchenerin ihren Vorsprung auf Lindsey Vonn weiter aus, sodass Deutschland weiter von der ersten großen Kugel seit 1998 träumen darf. Zudem qualifizierte sich ihre Schwester Susanne mit Rang zwölf für die Welttitelkämpfe in Frankreich. Auch im Riesenslalom gab es im deutschen Lager Grund zur Freude, denn dort kehrte Kathrin Hölzl auf das Podium zurück und scheint hier endlich den Schalter umgelegt zu haben.



Die finnische Alleinunterhalterin
Einen starken Eindruck hinterließ in Maribor einmal mehr in dieser Saison Tanja Poutiainen. Die Finnin ist zwar nicht alle im Nationalkader, aber Sanni Leinonen und Tii-Maria Romar orientieren sich an ihr und nicht umgekehrt. Poutiainen bestätigte in Slowenien mit den Rängen vier und drei, dass sie in diesem Jahr in den beiden technischen Wettbewerben konstant vorne dabei ist. Für die WM bedeutet dies, dass die finnische Alleinunterhalterin eine Medaille anvisieren kann. Ihre guten Leistungen schlagen sich natürlich auch im Gesamtweltcup nieder, wo die 28-Jährige nach den vielen technischen Rennen auf dem zweiten Platz liegt.

Erste Speed-Rennen seit St. Moritz warten
Diesen wird sie bis zur WM (3.-15. Februar) wieder verlieren, denn nun stehen erst einmal die Speed-Fahrerinnen im Fokus. "Wir hatten viele technische Events nacheinander, aber nun ist es Zeit für Abfahrt und Super-G", freut sich Maria Riesch darauf, dass es wieder schnell wird, die nun Lindsey Vonn in die Favoritenrolle im Gesamtweltcup drängt: "Lindsey ist in beiden Disziplinen sehr schnell. Ich denke, sie ist nun dran und Tanja nimmt an beiden nicht teil." Lindsey Vonn, die sich wie Riesch in diesem Winter überraschend stark präsentiert, ist ebenfalls voller Vorfreude: "Ich bin wirklich aufgeregt, in den Speed-Bereich zurückzukehren. Das war ein sehr großer technischer Block." Am kommenden Wochenende steht in Altenmarkt-Zauchensee (AUT) der erste Speed-Weltcup nach dem 20. Dezember in St. Moriz (SUI) statt, bei dem sich die Skirennläuferinnen in einer Super-Kombination und einer Abfahrt beweisen müssen. Danach folgt Cortina d’Ampezzo (ITA), wo neben einem Riesenslalom zwei Abfahrten und ein Super-G ausgetragen werden.