Rainer Schönfelder hat die Notbremse gezogen und die Saison vorzeitig beendet. Der österreichische Skirennläufer versuchte nach einer Verletzung bis Zagreb (CRO) vergeblich, den Anschluss an die Weltspitze wiederherzustellen. Nun hört der 31-Jährige auf seine innere Stimme: "Mein Körper sagt mir: Bis hier her und nicht weiter."

Nervengewebe zerstört - Kein Gefühl im Bein
In Sölden hatte sich Rainer Schönfelder beim Einfahren am Unterschenkel verletzt. Die Blessur weitete sich aus, sodass der Kärntner auf einem zehn mal zehn Quadratzentimeter großen Hautareal im Bereich des Skischuhrands aufgrund zerstörten Nervengewebes kein Gefühl hat. "Ich hab dort keine senso-motorische Wahrnehmung, also kein Gefühl. Damit ist die Schwungansteuerung Zufallssache, weil ich nicht spür, wie der Ski steht, wann ich Druck geben muss und so weiter. Es ist ungefähr so, wie wenn man in Skischuhen
Foxtrott tanzen will, da fehlt´s dann auch am Feingefühl."
In Absprache mit den Trainern lässt Schönfelder nun die WM-Saison sausen, ist aber davon überzeugt, dass die Entscheidung richtig ist: "Es ist mir schwer gefallen, aber im Moment, in dem ich sie getroffen hatte, wusste ich: es ist die einzig richtige!"

Auszeit auf unbestimmte Zeit
Einen Termin für sein Comeback hat sich der zweifache Bronze-Gewinner von Olympia 2006 nicht gesetzt. Ob und bis wann sich die Nervenstrukturen in seinem Bein nachbilden kann, kann derzeit niemand sagen: "Es gibt Einschätzungen von sechs Monaten bis zu einem Jahr - Ruhe unterstützt den Prozess sicher besser."