Nach dem stimmungsgeladenen Nachtslalom am Dienstag in Zagreb (CRO) geht es für die Herren auch im zweiten Weltcup des neuen Jahres in den technischen Disziplinen zur Sache. So bietet der bekannte Chuenisbärgli in Adelboden die letzte Chance, sich im Riesenslalom noch für die Weltmeisterschaft im Februar zu qualifizieren.

Berthod auf "seinem Hang" unter Zugzwang
Während Daniel Albrecht das rote Trikot des besten Riesenslalomfahrers der Saison beim Heimspiel auf dem Chuenisbärgli trägt, ist sein Landsmann Marc Berthod darauf angewiesen, in Adelboden in die Top 15 zu fahren. Berthod erreichte bisher nur zum Auftakt der Saison in Sölden (AUT) als 15. so gerade die Top 15. Danach fuhr der Schweizer der Form der vergangenen Jahre hinterher. Nun will er wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Da kommt ihm der Chuenisbärgli gerade recht, denn hier feierte Berthod vor zwei Jahren im Slalom seinen ersten Weltcupsieg. Seinen zweiten ließ er ein Jahr später an gleicher Stelle folgen, sodass der Chuenisbärgli zu "seinem Hang" wurde. Albrecht hingegen gewann von den vier Riesenslaloms in diesem Winter bereits zwei. Vor heimischer Kulisse möchte er natürlich gerne seinen dritten folgen lassen. In guter Verfassung präsentierte sich im Riesenslalom bisher auch Didier Cuche. Der 34-Jährige erreichte immer die Top Sechs.

Ligety will rotes Trikot zurück
Die besten Chancen, den Schweizern das Heimspiel zu versalzen, hat Ted Ligety. Der US-Amerikaner gewann im vergangenen Jahr die kleine Kristallkugel des Riesenslaloms und will mit einem guten Resultat das rote Trikot zurück, das er bereits nach zwei Rennen in diesem Winter überstreifen konnte. Er liegt nur vier Punkte hinter Albrecht, aber auch nur zwei vor Cuche. Dahinter befindet sich Benjamin Raich in Lauerstellung. Der Österreicher konnte in diesem Winter bereits einmal triumphieren und kommt in Richtung WM immer besser in Schwung. Zu den weiteren Favoriten zählen Carlo Janka, der Shootingstar aus der Schweiz, der die WM-Generalprobe im Dezember gewinnen konnte, und Aksel Lund Svindal. Der Norweger verlor am Dienstag die Weltcup-Gesamtführung und möchte diese von Jean-Baptiste Grange zurückerobern.

Slalom-Weltcup wird zum Duell
Im Slalom ist der Druck nicht ganz so groß, zumindest was die Erfüllung der jeweiligen nationalen WM-Norm betrifft, denn es stehen mit Adelboden noch fünf Rennen im Stangenwald an. Adelboden ist für die Artisten im Stangenwald der vierte Auftritt in dieser Saison. Das rote Trikot trägt hier Jean-Baptiste Grange. Der Franzose hat zwei Rennen für sich entschieden. Der Einzige, der Granges Tempo mitgehen kann, ist bisher Ivica Kostelic. Er siegte einmal und verpasste am Dienstag vor heimischer Kulisse in Zagreb nur hauchdünn den ersten Rang. In Adelboden möchte der Kroate den Spieß aber wieder umdrehen.

Raich und Mölgg in Lauerstellung
Hinter dem Duell warten Benjamin Raich und Manfred Mölgg nur auf einen Ausrutscher der beiden. Raich hatte in Zagreb wie andere Top-Athleten mit schlechten Bedingungen zu kämpfen. Der Pitztaler deutete aber mit Laufbestzeit im Finale an, dass er auch in seiner zweiten Paradedisziplin wie im Riesenslalom aufdreht. Mölgg, der Grange beim Weltcupfinale vor heimischem Publikum in Bormio noch den Sieg in der Disziplinenwertung streitig machte, konnte in diesem Winter noch keinen Podestplatz verbuchen. Dies möchte der Italiener aber mit Blick Richtung Val d’Isère (FRA) schnell ändern.



Zuversicht bei Neureuther
Möglichst schnell zu alter Stärke möchte auch Felix Neureuther zurückkehren. Der Partenkirchener konnte bisher die geforderten Ergebnisse zur Erfüllung der WM-Norm des Deutschen Skiverbandes nicht erreichen. In Zagreb carvte der 24-jährige Hoffungsträger aber zumindest wieder in die Punkte und ist vor den entscheidenden Rennen vor der WM zuversichtlich: "Mit Adelboden verbinde ich gute Erinnerungen. Im letzten Jahr war ich dort Dritter. Mir liegt diese Piste, ich freue mich auf das Rennen und werde mir in den nächsten Tagen im Training die nötige Sicherheit erarbeiten, um auch heuer wieder in den Kampf um einen Spitzenplatz eingreifen zu können. Die Slalomsaison geht jetzt richtig los, nach Adelboden folgen die Klassiker in Wengen, Kitzbühel, Schladming und schließlich mein Heimrennen in Garmisch-Partenkirchen."

Das Programm von Adelboden (SUI) im Detail:
Samstag, den 10. Januar Riesenslalom
10:15 Uhr 1. Durchgang
13:15 Uhr 2. Durchgang
Sonntag, den 11. Januar Slalom
10:15 Uhr 1. Durchgang
13:15 Uhr 2. Durchgang

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