Der Ski-Weltcup der Damen in St. Moritz wurde vom schlechten Wetter beherrscht. Die Super-Kombination und der Super-G konnten nicht in vollem Umfang durchgeführt werden, die Abfahrt fiel komplett aus. Für die Geschichte des Wochenendes sorgte Lara Gut.

Selten gleiche Bedingungen für alle
Sowohl die Super-Kombination als auch der Super-G wurden von böigem Wind und Schneefall begleitet. Die Bedingungen während der Wettbewerbe waren nicht immer für alle Beteiligten gleich, sodass das Wort Fairness beziehungsweise das Gegenteil in einigen Aussagen der Skirennläuferinnen genannt wurde. Letztendlich ist Ski alpin aber ein Freiluftsport, bei dem die Athleten mit wechselnden Bedingungen leben müssen. Schon der Super-G der Kombination musste aufgrund der Windverhältnisse in St. Moritz verkürzt ausgetragen werden und auch beim Spezial-Super-G starteten die Damen weiter unten. Dass die Pistenpräparation der Corviglia bei heftigen Schneefällen nicht für alle gleich sein kann, kam dann noch dazu. Am Sonntag wehte es dann so, dass die Austragung der Abfahrt, die ursprünglich für Samstag vorgesehen war, ausfiel.

Jüngste Weltcup-Siegerin im Super-G
Die sportlichen Schlagzeilen schrieben bei den beiden ausgetragenen Rennen vor allem die Lokalmatadorinnen. Zunächst kombinierte sich Fabienne Suter vor heimischem Publikum als Dritte auf das Podium der ersten Super-Kombination des Winters. Die Schweizerin machte es dann einen Tag später noch besser. Im Super-G erreichte Suter Rang zwei und wurde dabei nur von ihrer Landsfrau Lara Gut getoppt. Gut profitierte bei ihrem ersten Weltcup-Sieg von Startnummer eins, durch die sie noch bessere Bedingungen vorfand als die Starterinnen hinter ihr. Damit löste die erst 17-Jährige Alenka Dovzan aus Slowenien als jüngste Super-G-Siegerin im Weltcup ab. An die jüngste Weltcup-Siegerin aller Zeiten kam aber auch die Schweizerin nicht heran. In der Saison 1972/73 gewann die Deutsche Pamela Behr in Val d’Isère (FRA) den Slalom mit 16 Jahren und vier Monaten. Einen Tag vor ihrer geschichtsträchtigen Fahrt wusste Gut bereits als Fünfte im Super-G zu überzeugen. Insgesamt zeigten sich die Damen von Swiss Ski stark, denn beim schweizerischen Doppelsieg fuhren vier Athletinnen in die Top Ten.

Pärson und Hosp melden sich zurück
Im Kampf um den Gesamtweltcup haben sich zwei Favoritinnen in St. Moritz zurückgemeldet. In der Super-Kombination feierte Anja Pärson ihren ersten Saisonsieg. Für die Schwedin war es bereits der 39. Weltcup-Erfolg. Dass die Schwedin auch im Super-G hätte gewinnen können, beweist die Tatsache, dass sie trotz der widrigen Bedingungen noch auf den vierten Rang raste. Durch die 150 Punkte meldete sich die 27-Jährige im Kampf um die große Kristallkugel zurück. Gleiches gelang Nicole Hosp. Die Österreicherin sammelte mit dem zweiten Platz in der Kombi und Rang fünf im Super-G 125 Zähler.



Vonn und Riesch trösten sich unter dem Weihnachtsbaum
Dabei waren Pärson und Hosp auch Nutznießer vom schlechten Abschneiden von Lindsey Vonn und Maria Riesch. Die Gesamtweltcup-Siegerin aus den USA musste den schweizerischen Nobel-Skiort ohne Punkte verlassen. Maria Riesch fuhr zumindest 50 Punkte in der Super-Kombi ein. In ihrer Paradedisziplin Super-G, in der die Partenkirchenerin im vergangenen Winter noch die Disziplinenwertung gewonnen hat, schied sie aus und liegt nach zwei von sieben Rennen in dieser Wertung mit nur sieben Zählern weit abgeschlagen. Da Tanja Poutianen in St. Moritz nicht am Start stand, verteidigten Vonn und Riesch die Plätze eins und drei in der Gesamtwertung. Beim gemeinsamen Weihnachtsfest in Garmisch-Partenkirchen können sich die beiden Freundinnen von Familie Riesch und Ehemann Thomas Vonn nun aufmuntern lassen.

Semmering wartet mit technischen Rennen
Nach den Weihnachtstagen wartet nun Semmering (AUT) auf die Damen. Dort warten am 28. und 29. Dezember ein Riesenslalom und Slalom auf die Skirennläuferinnen. Auch von diesen Rennen berichtet ski2b natürlich im Liveticker!