Der Herren-Weltcup in Val d’Isère war der letzte Test für die alpine Ski-Weltmeisterschaft vom 3. bis zum 15. Februar 2009. Im ersten Rennen sorgten zahlreiche Ausfälle für Schlagzeilen, dann wurde der Erfolg eines Überraschungssiegers angezweifelt und letztendlich musste der abschließende Slalom abgesagt werden.

45 Ausfälle in der Super-Kombination
Zunächst begann der letzte WM-Test mit der in Beaver Creek abgesagten ersten Super-Kombination der Saison. Die Kombination aus Super-G und Slalom bewies deutlich, wie schwierig und anspruchsvoll die WM-Piste Face Bellevarde ist, denn von 73 gestarteten Athleten schieden sage und schreibe 45 aus. In die Reihe der Ausfälle reihte sich jede Menge Prominenz ein: Bode Miller, Aksel Lund Svindal, Didier Cuche, Ivica Kostelic und Daniel Albrecht, alle machten Fehler und schieden aus. Kombinations-Olympiasieger Ted Ligety machte im Stangenwald ebenfalls einen kapitalen Fehler, kam zwar ins Ziel, wurde aber aufgrund des zu großen Zeitrückstandes ohne Punkte bedacht. "Ich bin nicht so enttäuscht wie ich verärgert bin. Es war nicht einfach, weil es so eng und der Schnee uneinheitlich war", suchte Ligety nach Gründen für das schlechte Abschneiden. Ein Favorit behielt aber die Nerven und ließ sich bei perfekten Bedingungen nicht aus der Ruhe bringen. Benjamin Raich sicherte sich im kleinen noblen französischen Skiort den Sieg.

Jankas Start sorgt für Aufregung
In der Kombination hatte Carlo Janka schon mit der Bestzeit im Super-G für Aufregung gesorgt. Der schweizerische Senkrechtstarter, der in dieser Saison bereits in Lake Louise (CAN) als Zweiter sein erstes Weltcup-Podium einfuhr, feierte auf der WM-Piste seinen ersten Triumph. Anschließend sorgte allerdings der Start des 22-Jährigen im zweiten Durchgang für unnötige Aufregung. Ohne einen offiziellen Prostest verlangten die Österreicher von FIS-Renndirektor Günter Hujara, sich Jankas Start noch einmal anzuschauen. Die TV-Bilder zeigen den Aufreger, beweisen aber auch, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Laut FIS-Reglement dürfen die Skirennläufer im Weltcup nicht angleiten, also mit Schwung und aus der Bewegung die Zeitmessung auslösen. Janka hatte kurz angeschoben, dann aber wieder vor dem Auslösen des Zeitmessstabes gestoppt, sodass er nicht regelwidrig ins Rennen ging.



Wechselnde Bedingungen bevorteilen die ersten Starter
Neben dem fragwürdigen Start war der Riesenslalom vor allem durch die wechselnden Bedingungen gekennzeichnet. Im ersten Durchgang hatten die niedrigen Startnummern Vorteile, was sich dann auch im Ergebnis widerspiegelte. Manfred Mölgg, Aksel Lund Svindal und Max Blardone legten vor. Nur Janka konnte mit Startnummer 22 noch nach vorne fahren. "Es ist hart, wenn ein Rennen gestartet wird und die Ersten perfekte Bedingungen haben. Es wurde dunkel und du hast gar nichts mehr gesehen, noch nicht einmal mehr den Boden unter dir", berichtete Ted Ligety. "Ich habe versucht, hart zu fahren, aber es war einfach zu hart, dafür das es so wellig war."

Franzosen freuen sich über de Tessieres und Grange
Zur Freude der einheimischen Ski-Fans sorgte im Riesenslalom ein Franzose für einen Paukenschlag. Gauthier de Tessieres eröffnete das Finale und legte eine Zeit vor, die nachher nur noch Carlo Janka und Max Blardone unterbieten konnten. Dank der Laufbestzeit schaffte es der 27-Jährige erstmals in seiner Karriere auf das Weltcup-Podium. Dort stand sein Landsmann und großer WM-Hoffnungsträger Jean-Baptiste Grange schon mehrfach. Auch in der Super-Kombination in Val d’Isère durfte sich JB als Zweiter feiern lassen und nährte so die Medaillenträume der Grande Nation.

Slalom wird abgesagt
Im Slalom am Sonntag wollte Grange dann für einen weiteren Glücksmoment bei den Franzosen sorgen und sein rotes Leadertrikot des besten Slalomfahrers verteidigen. Der zweite Slalom des Winters fiel dann aber dem Wetter zum Opfer. Heftige Winde ließen kein Rennen zu. Der Slalom wird nun noch vor Weihnachten in Alta Badia nachgeholt. Bevor es aber zu den nächsten technischen Rennen in Italien geht, dürfen die Allrounder und Speed-Athleten auf der Saslong in Gröden, ebenfalls Italien, antreten. Dort hoffen die Verantwortlichen Rennen ohne zahlreiche Ausfälle, aufregende Starts und Absagen über die Bühne bringen zu können.