Drei Rennen in drei Tagen - für die Herren ist Beaver Creek ein echter Härtetest. Die zwangsabgespeckte Mini-WM stand so zum vorerst letzten mal im Weltcup-Kalender. Mit Abfahrt, Super-G und Riesenslalom sind die Speed-Experten etwas stärker gefragt. Die Super-Kombination musste wegen zuviel Neuschnees abgesagt werden.

Favorit Miller
Vor allem für die Abfahrt ist Bode Miller der große Favorit. Der Lokalmatador hat hier schon gewonnen, dominierte den Testlauf auf der anspruchsvollen 'Birds of Prey'-Piste und zeigte sich zuletzt hoch motiviert. Der extravagante Amerikaner sah sich trotz seiner mit rund einer Sekunde Vorsprung klar schnellsten Trainingszeit noch verbesserungsfähig: "Ich war quasi überall", spielte er auf eine verpasste Ideallinie an. Wenn er diese im Rennen trifft, wird es für seine Konkurrenz schwer.

Augen auf Daniel Albrecht
Gerade in Beaver Creek gilt es, Daniel Albrecht im Auge zu behalten. Der Schweizer glänzte im Vorjahr mit zwei Siegen, die technisch anspruchsvollen Pisten liegen ihm. Zudem wird Aksel Lund Svindal wieder auf die Piste zurückkehren, auf der er im Vorjahr so schwer stürzte. Nach einem noch nicht ganz gelungenen Auftakt ist es besonders für ÖSV-Topstar Benjamin Raich wichtig, in den USA besser in Schuss zu kommen. Vor allem der Super-G und der Riesenslalom sind seine Punktechancen.



Abfahrt: Wo steht Cuche?
Auf der Raubvogelpiste wird auch Didier Cuche gefordert sein. Er fiel in Lake Louise sogar aus den Punkterängen heraus und hat damit den Start in die Abfahrtssaison verpatzt. 'Sein' rotes Trikot trägt nun Peter Fill, dem die Strecke zwar liegt, der aber auch angeschlagen ist. "Ich möchte das Trikot natürlich am liebsten mit nach Gröden nehmen", erklärte der Südtiroler selbstbewusst im ski2b-Interview. Aber auch Michael Walchhofer hatte in Beaver Creek schon Erfolge und war in Kanada mit dem Rennverlauf unzufrieden. Den Topfahrern der Vorjahre geht es also darum, ihren Platz zu verteidigen.

Geheimtipps Nyman und Kucera - Problemfall Wetter
Favoriten auf den Sieg in den Speed-Disziplinen sind natürlich auch der Kanadier John Kucera und US-Boy Steven Nyman. Im Training hatte der Amerikaner noch Probleme: "Dass der Wind so stark blasen würde, hat man mir beim Streckenreport nicht verraten", erklärte Nyman. Das Wetter könnte sich tatsächlich als Sorgenkind Nummer eins erweisen. Nachdem die Super-Kombi ausfallen musste, werden die weiteren Disziplinen unter Neuschnee und Wind ebenfalls zu leiden haben.

Maier mit neuem Skischuh
Hermann Maier glückte trotz Skischuh-Problemen ein guter Trainingslauf für die Abfahrt. Nach seinem Super-G-Erfolg ist dem Flachauer sprichwörtlich alles zuzutrauen - nur der Start im Riesenslalom ist derzeit fraglich. Ob ein weiterer Kraftakt für den Superstar möglich sein wird - immerhin bezeichnet er Beaver Creek als sein zweites Wohnzimmer.

DSV schickt Lake Louise-Starter ins Feld
Im deutschen Lager wird für die Speed-Events das Quartett aus Lake Louise wieder antreten. "Wir wissen die Ergebnisse von Lake Louise einzuschätzen", so Trainer Walter Hlebayna. "Auch wenn Stephan Keppler nach seiner Kreuzbandverletzung noch die Rennpraxis fehlt, hat er ein gutes Comeback gezeigt. Mit Stephan Keppler, Andreas und Peter Strodl sowie Tobias Stechert schicken wir die gleiche Mannschaft nach Beaver Creek, wie sie in Lake Louise am Start war." Allerdings kennt nur Keppler die Strecke bereits, und die hat es in sich. Die Techniker um Felix Neureuther bereiten sich lieber auf die Rennen in Frankreich vor.

Das Programm im Überblick:
Freitag, 5. Dezember 2008: Abfahrt ab 19 Uhr MEZ
Samstag, 6. Dezember 2008: Super-G ab 19 Uhr MEZ
Sonntag, 7. Dezember 2008: Riesenslalom ab 17:45 MEZ