In Whistler (CAN) findet in diesen Tagen die Generalprobe für die alpinen Ski-Wettbewerbe für die Olympischen Spiele 2010 statt. Zunächst stand am Donnerstag ein Super-G der Herren an, den der Österreicher Christoph Gruber in 01:26.60 Minuten vor seinem Landsmann Hannes Reichelt (+0,03) für sich entscheiden konnte. Dritter wurde der Slowene Ales Gorza, der am Ende nur elf Hundertstel hinter dem Sieger lag.

Perfekte Bedingungen
Whistler ist aufgrund der Nähe zum Meer für sein unbeständiges Wetter bekannt und die Wetterprognose für den Super-G war alles andere als gut. Doch während des Rennens herrschte für die Athleten und Zuschauer ein Kaiserwetter mit Sonnenschein und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt. Dazu kam eine abwechslungsreiche Strecke mit vielen Kurven, Geländeübergängen und schnellen Passagen.


Gruber siegt zum fünften Mal
Hier konnte nur gewinnen, wer eine perfekte Mischung zwischen Aggressivität und taktisch cleverem Fahren fand. Dies gelang Christoph Gruber am besten. Der Österreicher fuhr oben gut, hatte eine perfekte Fahrt im Steilhang und auch im Mittelteil wählte er eine tolle Linie. Damit sicherte sich Gruber seinen insgesamt fünften Weltcupsieg vor seinem Landsmann Hannes Reichelt, der lange die Führung inne hatte und letztlich aufgrund eines kleinen Fehlers im unteren Teil um 0,03 Sekunden geschlagen wurde.

Gorza erstmals auf dem Podium
Gleich mit der Startnummer zwei ging der Slowene Ales Gorza in das Rennen und legte eine sehr gute Fahrt vor. Gorza fuhr taktisch genau richtig und nahm die vielen Geländeübergänge extrem gut. Am Ende durfte er sich über seinen ersten Podestplatz der Karriere freuen. Hinter Gorza kamen der Super-G-Weltmeister Patrick Staudacher sowie der Kanadier Erik Guay auf den geteilten vierten Rang.

Cuche macht Punkte gut
Von den absoluten Favoriten war keiner in den Top fünf zu finden. Didier Cuche hatte da noch die beste Fahrt und kam auf den siebten Rang. Der Schweizer hatte Probleme im Steilhang, schaffte aber mit seiner Klasse doch noch ein respektables Ergebnis. Marco Büchel auf dem zehnten Rang und Benjamin Raich auf Platz elf waren die weiteren Favoriten, die nicht im vorderen Feld zu finden waren. Bode Miller, Führender im Gesamt-Weltcup, riskierte einmal mehr zu viel und schied aus. Damit verlor der US-Amerikaner wichtige Zähler im Weltcup, bleibt aber dennoch in dieser Wertung in Front. Cuche hingegen verteidigte die Führung im Super-G-Weltcup, doch die Verfolger Gruber und Reichelt sind dem Schweizer auf den Fersen.

Prominente Ausfälle
Neben Miller schied auch Hermann Maier in Whistler aus. Der Österreicher kam nach einer bis dahin guten Fahrt im Mittelteil zu weit in Innenlage und konnte sich nicht mehr im Kurs halten. Damit konnte Maier seinen überzeugenden zweiten Rang von Kitzbühel nicht bestätigen. Glück im Unglück hatte der Italiener Peter Fill, der während seiner Fahrt im Steilhang zu spät dran war und ausgehoben wurde. Er stürzte spektakulär, stand aber direkt wieder auf und winkte den Zuschauern zu.

Keppler und Neureuther nicht in den Punkten
Vom Deutschen Skiverband waren zwei Athleten am Start. Stephan Keppler fuhr ein solides Rennen ohne das letzte Risiko und verlor dadurch einiges an Zeit. Am Ende reichte es für den Deutschen nicht zu Weltcup-Punkten und er kam auf den 31. Rang. Felix Neureuther fuhr seinen ersten Super-G dieser Saison und wagte sich auf die Strecke. Er landete auf dem 50. Rang.