Die Herren dürfen in Vancouver beim Olympia-Test erstmals seit rund sechs Wochen wieder zum Riesenslalom antreten. Außerdem steht ein Super-G auf dem Programm. Beide Disziplinen sind noch hart umkämpft.

Auftakt: Super-G
Am Donnerstag den 21. Februar steigt die Fieberkurve am Whistler Mountain. Für die Herren steht dann der Super-G auf dem Programm und dort können einige Stars noch ein Wörtchen mitreden beim Kampf um die kleine Kristallkugel. Didier Cuche führt als bester Speed-Fahrer hier das Ranking an, doch er konnte sich nicht entscheidend absetzen in den ersten vier Rennen. Gewonnen hat er in Gröden, neben ihm trugen sich Marco Büchel, Hannes Reichelt und Aksel Lund Svindal bislang in die Siegerlisten ein. Keine klare Angelegenheit also, in der noch weitere Namen zu nennen sind.


Maier zum 54.?
In Kitzbühel traten die Herren zum letzten Mal im Super-G an, damals verpasste Hermann Maier den Sieg knapp. Jetzt fühlt er sich noch wohler in seiner Lieblingsdisziplin, er will endlich wieder ganz oben stehen und den 54. Weltcup-Sieg einfahren. Hindern könnte ihn daran Landsmann Mario Scheiber, der als Dritter der Wertung noch Hoffnung auf die Kristallkugel hat. Der schnelle Super-G-Kurs kommt aber wohl den Abfahrern mehr entgegen. Didier Cuche und Bode Miller sind damit Top-Favoriten für Vancouver.

Aus sechs mach ...
Auch im Riesenslalom ist die Spitze eng beieinander. Wie beim Super-G stehen hier noch drei Rennen an, eine Vorentscheidung wird es damit nicht geben. Nur im Ausschlussverfahren können sich die Stars durch Patzer aus dem Rennen um das begehrte Kristall befördern. Derzeit sind es noch sechs Kandidaten: Daniel Albrecht (258) führt vor Benjamin Raich (248). Der derzeit drittplatzierte Kalle Palander kann verletzungsbedingt nicht mehr in den Titelkampf eingreifen. Dafür stehen Ted Ligety (235), Manfred Mölgg (227), Massimiliano Blardone (195) und Marc Berthod (184) bereit, ihre Fähigkeiten auszuspielen.

Dreikampf Miller, Raich und Cuche
Im Gesamtweltcup hält Bode Miller weiter die Spitze. Nachdem ihm Hauptkonkurrent Raich bei den letzten Slaloms kaum Punkte abknöpfen konnte, ist er der Mann, den es zu schlagen gilt. Raich zeigte sich zuletzt kaum in der Lage und Form, Miller zu besiegen. Er muss dabei auch nach hinten schauen, denn Didier Cuche will seine Chance nutzen und seine überragende Form in den Speed-Events gibt ihm dazu die nötige Ruhe. Das Restprogramm ist mit noch drei zusätzlichen Abfahrten eher Speed lastig. In Vancouver kann Cuche Fahrt aufnehmen, um dann beim Saisonfinale in Bormio auf die Überholspur zu gehen.

Neue Chance für Neureuther und Keppler
Aus deutscher Sicht haben zwei Athleten den langen Weg zum Whistler Mountain auf sich genommen. Felix Neureuther und Stephan Keppler gehen an den Start, wobei Neureuther endlich ein gutes Ergebnis im Riesenslalom einfahren will, um damit seine Startposition in dieser Disziplin zu verbessern. Keppler kann auf ein gutes Ergebnis im Super-G hoffen, wo er bislang noch nicht an die guten Ergebnisse des Vorwinters anschließen konnte.

Problemzone Wetter
Am Whistler Mountain ist ein Faktor besonders unberechenbar: das Wetter. Dabei mangelt es in den kanadischen Rockies nicht am Schnee, allerdings sind wegen Nebels, heftigen Niederschlägen oder Windböen in der Vergangenheit schon einige Wettbewerbe ausgefallen. Beim Training der Damen am Dienstag strahlte noch die Sonne, ab Donnerstag ist aber schlechteres Wetter angesagt.

Das deutsche Aufgebot:
Felix Neureuther (SC Partenkirchen)
Stephan Keppler (WSV Ebingen)

Das Programm der Herren:
21.02.2008, Donnerstag, Super-G ab 19.45 Uhr MEZ
23.02.2008, Samstag, Riesenslalom, 1. DG 19.00 / 2. DG 22.00 Uhr MEZ

Wir berichten über beide Rennen im Ski2b-Liveticker.