Es wird spannend im Damen-Weltcup. Wer dachte, die Entscheidung um die große Kristallkugel könnte nach dem Herzschlagfinale von Lenzerheide 2007 nicht interessanter werden, sieht sich vielleicht getäuscht. Zehn Rennen vor Schluss liegen Lindsey Vonn (USA) und Nicole Hosp (AUT) noch punktgleich an der Spitze, das Restprogramm mit drei Abfahrten, einem Super-G, zwei Riesenslaloms, zwei Slaloms und zwei Super-Kombinationen lässt beiden Favoritinnen gleiche Chancen.

Erster Showdown am Whistler Mountain
In Vancouver, Zwiesel, Crans Montana und Bormio steht damit ein Showdown der besten Skirennläuferinnen in vier Akten an. In Kanada steht dabei ein zusätzlicher Anreiz an: Die Rennen finden auf den Strecken an, bei denen 2010 olympische Medaillen vergeben werden. Für die Damen ist die Piste eine Premiere, nie fand hier ein Weltcup-Rennen statt. Dabei haben die Technikerinnen einen Nachteil, sie waren eine Woche zuvor noch in Zagreb am Start, während die Speed-Spezialistinnen schon früher nach Kanada flogen und somit mehr Zeit hatten, sich mit der Zeitumstellung und den Schneeverhältnissen zu arrangieren.


Abfahrt: Vorteil Vonn
Das erste Damenrennen am Whistler Mountain ist die Abfahrt am 22. Februar. Top-Favoritin hier ist Vonn, die den Abfahrts-Weltcup souverän anführt. Mit einem weiteren Sieg würde die Amerikanerin sich sogar den Abfahrts-Weltcup sichern - zwei Rennen vor Saisonende. Die Dominanz der 23-Jährigen ist das Fundament für ihre gute Position in der Gesamtwertung. Ihre größten Konkurrentinnen könnten die schnellen Kanadierinnen werden. Britt Janyk, Kelly Vanderbeek und Emily Brydon haben Heimvorteil, außerdem kommen sie zumeist mit dem Schnee in den Rocky Mountains besser zurecht, der sich vom Schnee im Alpenraum unterscheidet. Vorne zu erwarten sind auch Renate Götschl und Elisbeth Görgl aus Österreich. Nicht zuletzt kam auch Maria Riesch im ersten Training gut mit der Piste zurecht.

Welchen Stellenwert hat die Super-Kombi?
Während die Kombination als eigenständige Wertung bei den Herren mit Austragungsorten wie Kitzbühel, Wengen und Val d'Isere eine besondere Note bekommen hat, dümpelt die Kombi bei den Damen am Rande des Programms herum. Drei Wettbewerbe wurden angesetzt, nur einer fand bis jetzt auch statt - in St. Anton siegte Vonn vor Riesch und Julia Mancuso. Damit liegt es nun an Vancouver und Crans Montana, dem Wettbewerb mehr Leben einzuhauchen. Fiele eines der beiden Rennen aus, könnte keine eigenständige Kristallkugel mehr vergeben werden. Und der Whistler Mountain ist für seine Wetterunbeständigkeit bekannt. Mitte der Neunziger konnte hier der Herren-Weltcup oftmals nicht stattfinden, daher verschwand der Ort aus dem Kalender.

Sieg-Chance für Riesch
Gute Aussichten auf Erfolg hat bei regulären Bedingungen Maria Riesch. Ihr könnte entgegen kommen, dass in Vancouver ein Super-G und ein Slalom gefahren werden - eine Besonderheit. Diese Konstellation spricht gegen einen Sieg von Lindsey Vonn, die im Super-G zuletzt weniger glänzen konnte. Besser dürften daher auch Nicole Hosps Chancen sein, hier ganz oben zu landen. Neben ihr darf auch Marlies Schild auf ein gutes Ergebnis hoffen, denn die Slalom-Expertinnen werden im Super-G wohl weniger Zeit verlieren, als bei einer Abfahrt.

DSV-Aufgebot:
Maria Riesch (SC Partenkirchen)
Gina Stechert (SC Oberstdorf)

Das Damen-Programm für Vancouver:
22.02.2008, Freitag, Abfahrt der Damen, 19.45 Uhr MEZ
24.02.2008, Sonntag, Super-Kombination der Damen, Super-G ab 19.45 / Slalom ab 22.45 Uhr MEZ

Über alle Rennen berichten wir im Ski2b-Liveticker.