Auf der Reiteralm wurden die ersten Slalomrennen der neuen Saison ausgetragen. Bei den Damen setzten die Österreicherinnen in Person von Marlies Schild ihre Serie fort. Schnellster bei den Herren war überraschend Marc Gini.

Schneemangel in Levi sorgt für erste Verlegung
Eigentlich war das finnische Levi als Veranstalter für die ersten Slaloms des Winter 2007/2008 vorgesehen. Schneemangel nördlich des Polarkreises sorgte aber für die erste Verlegung in der noch jungen Weltcup-Saison. Die Reiteralm sprang als Austragungsort ein. Anders als im vergangenen Winter um diese Jahreszeit hatten die Österreicher aber nicht mit zu wenig, sondern mit zu viel Schnee zu kämpfen.


Doppelsieg für den ÖSV
Die Damen ließen es bereits am Samstag im Stangenwald krachen. Nach dem ersten Durchgang führte mit Chiara Costazza eine Italienerin. Sie unterstrich damit nach dem Sieg von Denise Karbon beim Auftakt in Sölden die gute Form der italienischen Mannschaft. Am Ende reichte es für Costazza zu Platz drei. Der Sieg ging wie in den vergangenen fünf Slalomrennen auf Weltcup-Ebene an eine Österreicherin. Außer beim Saisonfinale in Lenzerheide (SUI) siegte jedes Mal Marlies Schild. Auf der Reiteralm gewann Schild trotz eines gröberen Schnitzers vor der Gesamtweltcup-Siegerin des vergangenen Winters Nicole Hosp. Ob es wieder zu einem Duell zwischen den beiden ÖSV-Damen im Gesamtweltcup kommen wird, werden die ersten Speed-Rennen in Nordamerika zeigen.

Gutes Mannschaftsergebnis des DSV
Die deutschen Damen konnten beim ersten Slalom der Saison alle punkten. Ein Top-Ergebnis blieb aber aus. Maria Riesch wurde als beste DSV-Athletin Elfte: "Nach meinem Sturz zum Saisonauftakt in Sölden war es für mich wichtig, dieses Mal ins Ziel zu kommen und auf einem guten Platz zu punkten. Der zehnte Platz im ersten Lauf trotz meines Fehlers hat mir gezeigt, dass ich ganz vorne mitfahren kann, wenn mir ein fehlerfreier Lauf gelingt. Und das sollte das Ziel für die nächsten Rennen sein." Die anderen vier Deutschen erreichten Plätze zwischen 16 und 24.

Gini: "Wie in einem FIS-Rennen!"
Im Herrenrennen gab es eine Premiere. Die Schweizer hatten wohl auf einen Sieg gehofft, dürften sich dabei aber eher auf die Fahrkünste von Daniel Albrecht und Marc Berthod verlassen haben. Am Ende jubelten die Eidgenossen aber über Marc Gini. Er stand erstmals überhaupt auf einem Weltcup-Podium und durfte dabei gleich nach ganz oben klettern. Drei Tage nach seinem 23. Geburtstag lag Gini schon nach dem ersten Lauf auf Rang eins. "Ich war nicht nervös, ich fühlte mich, als wenn ich in einem FIS-Rennen führte und bin nochmal locker gefahren!", beschrieb er seinen Gemütszustand vor der Entscheidung.

Palander zum zweiten Mal auf dem Podium
Hinter dem Überraschungssieger schaffte Kalle Palander im zweiten Rennen der neuen Saison zum zweiten Mal den Sprung auf das Podium. nach Platz drei beim Auftakt in Sölden musste sich der Finne auf der Reiteralm nur dem Sieger geschlagen geben und steht damit an der Spitze des Weltcups.

Neureuther selbstkritisch
Für die beiden deutschen Slalom-Asse lief es beim Slalomauftakt noch nicht richtig rund. Alois Vogl und Dominik Stehle schieden bereits im ersten Durchgang aus. Felix Neureuther schaffte sich mit Platz neun zwar eine gute Ausgangsposition für den zweiten Durchgang, kam dort aber nicht mit der Strecke zurecht. Nach Platz elf zeigte sich der Partenkirchener selbstkritisch und betonte, dass zwei Sicherheitsläufe auf der Reiteralm nicht reichen, um ganz vorne zu landen.