Mit einer Überraschung endete am 11. November der Slalom der Herren auf der Reiteralm. Nach zwei spannenden Durchgängen wies Marc Gini aus der Schweiz mit 1:53.59 Minuten die beste Zeit auf. 28 Hundertstel dahinter landete Kalle Palander aus Finnland, weitere 22 Hundertstelsekunden zurück kam Manfred Mölgg (ITA) auf den dritten Platz. Es war Ginis erster Weltcupsieg überhaupt. Felix Neureuther belegte als bester Deutscher Rang elf.

Durchgang eins: ein Kessel Buntes
Der erste Durchgang hatte es in sich. Bei schlechten Sichtbedingungen durch Schneefall und Wind gab es viele Ausfälle - und gute Laufzeiten auch bei hohen Startnummern. Die beste Zeit gelang Marc Gini, dabei war der Schweizer erst mit Nummer 19 ins Rennen gegangen. Zuvor hatten sich erst Manfred Pranger (AUT) und dann Kalle Palander (FIN) die Spitze gesichert. Sehr überraschend war auch der Auftritt des Amerikaners Jimmy Cochran, der mit Nummer 35 noch auf Rang fünf vorpreschte und damit nur eine Hundertstel hinter Top-Favorit Benjamin Raich lag.


Viele Ausfälle und enger Zwischenstand
Die äußeren Umstände und der nicht zu schwere und den meisten Fahrern gut bekannte Hang ließ auch die Abstände zur Spitze schmelzen. Die ersten 13 Fahrer lagen innerhalb einer Sekunde, mit über zwei Sekunden im Gepäck gab es kein Ticket mehr für den zweiten Durchgang. Diese Konstellation lieferte beste Aussichten für ein spannendes Finale mit vielen Positionswechseln. Dort mit dabei war aus DSV-Sicht auch Felix Neureuther, der sich als Neunter eine gute Ausgangsposition sicherte. Alois Vogl dagegen verpasste nach wenigen Metern ein Tor. Auch Dominik Stehle schied bereits früh im ersten Durchgang aus.

Finale: Koll glänzt, Österreicher enttäuschen
Das bei solch engen Abständen auf die Spitze im zweiten Durchgang größere Positionssprünge möglich sein würden, war klar. Doch letztlich konnten nur wenige diese Chance nutzen. Am effektivsten gelang dies Alexander Koll. Der junge Österreicher verbesserte sich mit der zweitbesten Laufzeit von Rang 26 auf Position zwölf. Zwar war er damit nur fünftbester Österreicher, doch dem starken ÖSV-Team fehlte ein absolutes Top-Ergebnis. Mario Matt auf Rang fünf war noch am besten bedient, nachdem Benjamin Raich und vor allem Manfred Pranger ihre sehr gute Ausgangsposition mit mäßigen Auftritten vergaben.

Mölgg mit Laufbestzeit auf das Podium
Schneller als Koll war im Finale nur Manfred Mölgg. Der Italiener trotzte der rippigen Piste einen sehr guten Lauf ab und kletterte damit im Klassement um fünf Positionen auf die dritte Stelle. Nachdem sowohl Mario Matt, Jean-Baptiste Grange wie auch Raich und Pranger die Führung verfehlten und auch Jimmy Cochran mit einem Sicherheitslauf bis auf Platz 14 durchgereicht wurde, war Mölgg bereits ein Platz auf dem Podium sicher.

Palander schnell - Gini schneller
Kalle Palander zeigte bei diesen schwierigen Bedingungen die Sicherheit, die ihm der gute Saisonauftakt in Sölden gegeben hatte. Aggressiv und doch ohne zu hohes Risiko fuhr er seinen Vorsprung ins Ziel und setzte mit der sechstbesten Zeit zugleich eine hohe Hürde für den Überraschungsführenden. Doch Gini, der bislang nur drei zehnte Plätze und einen neunten Rang im Weltcup vorweisen konnte, zeigte sich unbeeindruckt. Mit hohem Risiko ging er in den Hang und nahm Palander sogar noch eine Hundertstelsekunde ab. Im Ziel jubelte er dann beinahe ungläubig beim Blick auf die Ergebnistafel, die ihn als Sieger auswies. "Ich habe mit den Kollegen vorher
noch blöde Sprüche gemacht und behauptet, dass ich gewinne. Aber das war sicher nicht ernst gemeint", sagte Gini selbst.

Neureuther fällt zurück
Bereits einige Läufer zuvor hatte Felix Neureuther einige Probleme mit der Strecke und zeigte nach kleineren Fehlern einen verhaltenen Sicherheitslauf, er ihn letztlich zwei Plätze kostete. "Ich bin nicht zufrieden. Das waren zwei Sicherheitsläufe, und das ist auf diesem Hang einfach zu wenig. Das habe ich mir anders vorgestellt", zeigte sich Neureuther selbstkritisch. Die nächsten Rennen der Herren stehen nun im Speed-Bereich an, in Lake Louise (CAN) ist am 24. November eine Abfahrt angesetzt.

Mit Material von sid