Beim Weltcup-Opener der Herren am 28. Oktober in Sölden hat sich der Gesamtweltcup-Sieger aus dem Vorjahr durchsetzen können. Aksel Lund Svindal aus Norwegen holte sich mit einer Gesamtzeit von 2:17.87 Minuten den ersten Sieg der Saison vor dem Amerikaner Ted Ligety (2:18.19 Min.) und Kalle Palander (FIN, 2:18.26 Min.). Die deutschen Fahrer verpassten das Finale und damit die Punkteränge.

Ligetys furioser Einstand
Im ersten Durchgang setzte Ted Ligety das erste Zeichen. Unnachahmlich, wie er mit Startnummer zwei den schweren Steilhang meisterte und sich damit gegen alle Konkurrenten einen klaren Vorsprung sicherte. Auch Raich und Palander, Ligetys härteste Verfolger, verloren hier eine halbe bis Dreiviertelsekunde auf den Amerikaner. Beim Übergang aber patzte Ligety etwas und gab so seinen Konkurrenten die Chance, etwas Boden gut zu machen. Das nutzte Palander am besten und blieb dem Amerikaner so auf den Fersen. Raich hatte schon knappe sechs Zehntel als Hypothek, ehe es in den zweiten Durchgang ging.


Svindal unzufrieden
Svindal, der beste Riesenslalom-Fahrer des Vorjahres, konnte nach seinem Auftritt in Durchgang eins dagegen nicht zufrieden sein. Er kam nur auf den sechsten Rang und hatte mit 1,14 Sekunden Rückstand eigentlich schon alle Siegchancen verspielt. Im direkten Duell mit Benni Raich verlor er knappe sechs Zehntel. Nicht ganz nach vorne ging es auch für Bode Miller aus den USA, der sich nach zu vielen Fehlern mit Rang 17 begnügen musste.

DSV-Fahrer nicht im Finale
Für die Athleten des Deutschen Skiverbandes gab es in Sölden keine Punkte. Felix Neureuther musste sich mit Startnummer 55 begnügen und konnte die schwierigen Pistenverhältnisse nicht kompensieren. Als 32. verfehlte er das Finale um zwei Zehntelsekunden. Debütant Fritz Dopfer fuhr mit Startnummer 62 auf Rang 51.

Miller schlägt zurück
Nach dem schwachen ersten Durchgang wusste im Finale zuerst Bode Miller zu überzeugen. Er war vor allem im Schlussabschnitt fast perfekt und ging auch zuvor im Steilhang ein hohes Risiko. Und das zahlte sich aus: Die zweitbeste Laufzeit hielt lange und spülte Miller von 17 noch auf Platz fünf nach vorne. Erst mit Aksel Lund Svindal fand Miller seinen Meister. Der Norweger riskierte alles - und gewann damit alles. Im Steilhang sehr gut, konnte er die Übergänge am besten für sich nutzen und zeigte einen absoluten Traumlauf. Seine Zeit konnte im folgenden nicht mehr unterboten werden.

Palander und Ligety auf dem Podest
Zuerst scheiterte Daniel Albrecht klar an der neuen Bestmarke, dann schied Massimiliano Blardone aus. Doch auch Benni Raich konnte seinen Vorsprung gegenüber Svindal auf der Piste nicht behaupten und musste sich hinter dem Norweger einreihen. Als auch Kalle Palander und Ted Ligety im Steilhang ihren Vorsprung einbüßten, standen die Zeichen für Svindal auf Sieg. Mit diesem Traumlauf auf Ansage werden sich seine Konkurrenten nun zwei Wochen beschäftigen müssen.

Fill und Simoncelli holen im Finale auf
Nach dem Auftaktsieg beim Damenrennen hofften die italienischen Fans nun auf ihre starke Herrenmannschaft. Im Finale konnten sich vor allem Davide Simoncelli und Peter Fill in Szene setzen. Ihnen gelang die viert- bzw. drittbeste Laufzeit und somit ein Sprung nach oben im Gesamtklassement. Insgesamt platzierten sich so vier Italiener unter den besten 15, denn Manfred Mölgg und Alberto Schiepatti konnten mit zwei kostant guten Durchgängen die Plätze sechs und neun erobern. Nur Topfahrer Blardone patzte im Finale und schied aus. Dennoch: Mit Italiens Mannschaft wird zu rechnen sein.

ÖSV: Lanzinger empfiehlt sich
Den Heimauftakt hatten sich die Österreicher wohl etwas anders vorgestellt. Letztlich konnte keiner der zehn gestarteten Team-Austria-Fahrer um den Sieg mitkämpfen. Hinter Benni Raich als Viertem lieferte Matthias Lanzinger eine gute Visitenkarte ab. Er war der schnellste Österreicher in Durchgang zwei und schob sich damit auf Platz zehn nach vorne. Überraschend stark zeigte sich auch der Franzose Thomas Fanara, der sich Platz sieben sichern konnte. Überhaupt zeigte sich das Spitzenfeld breit gemischt: Sieben Nationen brachten mindestens einen Fahrer unter die Top Acht.

Nach dem Auftakt sind nun wieder zwei Wochen Pause angesagt, ehe die Slalom-Experten sich in Levi am 11. November zum nächsten Kräftemessen treffen. Ende November finden dann in Lake Louise (CAN) die ersten Speed-Rennen statt.