Ein neuer Weltcup-Winter steht vor der Tür. Am kommenden Wochenende wird in Sölden der erste echte Formcheck für Damen und Herren stattfinden. Außerdem steht am Rettenbachgletscher die Generalprobe für die meisten Neuerungen des Ski-Weltverbandes FIS auf dem Plan. Ski2b wirft einen Blick voraus.

Wer nicht kommt, muss zahlen
Die Skifans haben ihre Stars vermisst. Am 27. und 28. Oktober endet der Entzug es darf sich wieder gefreut werden. Mit Spannung erwartet wird der erste Auftritt des 'Herminators' auf Head-Skiern. Hermann Maier hat allerdings in der Vorbereitung eher Abfahrt und Super-G trainiert, der Titelverteidiger ist daher nicht der Top-Favorit. Einer seiner neuen Markenkollegen - Bode Miller aus den USA - wird ebenfalls erstmals einen Beweis seiner Stärke abgeben müssen, seitdem er dem US Ski-Team den Rücken zuwandte und ein eigenes Team auf die Beine stellte. Ob der Amerikaner damit wieder an alte Stärken anknüpfen kann, wird sich vielleicht schon in Sölden zeigen. Ob die FIS-Verantwortlichen explizit an Miller dachten, als sie eine Strafe für Athleten beschlossen, die die Nummernvergabe verpassen, ist nicht überliefert. Fakt ist: Bei einmaligem Ausbleiben ohne triftigen Grund zahlt ein Sportler 999 Franken - im Wiederholungsfall können es bis zu 5.000 Franken werden. Kaum vorstellbar, dass Miller ohne Bußgeld durch die Saison kommt.

Passt das Material?
Die Taillierung der Skier wird mit der kommenden Saison breiter, die Schuhplatte niedriger. Damit will die FIS Verletzungen vorbeugen, da der Schwung dadurch weniger aggressiv sei. Ob dies der Wahrheit entspricht, bleibt abzuwarten, denn die Hersteller gleichen mit aggressiveren Schuhstellungen die Umstellung beinahe aus. Die Radien der Schwünge werden also wohl nicht weiter, wie geplant. Wie die Athleten die Umstellung des Materials für sich und ihre Technik umsetzen konnten und wer mit seinem Schwung noch Probleme hat, das wird sich auf dem schwierigen und steilen Hang in Sölden sicher zeigen. Eine Neuerung findet allerdings noch keine Anwendung: Die neue Startregel im Speed-Bereich feiert ihre Premiere erst vier Wochen später in Lake Louise (CAN).


Svindal versus Raich
Der Opener ist natürlich auch das erste Kräftemessen zwischen den Top-Favoriten, sowohl im Riesenslalom als auch im Gesamtweltcup. Benni Raich und Aksel Lund Svindal sind nach ihrem Duell in Lenzerheide in dieser Position und werden sicher mit ihrem Zweikampf in dieser Saison für viel Spannung sorgen. Ihre größten Konkurrenten in Sölden sind Massimiliano Blardone (ITA), der Finne Kalle Palander und auch Miller, der 2005, beim letzten Gastspiel hier, immerhin Zweiter wurde. Doch beim ersten Rennen des Jahres ist alles möglich, auch ein Überraschungserfolg. Der könnte nicht zuletzt Felix Neureuther glücken, der in der Vorbereitung intensiv mit Svindal trainierte. Zweiter DSV-Starter wird Fritz Dopfer sein, auf dem beim Weltcup-Debüt aber kein Druck liegt.

Hosp contra Schild
Auch bei den Damen bewegt ein Zweikampf vor allem die Medien in Österreich. Nicole Hosp und Marlies Schild treffen zum ersten Mal nach Hosps Coup in Lenzerheide wieder aufeinander. Wer von beiden den stärksten Eindruck hinterlässt, könnte einen Vorteil im Kampf um den Gesamtweltcup haben. Doch hier spielen in diesem Jahr auch andere Namen eine große Rolle. Aus Österreich alleine hinterließen Kathrin Zettel und Michaela Kirchgasser einen starken Eindruck und eine Renate Götschl darf nie außer Acht gelassen werden, auch wenn ihre Lieblingsrennen erst später kommen. Die Amerikanerinnen Julia Mancuso und die frisch verheiratete Lindsey Vonn (vormals Kildow), Anja Pärson aus Schweden und Tanja Poutiainen aus Finnland sind absolute Siegeskandidatinnen für Sölden.

Gute Nachrichten für den DSV?
Bei den aktuellen Querelen um den Fernseh-Vertrag kann der DSV gute Nachrichten gut gebrauchen. Hoffnung dazu besteht, denn mit Maria Riesch und Kathrin Hölzl bringt das deutsche Team gleich zwei Top-Fahrerinnen mit nach Sölden. Carolin Fernsebner und Viktoria Rebensburg komplettieren den DSV-Kader, beide sind sicher für ein paar Punkte gut. Wie weit es nach vorne geht, das erfahren alle Fans natürlich im Ski2b-Liveticker, der Samstag und Sonntag ausführlich über die Rennen berichten wird.