Beim achten Slalom der Saison hat Marlies Schild (AUT) ihren siebten Slalomsieg in diesem Winter feiern können. Der Triumph vor den zeitgleichen Anna Ottosson (SWE) und Sarka Zahrobska (CZE) fiel mit 2,23 Sekunden Vorsprung dabei überdeutlich aus. Beste Deutsche war Monika Bergmann-Schmuderer auf Rang neun.

Prädikat: Extraklasse
Wer in diesem Winter nach Superlativen für die Slalom-Leistungen von Marlies Schild sucht, wird es schwer haben. Auch am 11. März fuhr nur Schild in einer Klasse, der Rest des Feldes fuhr allenfalls um den zweiten Rang. Nach dem ersten Durchgang lag die Österreicherin bereits eine Sekunde vor ihren Verfolgerinnen und hätte den Vorsprung bequem verwalten können. Doch Schild fuhr extrem sicher den Hang hinab und leistete sich auch im Finale die deutliche Laufbestzeit. Der Sieg dürfte sie doppelt freuen, denn damit setzte sie sich auch im Gesamtweltcup wieder an die Spitze, nachdem ihre Kontrahentinnen patzten.

Hosp und Mancuso fallen zurück
Bereits im ersten Durchgang zeigten Schilds Rivalinnen um den Gesamtweltcup Nerven. Nicole Hosp (AUT) und Julia Mancuso (USA) hatten jeweils große Fehler in ihren Läufen und erreichten so das Finale nur knapp. Dort konnte nur Hosp zulegen und verbesserte sich noch um elf Plätze auf Position elf. Mancuso dagegen sammelte als 24. kaum Punkte und fiel erst einmal zurück. Die vierte Anwärterin auf den Gesamtweltcup, Renate Götschl (AUT), hatte erwartungsgemäß auf einen Start verzichtet.

Zahrobska und Ottosson teilen Rang zwei
Auch für die Weltmeisterin Sarka Zahrobska begann der Slalom am Großen Arber mit einem schwächeren Durchgang, doch im zweiten Lauf zeigte die Tschechin mit der drittschnellsten Laufzeit ihre Klasse und konnte sich so noch deutlich verbessern. Ganz anders lief es bei Anna Ottosson: Die Schwedin fuhr im ersten Lauf auf Rang drei vor, wurde aber im Finale ausgehoben und rettete sich artistisch in die nächsten Tore. Im Steilhang griff sie wieder an und konnte so die Bestzeit egalisieren. Am Ende freuten sich beide über Rang zwei.

Poutiainen verpasst Podest
Dieses Mal reichte es dagegen nicht für Tanja Poutiainen, um wieder auf das Stockerl zu klettern. Am Vortag im Riesenslalom noch ganz oben, hatte sie im ersten Durchgang noch die zweitbeste Zeit. In der entscheidenden Phase unterliefen ihr aber einige Fehler, sodass sie letztendlich noch hinter Nicole Gius (ITA) auf den fünften Rang zurückfiel. Dennoch bestätigte die Finnin ihren aktuellen Aufwärtstrend. Auch für Gius zeigt die Leistungskurve zuletzt nach oben.


Gute Mannschaftsleistung für DSV
Sieben deutsche Damen standen in Zwiesel am Start, fünf im Finale - und alle fünf konnten sich im Abschluss über Punkte freuen. Am besten platzierte sich schließlich Monika Bergmann-Schmuderer auf Rang neun. Sie hatte im Finale einen blendenden Einstand und verpasste im Steilhang mit einem Rutscher eine noch bessere Platzierung. Einen tollen zweiten Lauf zeigte Maria Riesch, die sich mit einer fünftbesten Laufzeit im Slalom in der Weltspitze zurückmeldete und damit von Rang 20 noch auf Platz zehn vorstürmte.

Erste Punkte für Nina Perner
Aber auch für Annemarie Gerg und Kathrin Hölzl verlief der Slalom erfreulich. Gerg kam nach anfänglichen Schwierigkeiten im zweiten Durchgang noch auf den 15. Platz, sogar eine Position vor ihr wurde Kathrin Hölzl notiert. Nina Perner qualifizierte sich ebenfalls für das Finale und belegte dort den 26. Platz - damit gewann sie in Zwiesel erstmals Weltcup-Punkte. Fanny Chmelar und Carolin Fernsebner hatten den zweiten Durchgang verpasst.

Nach den Rennen in Zwiesel blicken nun alle Augen nach Lenzerheide, wo ab dem 14. März die letzten vier Damenrennen anstehen. Dort wird sich auch der Gesamtweltcup entscheiden, in dem Schild (1302) nun vor Hosp (1287), Mancuso (1251) und Götschl (1200) liegt. Das erste Rennen in der Schweiz ist eine Abfahrt.