Der Slalom der Herren in Kranjska Gora war wieder eine klare Angelegenheit für den derzeit dominierenden Techniker Mario Matt. 61 Hundertstel hinter ihm landete Benjamin Raich auf Rang zwei. Dritter wurde Manfred Mölgg aus Italien. Die deutschen Starter kamen nicht ins Finale.

Spannung in den Weltcup-Ständen
Die Ausgangsbasis vor dem vorletzten Slalom der Herren war klar gesteckt: Im Disziplinen-Weltcup führte Jens Byggmark aus Schweden, knapp gefolgt von Raich und Matt. Im Gesamtweltcup hatte der Pitztaler Raich zudem die Möglichkeit, erstmals nach seinem Auftaktsieg in Levi wieder die Spitze zu übernehmen, da er nur drei Zähler hinter dem Norweger Aksel-Lund Svindal stand.

ÖSV-Stars in der Pole Position
Nach dem ersten Durchgang sah aber bereits alles nach einem Erfolg für die Österreicher aus. Während Benjamin Raich und Mario Matt nur der Finne Kalle Palander wirklich folgen konnte, schieden die Hauptkonkurrenten im Slalom- und Gesamtweltcup bereits aus: Jens Byggmark rutschte über eine Eisplatte weg, Aksel-Lund Svindal musste den ersten Ausfall im Slalom in diesem Winter hinnehmen.

Vogl bei Saisonfinale nicht dabei
Auch für die Deutschen verlief der Durchgang nicht erfreulich. Felix Neureuther durfte erstmals mit der frühen Startnummer zwei starten, schied aber nach einem Innenskifehler im Steilhang aus. Alois Vogl wollte auf Nummer sicher gehen, verpasste dabei aber als 33. das Finale und damit auch die Qualifikation für das Saisonfinale in Lenzerheide (SUI). Der dritte DSV-Starter Dominik Stehle konnte etwas Weltcup-Erfahrung sammeln und wurde 47.

Miller kommt durch
Der Rest des Feldes ab Platz vier war dagegen bereits eine Sekunde und mehr zurück. Ted Ligety (USA), Manfred Mölgg (ITA) und Michael Janyk (CAN) schafften es wenigstens, sich eine gute Ausgangsbasis zu sichern. Vor allem mit den höheren Startnummern wurde die weiche Piste ‚Podkoren’ dann immer schwieriger zu befahren. Als 30. und Letzter qualifizierte sich auch Bode Miller noch für den zweiten Durchgang.


Gini und Grange starten durch
Während Miller die Idealvoraussetzungen als erster Fahrer nicht zu einem Spitzenlauf nutzen konnte - er schnitt letztlich als 23. ab - gab es einige, die ihre Chance wahrnehmen konnten. Denn für die hinteren Fahrer verschlechterte sich vor allem das erste Flachstück erheblich, wodurch zum Teil große Rückstände zustande kamen. Marc Gini (SUI) dagegen fuhr Laufbestzeit - und kam damit von Rang 26 noch auf Position neun. Auch der Franzose Jean Baptiste Grange fuhr eine tolle Zeit und verbesserte sich damit von Platz 16 auf vier.

Ligety fliegt ab - Mölgg wieder auf dem Podest
Einige Stars bissen sich an der Zeit von Grange die Zähne aus. Ted Ligety gab alles, flog aber mit dem letzten Risiko noch von der Piste. Auch Kalle Palander konnte seine gute Basis nicht nutzen - ein Einfädler beendete seine Siegesambitionen. Nur Manfred Mölgg schaffte es auf der weichen Unterlage sicher und schnell ins Ziel und übernahm damit vorläufig die Führung.

Eine Liga für Matt
Mario Matt und Benjamin Raich durften nach dieser Entwicklung den Kampf um den Slalom-Weltcup unter sich ausmachen. Matt legte vor - und wie! Eine Klassefahrt von ihm bescherte dem Weltmeister einmal mehr die Führung - eine runde Sekunde vor Mölgg. Raich nach ihm dachte wohl mehr an den Gesamtweltcup - er hatte keine Chance auf die Bestzeit, setzte sich aber vor dem Italiener an die zweite Stelle. Matt jubelte nach dem WM-Erfolg und dem Sieg in Garmisch nun bereits nach dem dritten Slalom in Folge.

Weltcups: Raich und Matt vorne
Im Gesamtweltcup hat Benjamin Raich damit nun 945 Zähler und führt vor Svindal (868) und Didier Cuche (788). In der Slalom-Wertung kommt Matt nun auf 520 Punkte. Beim letzten Rennen haben aber auch Raich (505) und Byggmark (445) noch Chancen auf die kleine Kristallkugel. Im Weltcup geht es speedlastig weiter: Beim Heimspiel von Aksel-Lund Svindal in Kvitfjell (NOR) stehen vom 9. bis 11. März die letzte Super-Kombination, eine Abfahrt und ein Super-G an.