Der Slalom der Herren in Garmisch-Partenkirchen endete mit einem Sieg für den Österreicher Mario Matt. Er verwies den Lokalmatador Felix Neureuther und Landsmann Benjamin Raich auf die Plätze.

Gute Bedingungen am Gudiberg
Auch am dritten Wettkampftag in Garmisch-Partenkirchen konnten die Organisatoren trotz des warmen Wetters wieder einen weltcuptauglichen Hang präsentieren. Der extrem steile Gudiberg forderte die Athleten, bot aber auch hohen Startnummern noch faire Chancen. Das war das Ambiente, vor dem Weltmeister Mario Matt erstmals wieder im Weltcup antrat.

Erinnerungen an WM-Slalom
Und der erste Durchgang erinnerte durchaus an Are. Mit Nummer eins nutze Matt den perfekten Zustand der Piste zu einem Traumlauf, der ihm eine halbe Sekunde Vorsprung vor dem Zweitplatzierten einbringen sollte. Damit machte er dort weiter, wo er in Schweden aufgehört hatte. Auch Topfahrer wie die Schweden Larsson und Byggmark oder Benjamin Raich (AUT) verloren über 1,5 Sekunden auf Matt.

Neureuther überzeugt
Besser machte es Felix Neureuther. Der Lokalmatador fühlte sich auf seinem Hausberg sichtlich wohl und wurde gerade im Schlussabschnitt von den heimischen Fans ins Ziel getragen. Damit gelang ihm der Sprung auf Rang zwei und Neureuther ließ die Fans hoffen, dass ihm dieses Mal auch der zweite Durchgang gelingen könnte. Die weiteren Deutschen hatten indes weniger Glück. Alois Vogl, Christian Wanninger und Dominik Stehle schieden allesamt im ersten Durchgang aus.

US-Fahrer nicht im Finale
Bis Rang sechs platzierten sich noch einige Fahrer innerhalb einer Sekunde hinter Matt. Eine gute Ausgangsbasis für Kalle Palander (FIN), Manfred Mölgg (ITA), Marc Berthod (SUI) und Michael Janyk (CAN). Keine gute Leistung zeigten die Amerikaner. Bode Miller überstand einmal mehr den ersten Durchgang nicht und auch Ted Ligety verpasste schnell ein Tor. Obwohl er zurückstieg, reichte es für das Finale nicht mehr. Das fand ohne US-Beteiligung statt.


Deville und Albrecht stürmen nach vorne
Auf den hinteren Plätzen waren die Zeitabstände sehr gering. Ideale Bedingungen also, um viele Plätze gutzumachen. Am besten wussten das der Italiener Cristian Deville und Daniel Albrecht aus der Schweiz zu nutzen. Deville sprang von Position 24 noch in die Top-Ten, Albrecht immerhin zwölf Plätze von 27 auf 15. Doch einige waren noch einmal schneller.

Raich erkämpft sich Podest
Benjamin Raich war die Unzufriedenheit über Rang sieben im Finale deutlich anzumerken. Dort endlich spielte er seine Fähigkeiten voll aus und fuhr die schnellste Zeit aller Teilnehmer. Diese Marke konnten weder Janyk, noch Mölgg, Berthod oder Palander knacken. Damit war klar, das Raich auf dem Treppchen stehen würde.

Neureuther stark im Finale
In Are noch geschlagen, ging Felix Neureuther in Garmisch wieder volles Risiko. Und das sollte sich dieses Mal auszahlen. Der Deutsche flog mit schnellen Wechseln ins Ziel. Dort war er nur eine Hundertstel langsamer als Raich zuvor - die zweitbeste Laufzeit stand am Ende für ihn zu Buche. Damit war Raich klar geschlagen und Matt musste kontern.

Matt holt im Weltcup auf
Doch Matt konnte das auch. Beinahe traumwandlerisch meisterte er den stark drehenden Kurs und ließ eigentlich nie einen Zweifel, dass er den Wettbewerb gewinnen würde. Zwar verlor er eine Zehntel auf den Deutschen, am Ende war er dennoch der verdiente Sieger. Damit machte er auch im Slalom-Weltcup Boden gut. Dort führt noch Byggmark (445), doch nur 20 Punkte dahinter lauert Raich, weitere fünf dahinter Matt. Auch im Gesamtweltcup konnte Raich Boden gutmachen. Es führt aber weiterhin Aksel-Lund Svindal. Die Herren sind am 2. März im Kranjska Gora (SLO) wieder aktiv.