Der Slowene Andrej jerman hat sich überraschend den Sieg bei der ersten Abfahrt der Herren in Garmisch-Partenkirchen gesichert. In 1:56.82 bewältigte er den Kurs mit Seele, Hölle, Tröglhang und FIS-Schneise und war damit 22 Hundertstel schneller als Hans Grugger aus Österreich. Dritter wurde der Kanadier Erik Guay.

Startnummernrennen dank weicher Piste
Elf Grad plus und die aufkommende Sonneneinstrahlung bei der späten Startzeit von 12:45 Uhr hatten es erahnne lassen: Trotz aller Bemühungen der Organisatoren konnte die Kandahar-Abfahrt in Garmisch allenfalls 20 Fahrern eine echte Siegchance bieten. Die weltbesten Athleten hatten dagegen auf der weicher werdenden Piste keine Möglichkeit mehr, die Bestzeit zu knacken und scheiterten allesamt.

Jerman zeigt gute Fahrt
Dennoch waren es nicht nur Glück, das die Podestfahrer nach vorne spülte. Andrej Jerman fuhr kompromisslos auf der Ideallinie und fehlerfrei bis ins Ziel. Sein mutiger Auftritt erinnerte an seine ebenfalls gute Leistung im Nations Team Event bei der WM in Are. In Schweden noch unbelohnt, holte Jerman nun gleich einen Klassiker-Sieg und wird sicher in Zukunft mit anderen Augen gesehen werden.

Grugger zeigt auf
Noch vor Jerman ging Hans Grugger auf die Piste. Der Österreicher hatte bislang im Weltcup noch nicht an die Leistungen vor seiner Verletzung im Vorjahr anknüpfen können. Doch mit einer tollen Fahrt zwischen zwischen Schussanger und FIS-Schneise holte sich der Österreicher die zwischenzeitliche Führung und damit den ersten Podestplatz dieses Winters. Damit sollte er den Anschluss an die Weltspitze wieder gefunden haben.

Guay trotzt Bedingungen
Beeindruckend war auch Leistung von Erik Guay. Der Kanadier kam erst als 21. und schaffte dennoch den Sprung auf das Stockerl. Wo viele Favoriten mit über zwei Sekunden abschwangen, griff der Kanadier weiter an und wurde für diesen Einsatz belohnt. Am Ende winkte er zufrieden vom Siegerpodest. Dem sollten viele Aspiranten nicht einmal nahe kommen.

Fill, Maier und Miller enttäuschen
Auf der weiche Piste gelang es nur wenigen Favoriten, nicht völlig abzufallen. Vor allem im Gleitstück fielen alle Fahrer weit zurück - doch Fritz Strobl als Elfter, Marco Büchel auf Rang 14 und Weltmeister Svindal auf Position 16 verhinderten mit einer Fahrt auf Zug immerhin den Super-Gau. Dagegen mussten Peter Fill, Bode Miller und Hermann Maier einen herben Rückschlag hinnehmen. Auf den Plätzen 27 bis 29 beendeten sie die Abfahrt kaum noch in den Punkterängen. Noch schlimmer kam es für Michael Walchhofer.

Kandahar wirft Walchhofer ab - erneut
Der Abfahrts-Weltcupsieger der letzten beiden Jahre hatte nach seinem Doppelsieg an gleicher Stelle vor zwei Jahren eigentlich seine Schwierigkeiten mit der letzten Kurve, der FIS-Schneide, für beendet erklärt. 2007 fuhr er aber wacklig in diese Schikane, stürzte wieder und prallte fast ungebremst in die Fangzäune. Er konte jedoch eigenständig aufstehen. Der bereits gestartete Weltcup-Führende Didier Cuche musste abbrechen, startete später erneut und belegte chancenlos den 20. Platz.


DSV-Fahrer ohne Chance
Ohne Chance waren heute auch die deutschen Starter. Johannes Stehle war als 41. noch bester Deutscher, Stephan Keppler vermied einen Sturz um ein Haar und landete so noch weiter zurück. Vier Nachwuchsfahrer hatte der DSV noch aufgeboten, die aber alle am Schluss des Klassements landeten. Peter Strodl war als 48. dabei noch etwas besser als Mathias Wölfl, Thomas Fischer und Josef Ferst auf den Rängen 52 bis 54. Die nächste Chance, es besser zu machen, haben alle Stars bereits morgen. Dann wird ab 11:30 Uhr wieder eine Abfahrt ausgetragen.