Die Speed-Events in San Sicario (ITA) gingen mit einem Super-G zu Ende. Dabei entschied das Duell zwischen Lindsey Kildow (USA) und Renate Götschl (AUT) dieses Mal die Amerikanerin zu ihren Gunsten. Dritte wurde Christine Sponring (AUT). Gina Stechert fuhr sich mit hoher Startnummer auf Rang zehn vor.

Götschl versus Kildow
Es war die Neuauflage des Freitagrennens - und es sollte sich auch ein ähnlicher Verlauf einstellen. Auf der Gleiterstrecke, die mangels steiler Stellen oder Geländewechsel nicht als besonders schwierig gilt, hatten viele Fahrerinnen keine Chance auf eine Bestzeit. Lediglich das Duell der derzeit besten Speedfahrerinnen sorgte daher für Spannung.

Sponring setzt erste Marke
Der dritte Platz beim ersten Super-G an gleicher Stelle hatte Christine Sponring aus Österreich zu einer günstigen niedrigen Startnummer verholfen. Die nutzte sie sogleich und raste als Vierte zu einer überdeutlichen Bestzeit. Über 2,5 Sekunden nahm sie der zuvor führenden Spanierin Ruiz-Castillo ab. Bereits zu diesem Zeitpunkt war klar, das dies ein Lauf zu einem Top-Ergebnis war. Kurz nach Sponring ging Britt Janyk aus Kanada auf die Strecke und verfehlte die Bestzeit nur knapp. Das sollte bis zu den beiden dominiernden Athletinnen für lange Zeit die letzte Gefahr für Sponring gewesen sein. Janyk wurde später Vierte - genau wie vor zwei Tagen.

Wenig Spannung in San Sicario
Von nun an gab es auf der Piste Fraiteve Olympique wenig Spannung oder Highlights. In regelmäßig wiederkehrenden Abständen verpassten alle kommenden Fahrerinnen die Bestzeit deutlich. Ein kleiner Lichtblick war dabei die Fahrt von Maria Riesch, die ihren Rückstand klein halten konnte und dafür mit Platz zwölf belohnt wurde. Auch Tina Maze aus Slowenien überraschte mit einer guten Fahrt, die sie bis auf Platz fünf nach vorne brachte. Aus dem Kreis der Favoritinnen zeigten lediglich Nadia Styger aus der Schweiz als Sechste und Julia Mancuso aus den USA auf Position acht eine ordentlich Fahrt.

Kildow bezwingt Sponring und Götschl
Die Entscheidung kam mit Startnummer 29. Lindsey Kildow unterbot vor allem im ersten Sektor erstmalig Sponrings Zeit und brachte ihre Führung auch ins Ziel: 29 Hundertstel Vorsprung standen für die zu Buche. Dann kam Renate Götschl, die bereits einen Super-G und ein Abfahrt an gleicher Stelle gewonnen hatte. Sie fuhr um die Bestzeit, jedoch fehlten ihr am Ende 17 Hundertstel zum Hattrick. Dennoch war auch dieses Ergebnis sicher Grund genug zum Jubeln: Die Speed Queen feierte damit ihren 100. Podestplatz im Weltcup - eine Statistik, die den Ausnahmestatus Götschls im alpinen Weltcup der Damen belegt. Es war ihr siebter Weltcup-Sieg.


Holaus und Stechert trumpfen auf
Nach den Favoritinnen war das Rennen entschieden - jedoch konnten noch zwei Fahrerinnen eine gute Fahrt zeigen und platzierten sich in den Top-Ten. Maria Holaus (AUT) knüpfte nahtlos an ihren dritten Platz in der Anfahrt an und wurde Neunte. In dieser Form dürfte sie bei der WM in Are ein Ticket in der Tasche haben. Erfreulich aus deutscher Sicht war die Fahrt von Gina Stechert, die mit Startnummer 42 noch auf den zehnten Rang vorfuhr und damit beste Deutsche wurde. Nach Rang 16 vom Freitag hat sie damit die WM-Norm knapp verfehlt - vielleicht kann ihre aktuell gute Form die Trainer aber für sie einnehmen. Fanny Chmelar belegte Rang 41.

Götschl mit mehr als 1000 Punkten
In den aktuellen Weltcup-Wertungen spiegelt sich das heutige Ergebnis natürlich wider. Im Gesamtweltcup knackte Götschl die 1000-Punkte-Marke und baute ihre Führung aus. Zweite ist weiterhin Marlies Schild, die als 31. heute die Punkteränge knapp verfehlte. Es folgen Julia Mancuso und Nicole Hosp. Im Super-G führt Götschl ebenfalls, Lindsey Kildow bleibt ihr aber mit de Sieg noch auf den Fersen. Das nächste Rennen der Damen ist wieder ein Super-G. Dabei geht es dann aber nicht um Weltcup-Punkte, sondern um WM-Edelmetall. Am 4. Februar steht das erste WM-Rennen in Are an.