Pierre-Emmanuel Dalcin hat sensationell die Abfahrt von Val d'Isere gewonnen. Vor heimischem Publikum sicherte sich der Franzose damit den ersten Weltcup-Sieg seiner Karierre. Auf die Plätze kamen mit Erik Guay und Manuel Osborne-Paradis zwei Kanadier.

Franzosen lassen zu Beginn aufhorchen
Das Rennen wurde zunächst von den Franzosen beherrscht. Erst zeigte Yannick Bertrand einen engagierten Lauf und unterbot mit Startnummer fünf die Bestzeit von Scott Macartney (USA) deutlich. Zur Freude der französischen Fans verbesserte gleich nach ihm Pierre-Emmanuel Dalcin die Zeit seines Teamkollegens noch einmal um 37 Hundertstel auf 1:56.37 Minuten. Antoine Deneriaz hatte als siebter Starter sogar die Möglichkeit, eine französische Dreifachführung zu komplettieren. Der Gleitspezialist kehrte in Val d'Isere erst wieder in den Weltcup zurück und ist noch nicht wieder in bester Verfassung. Am Ende wurde er 22.

Kanadisches Doppelpack im Aufschwung
Mit den Startnummern 16 und 17 kamen mit Manuel Osborne-Paradis und Erik Guay zwei Kanadier. Zunächst war es Osborne-Paradis, der nah an die Bestzeit herankam und Bertrand vom zweiten Platz verdrängen konnte. Direkt nach ihm gelang Guay aber ein noch besserer Lauf. Am Ende fehlten dem Kanadier nur 26 Hundertstel zu Dalcin, für den das Warten in der Führendenbox immer länger andauerte.

Favoriten kommen nicht heran
Als die Favoriten auf die Piste gingen, schien es so, als ließe die Piste eine Bestzeit nicht mehr zu. Mario Scheiber kam von den besten Abfahrern den Schnellsten noch am nächsten. Er wurde am Ende als Fünfter bester Österreicher. Stark präsentierte sich aber auch Andreas Buder, der mit Startnummer elf Sechster wurde. Damit unterstrich er seinen Anspruch auf ein WM-Ticket. Die anderen Top-Favoriten blieben alle nicht fehlerfrei. So mussten die routinierten Österreicher Fritz Strobl (Platz 15), Hermann Maier (16)und Michael Walchhofer (21) alle mit hinteren Plätzen Vorlieb nehmen. Auch Marco Büchel ärgerte sich im Ziel sichtlich. Der Liechtensteiner war als Siebter aber noch einer der Besseren. Bode Miller schied nach einem Innenskifehler aus. Damit feierte Dalcin überraschend seinen ersten Weltcup-Sieg. "Ich habe immer noch Probleme mit dem Rücken. Ich habe mich hier in Val d'Isere aber gut gefühlt und mein Ski war schnell", konnte es der Franzose nach seinem Coup immer noch nicht richtig fassen.

Drama um Olsson
Nachdem die besten 30 Abfahrer im Ziel waren, spielte sich noch ein Drama um Hans Olsson ab. Der Schwede fuhr voll durch ein Tor und stürzte dabei schwer. Der Aufprall auf der Piste war so hart, dass er kurz das Bewusstsein verlor. Nach der Erstversorgung auf der Piste wurde Olsson mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus transportiert. Eine genauere Diagnose steht noch aus.


Keppler nicht am Start
Diese hatte Stephan Keppler schon bekommen. Der derzeit beste deutsche Speed-Fahrer stürzte am Morgen beim Training und musste ebenfalls im Krankenhaus untersucht werden. Es wurde ein Kahnbeinbruch im Handgelenk diagnostiziert. Damit hat er Glück im Unglück, denn so kann er weiterhin mit Manschette am Renngeschehen teilnehmen. Damit ist das Ziel, Weltmeisterschaft in Are, wohl nicht gefährdet.

Stehle und Stechert abgeschlagen
Die anderen beiden DSV-Athleten fuhren nicht mit um die Weltcup-Punkte. Johannes Stehle, der direkt hinter Olsson gestartet war, fehlte bei seinem zweiten Start die nötige Aggressivität. Er wurde 48. Tobias Stechert kam bei seinem Weltcup-Debüt nicht über den 56. Rang hinaus.

Svindal und Cuche weiter vorne
Ihre Führungspositionen in den Weltcup-Wertungen konnten Aksel Lund Svindal und Didier Cuche verteidigen. Im Abfahrtsweltcup hat Didier Cuche nach seinem schlechtesten Saisonresultat in der Abfahrt, Platz zehn, mit 436 Zählern immer noch die Nase vorne. Zweiter ist Marco Büchel (329) vor dem Italiener Peter Fill (318). Svindal konnte mit Platz zwölf heute weitere wertvolle Punkte für den Kampf um die große Kristallkugel sammeln. Im Gesamtweltcup führt der Norweger mit 725 Zählern vor Didier Cuche (677) und Bode Miller (640).