In Lake Louise sind die ersten Entscheidungen in den Speed-Disziplinen der Damen gefallen. Dabei gab es die ersten Erkenntnisse, wie es nach dem Rücktritt Michaela Dorfmeisters (AUT) weitergehen wird. Lindsey Kildow stand in allen drei Rennen auf dem Podest.

Zwei Freundinnen siegen in der Abfahrt
Beim ersten Abfahrtslauf feierte in den kanadischen Rocky Mountains Maria Riesch ein sensationelles Comeback. Nach ihren beiden Kreuzbandrissen trainierte die Partenkirchenerin in der Vorbereitung nur insgesamt zwei Wochen Speed am Copper Mountain (eine Woche Super-G, eine Woche Abfahrt). In Lake Louise lag Riesch im Training teilweise vier Sekunden hinter den Schnellsten zurück, sodass sie sich abends beim Essen im Hotel Trost bei ihrer Freundin Lindsey Kildow holte. Im Rennen sah es dann anders aus. Riesch ging mit Startnummer zehn ins Rennen und fuhr Bestzeit. Aufgrund der wechselnden Wetterverhältnisse konnte keine der nachfolgenden Skirennläuferinnen ihre Zeit schlagen. Als Letzte der besten 30 startete dann Lindsey Kildow. Aber auch sie konnte Rieschs Zeit nicht unterbieten. Die Amerikanerin wurde aber Zweite, sodass die beiden zusammen jubeln konnten. Aus Aberglaube gingen Riesch und Kildow die anderen Abende weiterhin gemeinsam zum Essen. Ergebnis: In der zweiten, unter fairen Bedingungen stattfindenden Abfahrt gewann Lindsey Kildow. Maria Riesch wurde Neunte.

Götschl wieder da
Auch Renate Götschl durfte sich über ein starkes Comeback freuen. Die 31-Jährige wechselte nach der vergangenen Saison das Material und erholte sich von ihrer Knieverletzung. Mit neuer Motivation startete sie dann in den Winter 2006/2007. Bei der ersten Abfahrt erreichte sie nur den 16. Platz. Diesen schob die Österreicherin aber nicht auf die Wetterverhältnisse, sondern auf eigene Fehler. Mit viel Wut im Bauch wurde Götschl in der zweiten Abfahrt nur von Kildow geschlagen. Den Super-G gewann sie dann vor Lindsey Kildow. Damit zählen die beiden zu den Top-Favoritinnen in den diesjährigen Speed-Rennen.


Fischbacher und Chmelar auf dem Sprung
Gute Eindrücke hinterließen auch Andrea Fischbacher und Fanny Chmelar. Fischbacher erreichte in beiden Abfahrten den fünften Rang und war damit im ersten Rennen sogar beste Österreicherin. Die junge Deutsche raste in der zweiten Abfahrt mit der hohen Startnummer 43 vor bis auf den 17. Rang und deutete dabei ihr skifahrerisches Potenzial an. Beide befinden sich damit auf dem Sprung, sich dauerhaft unter den weltbesten Speed-Fahrerinnen zu etablieren.