Kombinations-Olympiasiegerin Janica Kostelic aus Kroatien hat nach der Super-Kombination in St. Moritz auch den zweiten Wettbewerb dieser Disziplin in Hafjell-Kvitfjell für sich entschieden. Mit 2:06.92 Minuten war sie 13 Hundertstel schneller als ihre schwedische Kontrahentin Anja Pärson, mit 65 Hundertsteln Rückstand kam Marlies Schild (AUT) auf Rang drei. Beste Deutsche war Martina Ertl-Renz, die Siebte wurde.

Premiere in Hafjell
Erstmals wurde die Super-Kombination mit einem Super-G und einem Slalom ausgefahren. Dabei war der Super-G Kurs im Vergleich zum Vortag viel drehender gesteckt und gab so den Technikerinnen einen weiteren Vorteil. Die meisten Speed-Spezialistinnen hatten dagegen ihre Probleme mit den vielen Richtungswechseln.

Doppelführung nach Super-G
Nachdem am Vortag kurioserweise gleich drei Fahrerinnen mit der selben Zeit gestoppt wurden, gab es auch in der Kombination zwei Zeitschnellste beim Super-G. Janica Kostelic und Michaela Dorfmeister untermauerten ihre derzeitige Top-Form mir Traumläufen, wobei die Österreicherin im Schlussteil die allerbeste Linie fand. Eine sehr gute Ausgangsbasis vor dem Slalom konnten sich aber auch Anja Pärson, Lindsey Kildow und Marlies Schild schaffen, die die Plätze drei, vier und fünf belegten.

Slalom: Pärson fährt Bestzeit
Das Finale im Slalom verlief dann sehr spannend. Zunächst hatte Marlies Schild mit einer sehr guten Fahrt die Marke der bis dahin führenden Kathrin Zettel durchbrochen und sich an die Spitze gesetzt. Es war die zweitschnellste Slalom-Fahrt diese Tages. Da konnte Lindsey Kildow nicht mithalten, doch immerhin bewies die Amerikanerin erneut, wie stark sie inzwischen auch in dieser Disziplin ist und belegte am Ende der Kombination Rang vier. Es folgte die Fahrt von Pärson. Oben noch beherrscht, ließ sie unten keinen Zweifel an ihren Siegesambitionen und carvte so schnell wie keine andere durch den Stangenwald. Ihre neue Bestzeit war die erwartet hohe Hürde für Janica Kostelic.

Kostelic in der Kombination nicht zu schlagen
Doch die Kroatin fuhr sehr beherrscht und trotzdem schnell und damit den Sieg nach Hause. Zwar verlor sie drei Zehntel auf die Schwedin, doch im Ziel blieben ihr noch 13 Hundertstel Vorsprung. Das genügte für einen wichtigen Sieg im Kampf um den Gesamtweltcup, wo Kostelic nun 1500 Zähler aufweist und damit 259 Punkte Vorsprung hat auf die zweitplatzierte Pärson. Bei noch sieben ausstehenden Rennen wird es schwer, diesen Vorsprung noch aufzuholen. Allerdings stehen noch vier Technik-Rennen an, wo leicht ein Ausfall passieren kann. Pärson verspielte aber die Chance, in dieser Saison in allen alpinen Disziplinen zu siegen - es war die letzte Kombination in diesem Winter. Michaela Dorfmeister zeigte im Slalom eine ansprechende Leistung, die beste Speed-Fahrerin des Jahres fiel aber erwartungsgemäß auf Rang 15 zurück.

Ertl-Renz und Chmelar in den Punkten
Beste Deutsche war einmal mehr Martina Ertl-Renz, die nach dem Super-G Platz elf belegt hatte. Mit diesem Verlauf war sie bereits recht zufrieden: "Der Lauf war nicht schlecht, einige Tore hätte ich sauberer fahren können. Es war OK," meinte die Lenggrieserin im Anschluss. Im Slalom ging es dann noch einmal vier Plätze nach vorne. Ebenfalls in den Punkten war Fanny Chmelar, die im Super-G 27. wurde, um sich dann im Slalom noch auf den 16. Platz zu verbessern. Damit stellte sie ihr bestes Weltcup-Resultat ein. Bereits in Ofterschwang war Chmelar auf Rang 16 vorgefahren. Die dritte DSV-Starterin, Kathrin Hölzl, ging erst als Letzte ins Rennen und fand keine optimalen Bedingungen mehr vor. Am Ende belegte sie Rang 37.

ÖSV-Team gewohnt stark
Die Mannschaft der Österreicher zeigte sich in Norwegen erneut von ihrer besten Seite. Neben Marlies Schild auf Rang drei platzierten sich weitere sechs Österreicherinnen unter den besten 15 im Endergebnis. Wenig Grund zum Jubeln hatten dagegen die Gastgeber. Mit Anne Marie Müller trat nur eine Norwegerin im Finale an, sie musste sich am Ende ohne Punkte mit Rang 33 zufrieden geben. Als letzter Wettbewerb in Hafjell-Kvitfjell steht nun am Sonntag, dem 5. März, noch ein Riesenslalom auf dem Programm.