Bei der Kandahar-Abfahrt der Herren in Garmisch-Partenkirchen konnten sich die Österreicher über einen Dreifachsieg freuen. Dabei gewann Hermann Maier in 1:57.56 Minuten vor Klaus Kröll (1:57.83 Min.), der Andreas Buder (1:57.84 Min.) um eine Hundertstelsekunde distanzierte. Bester Deutscher war vor heimischer Kulisse Stephan Keppler, der sich mit dem 21. Rang zum ersten Mal Weltcup-Punkte sichern konnte.

Gute Visitenkarte für WM 2011
Strahlendes Wetter, eine perfekt präparierte Piste und 14.000 gutgelaunte Zuschauer - der Weltcup-Gastgeber Garmisch-Partenkirchen hätte sich für die Vergabe der Ski-WM 2011 nicht besser präsentieren können. Ein übriges tat die mit schweren Kriterien gespickte Kandahar-Strecke, die den Athleten mit den eisigen und knüppelharten schnellen Kurven und den extremen Steigungen alles abverlangte. Dabei ging es wie üblich durch die Streckenteile Himmelreich und Hölle. Erneut entschied sich aber im Tröglhang und in der FIS-Schneise das Rennen, bei dem am Ende vor allem die Österreicher jubeln konnten.

Maier holt fünften Sieg in Garmisch
Die Kandahar ist Hermann Maiers Revier. Hier konnte er bereits dreimal den Super-G gewinnen, nun feierte er auch bei der Abfahrt den zweiten Sieg. Dabei hatte Maier darauf verzichtet, im Abschlusstraining allzu stark zu bremsen und ging so mit einer recht hohen Startnummer ins Rennen. Mit Fritz Strobl und Michael Walchhofer hatten vorher bereits zwei österreichische Top-Favoriten ihre Siegchance vertan. Maier ließ sich aber nicht beirren und meisterte alle kritischen Punkte des Rennens. Als nach ihm auch Daron Rahlves (USA) und der Schweizer Bruno Kernen nicht an die Bestzeit herankamen, konnte er jubeln.

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Harter ÖSV-Kampf um Olympia Startplatz
Lange sah es so aus, als könnte Klaus Kröll nach einer gelungenen Fahrt sich das letzte freie Ticket für das olympische Abfahrtsteam der Österreicher sichern. Doch als Andreas Buder mit Startnummer 29 ins Rennen ging, musste Kröll sogar um den zweiten Platz noch zittern. Doch sein Teamkollege verfehlte Krölls Zeit um eine Hundertstel und komplettierte damit das rot-weiß-rote Podest. Hinter den Österreichern feierte Steven Nyman aus den USA einen beachtlichen vierten Platz vor dem frischgebackenen Vater Kjetil Andre Aamodt (NOR). Auf den Plätzen sechs bis neun fand sich die schweizerisch-liechteinsteinische Trainingsgemeinschaft wieder: Bruno Kernen, Marco Büchel, Ambrosi Hoffmann und Didier Defago kamen alle unter die besten zehn.

Erste Weltcup-Punkte für Keppler
Nach den starken Trainingsergebnissen durfte man sich auf der Kandahar auch auf die deutschen Teilnehmer freuen. Stephan Keppler ging mit einer frühen Startnummer ins Rennen und zeigte einen ordentlichen Lauf, bei dem er vor allem die FIS-Schneise gut meisterte. Für seinen Mut wurde er mit dem 21. Platz belohnt - es ist sein bislang bestes Weltcup-Ergebnis und auch seine Punkte-Premiere. Johannes Stehle hatte dagegen Grund, mit seinem Material zu hadern. Eine Bindungsplatte löste sich vom Ski, weshalb der Sechste des Abschlusstrainings im steilen Tröglhang große Probleme bekam und das Rennen abbrechen musste.

Alles offen im Abfahrts-Weltcup
Im Gesamtweltcup konnte Benjamin Raich seine Führung trotz seines Ausfalls behaupten. In der Abfahrtswertung wird es dagegen richtig spannend. Derzeit führt weiterhin Walchhofer mit 498 Punkten vor Strobl (441) und Rahlves (408). Noch in Reichweite befindet sich auch der Liechtensteiner Büchel mit 400 Zählern. Durch seinen heutigen Sieg verbesserte sich Maier auf den fünften Rang und hat nun 287 Zähler.