Janica Kostelic hat die erste Super-Kombination der olympischen Saison in St. Moritz (SUI) für sich entschieden. Die Kroatin benötigte für die Abfahrt und den Slalom 2:15,74 Minuten. Knapp hinter der Kroatin landete Anja Pärson (SWE, 2:16,19 Min.) auf dem zweiten Platz. Dritte wurde die Amerikanerin Lindsey Kildow (2:17,48 Min.).

Duell zwischen Kostelic und Pärson
Schnell wurde in St. Moritz klar, dass die Super-Kombi nur von zwei Skirennläuferinnen gewonnen werden kann. Schon nach der Abfahrt lagen Pärson und Kostelic auf den Plätzen eins und zwei. Dritte wurde in der Abfahrt Renate Götschl. Die Österreicherin nutzte die Kombinationsabfahrt, um weitere Praxis zu sammeln. Den Slalom ließ die 'Speed-Queen' anschließend genauso aus wie ihre Teamkollegin Katja Wirth.

Dorfmeister entgeht Unglück
Bei der Abfahrt wäre es beinahe zu einem folgenschweren Zusammenstoß gekommen. Ein Streckenposten lief während der Abfahrt von Michaela Dorfmeister auf der Piste herum. Dorfmeister kam mit großer Geschwindigkeit über eine Kuppe und konnte nur mit sehr viel Glück und einer unglaublichen Reaktion den Zusammenstoß verhindern. Im Ziel konnte es die ÖSV-Athletin gar nicht fassen und war froh, dass die Situation so glimpflich verlaufen war. Ihre Zeit rückte dabei natürlich in den Hintergrund, zumal Dorfmeister wegen dieser Aktion einige Zeit einbüßte. Mit einer guten Slalomleistung sicherte sie sich Platz 17 und damit wertvolle Weltcuppunkte.

Pärson verspielt Führung
Zum Showdown kam es im Slalom dann zwischen den beiden Top-Stars. Als Zweite der Abfahrt musste Janica Kostelic vorlegen. Kostelic bewies einmal mehr, warum sie zu den Athletinnen gehört, die bereits in allen Disziplinen gewinnen konnten. Das kroatische Kraftpaket brannte die schnellste Slalomzeit in den Schnee. Nun war Anja Pärson gefordert. Die Schwedin, die in den letzten Rennen Nerven zeigte und mehrfach ausschied, ging engagiert ins Rennen. Bei der Zwischenzeit hatte sie sogar ihren Vorsprung ausgebaut. Ein kleiner Fehler im unteren Streckenabschnitt kosteten der 24-Jährigen aber den Sieg.

Kildow mit ansprechender Leistung im Slalom
Den dritten Platz erreichte Lindsey Kildow. Die Amerikanerin lag nach ihrer Spezialdisziplin Abfahrt mit mehr als einer Sekunde Rückstand auf dem zehnten Platz. Im Slalom überraschte Kildow aber mit einem guten Lauf und viertbester Zeit und sprang so noch auf das Podest. Das starke ÖSV-Team ging dieses Mal leer aus, erreichte allerdings mit den Plätzen vier, fünf und sechs wieder gute Platzierungen. Beste Österreicherin war am Ende Nicole Hosp. Die Technikerinnen aus Österreich, Kathrin Zettel und Marlies Schild, schoben sich mit der zweit- und der drittbesten Slalomzeit in der Gesamtwertung noch nach vorne.

Starke Vorstellung von Gina Stechert
Von den vier deutschen Athletinnen konnten sich drei unter den besten 30 nach der Abfahrt platzieren. Überraschend war Gina Stechert (SC Oberstdorf) die beste Deutsche auf Platz 17. Damit lag sie einen Platz vor Martina Ertl-Renz (SC Lenggries). Auf der 27. Position lag nach der ersten Disziplin Fanny Chmelar (SC Partenkirchen). Monika Bergmann-Schmuderer (Spvgg Lam) verlor in der Abfahrt zu viel Zeit, konnte sich aber im Slalom noch auf Rang 21 verbssern und so Weltcuppunkte sammeln. Umrahmt wurde Bergmann-Schmuderer im Endklassement von Fanny Chmelar und Gina Stechert. Für Stechert und Chmelar bedeutete das erstmals Weltcuppunkte. Beste Deutsche war am Schluss einmal mehr Martina Ertl-Renz mit Platz zwölf.

Kostelic baut Vorsprung im Gesamtklassement aus
Im Gesamtweltcup konnte Kostelic ihren Vorsprung mit dem Sieg weiter ausbauen. Die Kroatin führt nun mit 1158 Punkten. Michaela Dorfmeister hat mit 944 Zählern bereits einen deutlichen Rückstand. Dritte ist weiterhin Anja Pärson (801), die sich selbst aber keine Hoffnungen mehr auf die große Kristallkugel macht.