Bei der zweiten Abfahrt in Bad Kleinkirchheim konnte Janica Kostelic (CRO) jubeln. Sie gewann zum ersten Mal im Weltcup ein Abfahrtsrennen. In einer Zeit von 1:37.96 Minuten kam sie knapp vor der überraschend starken Schwedin Nike Bent (1:38.13 Min.) und Michaela Dorfmeister (AUT, 1:38.53 Min.) ins Ziel.

Kostelic bis zum Ziel wie auf Schienen
Auf eisiger Strecke hatten viele Athletinnen auf der Franz-Klammer-Piste deutliche Probleme, die Linie zu halten. Kostelic dagegen fuhr konsequent in der idealen Hocke und blieb bis kurz vor dem Ziel immer auf Kurs. Vor allem im kurvenreichen Mittelteil fuhr die Kroatin klar am besten und arbeitete so einen Vorsprung heraus. Doch kurz vor der Ziellinie unterlief der amtierenden Abfahrts-Weltmeisterin ein Patzer, der sie weit abtrug. Doch sie ließ die Skier laufen und es reichte im Ziel für die Bestzeit und ihrem ersten Sieg in dieser Disziplin im Weltcup. Damit baute sie auch die Führung im Gesamtweltcup aus, zumal ihre Verfolgerin Pärson heute keine Punkte bekam.

Überraschung durch Nike Bent
Lange sah es in Bad Kleinkirchheim nach einer echten Sensation aus. Wie bereits im ersten Rennen am Freitag fuhr Nike Bent ganz oben eine fantastische Linie und holte damit auch einen klaren Vorsprung heraus. Da ihr unten im Schlusshang dieses Kunststück nicht noch einmal gelang, konnten viele Fahrerinnen, auch Kostelic, am Ende noch Zeit auf sie gutmachen. Doch bis zum Lauf von Kostelic waren da alle Konkurrentinnen bereits weit abgeschlagen. Am Ende wurde Bent Zweite, nach dem sechsten Platz in der ersten Abfahrt zählt sie auch beim kommenden Super-G auf dieser Strecke zu den Favoritinnen.

Dorfmeister erobert Abfahrts-Führung von Kildow
Zweimal stand Michaela Dorfmeister in Bad Kleinkirchheim auf dem Podest. Nach dem zweiten Platz im ersten Rennen kam sie im zweiten Anlauf auf Rang drei. Dmit kam die Österreicherin ihrem Ziel, den Abfahrts-Weltcup in ihrer letzten Saison zu gewinnen, ein gutes Stück näher. Zunächst verdrängte sie die Amerikanerin Lindsey Kildow von der Spitze, die vom ersten Training an mit der neuen Piste nicht warm wurde. Durch den 18. Rang, 1,69 Sekunden hinter der Siegerin, büßte Kildow doch zu viele Punkte ein. Eine Entscheidung ist jedoch noch lange nicht gefallen.

Petra Haltmayr verbessert
Für den DSV waren bei der zweiten Abfahrt drei Teilnehmerinnen am Start. Martina Ertl-Renz, am Vortag noch beste Deutsche, verzichtete auf einen Start, um beim morgigen Super-G bessere Chancen zu haben. Petra Haltmayr konnte sich im Vergleich zum Vortag steigern und belegte Rang 20. Für Stefanie Stemmer reichte es dieses Mal nicht für Weltcup-Punkte, sie wurde 35. Isabelle Huber wurde als erste Starterin von einer Eisplatte direkt nach dem Starthaus überrascht und handelte sich so schon früh einen hohen Rückstand ein. Am Ende belegte sie den 45. Platz.

Pärson verpasst Tor
Die Schwedin Anja Pärson konnte ihren Sieg vom Vortag nicht wiederholen. Auf der eisigen Piste wurde sie vor einem Rechtsschwung von einer Welle ausgehoben und konnte das folgende Tor nicht mehr erreichen. Viele Fahrerinnen hatten auf dem neuen Kurs auch im zweiten Rennen noch einige Probleme und fuhren ohne das letzte Risiko. Erneut überzeugend war die Leistung der Schweizerinnen, die mit Berthod, Aufdenblatten und Styger wieder drei Fahrerinnen unter den besten zehn platzieren konnten.