Beim ersten Rennen auf der fast völlig neuen Franz-Klammer-Piste in Bad Kleinkirchheim konnte sich die Schwedin Anja Pärson als Siegerin eintragen. In 1:37.70 Minuten bezwang sie Michaela Dorfmeister (AUT, 1:37.74 Min.) und die Schweizerin Fränzi Aufdenblatten (1:37.78 Min.) in einem spannenden Rennen und erzielte damit ihr erstes Top-Resultat in einem Speed-Rennen in diesem Winter.

Pärson wieder stark wie in der Vorsaison
Dabei nahm das Rennen einen durchaus spannenden Verlauf. Mit Startnummer drei hatte die Amerikanerin Lindsey Kildow eine erste Bestzeit gesetzt, die sie lange an der Spitze hielt. Erst Alexandra Meissnitzer (AUT) mit Startnummer 21 konnte die Führung übernehmen, dann ging es aber Schlag auf Schlag. Zunächst setzte sich Elisabeth Görgl mit einer mutigen Linie im Zielhang an die Spitze, dann kam Pärson. Und die Schwedin fuhr zum ersten Mal in dieser Saison so, wie man sie im vorigen Winter auch in den Speed-Wettbewerben kannte. Das reichte auch zur Führung. Pärson selbst zeigte sich nach dem Rennen überrascht von der guten Leistung: "Beim Training lief es gar nicht so gut. Heute habe ich aber alles riskiert und bis zum Ziel gekämpft."

Dorfmeister und Aufdenblatten verpassen Bestzeit
Direkt nach Pärson versuchten sich Michaela Dorfmeister und Fränzi Aufdenblatten an der Bestzeit. Beide legten Zwischenbestzeiten vor und landeten doch wenige Hundertstel hinter der Schwedin. Als dann Nike Bent mit großem Vorsprung gemeldet wurde, schien es um die Führung von Pärson geschehen, doch Bent baute einen groben Patzer ein und verspielte die Sensation.

Kostelic und Berthod setzen Schlussakzent
Dann waren die beiden Trainingsschnellsten an der Reihe. Janica Kostelic lag lange fast gleichauf mit Pärson und musste im Ziel bemerken, dass neun Hundertstel Rückstand am heutigen Tag nicht für einen Podestplatz reichten. Sylviane Berthod aus der Schweiz deutete danach auch im Rennen an, dass ihr diese Piste liegt. Doch wie Bent konnte auch sie einen großen Vorsprung nicht ins Ziel bringen. Beide werden aber bei der zweiten Abfahrt am Samstag, dem 14. Januar, eine weitere Chance haben, ihre guten Leistungen zu wiederholen oder gar zu verbessern.

DSV-Damen mit Steigerungspotenzial
Bei der Premiere auf der Franz-Klammer-Strecke lief es für die deutschen Damen noch nicht rund. Trotz der Glücksbringerin Hilde Gerg, die zum ersten Mal als Fernseh-Kommentatorin wieder am Pistenrand stand, gelang beim ersten Rennen in Bad Kleinkirchheim keiner DSV-Aktiven ein fehlerfreier Lauf. Beste Deutsche wurde am Ende Martina Ertl-Renz vom SC Lenggries auf dem 26. Platz. Stefanie Stemmer (SC Rottach-Egern) bekam auf Position 30 noch einen Weltcup-Punkt, während Petra Haltmayr (SC Rettenberg) als 32. knapp leer ausging. Nach einigen Fehlern im Lauf musste sich Isabelle Huber (SC Ruhpolding) am Ende mit Position 49 zufrieden geben.

Kombinationstraining für Ertl-Renz
Die beste Deutsche Martina Ertl-Renz äußerte sich nach ihrem Lauf zu ihrer ersten Abfahrt in dieser Saison: "In erster Linie bin ich zum Training für die olympische Kombination an den Start gegangen. Mit meiner Leistung bin ich im großen und ganzen zufrieden." Auch Steffi Stemmer freute sich über ihren Weltcup-Punkt: "Ich habe im Training schon oft gezeigt, dass ich unter die ersten 30 fahren kann. Heute war der Lauf aber nicht optimal." Zu ihren Vorlieben im Rennsport sagte sie, dass sie "eigentlich lieber Super-G fahre, es aber einfacher in der Abfahrt ist, in die Punkteränge zu kommen".

Kildow und Kostelic bleiben vorne
Durch diesen Ausgang ist der Vorsprung der Amerikanerin Lindsey Kildow im Abfahrts-Weltcup zusammengeschmolzen. Sie führt aber weiterhin mit 274 Punkten vor Michaela Dorfmeister (252) und Alexandra Meissnitzer (202). In der Gesamtwertung bleibt Janica Kostelic (CRO) mit 782 Punkten vorne, Anja Pärson ist ihr aber etwas näher gerückt (685 Zähler).