Vom 13. bis zum 15. Januar 2006 findet wieder der traditionsreiche Weltcup in Wengen statt. Wengen ist nach Adelboden gleich der zweite Klassiker im Januar auf schweizer Boden. Los geht es am Freitag mit der zweiten Super-Kombination der Saison.

Defago heiß auf Kombination
Die erste Super-Kombination in diesem Winter gewann Michael Walchhofer in Val d'Isère (FRA). Allerdings profitierte der Österreicher dabei von der Disqualifikation des Schweizers Didier Defago, dessen Bindungsplatte nicht regelkonform war. Daher wird Defago darauf brennen, vor heimischer Kulisse zu zeigen, dass er der beste Kombinierer im Weltcupzirkus ist. Letztes Jahr wurde der Eidgenosse Dritter bei der Super-Kombi und musste sich nur dem Österreicher Benni Raich und Norwegens Skilegende Lasse Kjus, die beide sicherlich auch dieses Jahr wieder zu den Sieganwärtern zählen, geschlagen geben. Nicht zu unterschätzen sind auch Rainer Schönfelder (AUT) und Bode Miller (USA), die in Val d'Isère mit Walchhofer auf dem Podest standen.

Lauberhorn-Abfahrt am Samstag
Nach den Kombinieren sind dann samstags die Speed-Spezialisten an der Reihe. Dann geht es um den traditionsreichen Sieg auf der Lauberhorn-Abfahrt, den sich 2005 Michael Walchhofer sichern konnte. Der ÖSV-Athlet gewann vor seinem Teamkollegen Christoph Gruber und Bode Miller. Dieses Jahr gibt es eine Menge Favoriten. In der Abfahrtswertung führt derzeit Fritz Strobl (AUT) vor Michael Walchhofer und dem Liechtensteiner Marco Büchel, der mit seinem Sieg in Gröden (ITA) schon für eine Überraschung sorgen konnte. Alle drei muss man genauso auf der Rechnung haben wie die Amerikaner Daron Rahlves und Bode Miller, wobei Miller, der momentan eher abseits der Piste für Schlagzeilen sorgt, schwer einzuschätzen ist. Den letzten Sieg eines Eidgenossen gab es 2003, als Bruno Kernen siegreich war. Vom Swiss-Team könnte neben Kernen aber auch Tobias Grünenfelder für den Sieg reif sein. Schon bei der Abfahrt in Bormio stand der Schweizer als Dritter auf dem Podest und verpasste nur um 35 Hundertstel den Sieg. Dieser wäre sogar möglich gewesen, aber kurz vor dem Ziel stürzte Grünenfelder und rutschte von dort über die Ziellinie.

Wer kann Rocca schlagen?
Am Sonntag steht dann der Slalom auf dem Programm. Im letzten Jahr konnte hier Alois Vogl überraschen und gewann sensationel vor Ivica Kostelic (CRO) und Benni Raich (AUT). In der Olympia-Saison kommt der DSV-Athlet aber schwer in Tritt. Nach drei Ausfällen in den ersten Rennen, schaffte der Zwieseler ausgerechnet auf dem schweren Kuonisbergli in Adelboden die Wende und fuhr in die Top Ten. Allerdings wird der Slalom derzeit von Girogio Rocca beherrscht. Der Italiner gewann alle vier Rennen und ist daher auch in Wengen der absolute Top-Favorit. Neben Vogl haben aber in erster Linie Benni Raich und der US-Amerikaner Ted Ligety das Zeug dazu, Rocca erstmals in diesem Winter von Platz eins zu verdrängen.

Erstes Olympiaticket für DSV-Herren möglich
Im Slalom könnten dann die DSV-Herren in Wengen auch ihr erstes Olympiaticket sichern. Bisher hat noch keiner der deutschen Skirennläufer die Kriterien für eine Olympiateilnahme erreicht. Allerdings besitzen sowohl Alois Vogl, als auch Felix Neureuther die Chance, mit einem Platz unter den ersten 15, die Norm für Turin zu schaffen. Im Slalom steht neben den beiden Hoffnungsträgern noch Stefan Kogler am Start. In der Super-Kombination am Freitag ist Andreas Ertl als einziger DSV-Athlet dabei.

Das Programm von Wengen 2006:
Freitag, 13. Januar 2006:
Super-Kombination der Herren
Kombi-Abfahrt ab 10.30 Uhr
Kombi-Slalom ab 13.30 Uhr

Samstag, 14. Januar 2006:
Abfahrt der Herren ab 12.30 Uhr

Sonntag, 15. Januar 2006:
Slalom der Herren
1. Durchgang ab 09.45 Uhr
2. Durchgang ab 12.45 Uhr

Wir werden natürlich in unserem Live-Ticker von diesen Rennen berichten.