Florian Eckert, Team-Weltmeister von Bormio und WM-Dritter in der Abfahrt von St. Anton tritt vom alpinen Rennsport zurück. Der 26-jährige Sportsoldat wollte in der kommenden Saison wieder endgültig den Anschluss an die Weltspitze schaffen, die Folgen seiner schweren Knieverletzung machten dieses Vorhaben aber zunichte. "Da ich mich ein weiteres Mal nicht im geplanten Umfang auf die Saison vorbereiten konnte, habe ich beschlossen, meine aktive Karriere zu beenden. Ich wäre zwar gerne bei den Olympischen Spielen in Turin gestartet, aber ohne anständige Vorbereitung macht das keinen Sinn."

Comeback durch WM-Titel in Bormio gekrönt
Im November 2001 hatte sich Florian Eckert bei einem Trainingssturz einen Trümmerbruch des rechten Schienbeinkopfes zugezogen. Nach mehreren Operationen feierte Eckert Ende 2003 in Gröden (Italien) sein Weltcup-Comeback. In der Saison 04/05 kämpfte sich der Bronzemedaillengewinner von St. Anton speziell im Super-G wieder an die Weltspitze heran. Bei den Weltmeisterschaften im italienischen Bormio erreichte der Tölzer in dieser Disziplin Platz sechs, ehe er einige Tage später den Weltmeistertitel im Team-Wettbewerb feiern konnte.

Knie hält Belastung nicht Stand
Im Frühjahr unterzog sich Eckert erneut einer Operation am lädierten Knie, das der anschließenden Beanspruchung im Training allerdings nicht mehr Stand hielt. "Das Knie ist nicht belastbar genug, um Rennsport, wie ich ihn mir vorstelle, zu betreiben", so Eckert. "Ich muss immer wieder pausieren. Skirennen fahren zu wollen, macht da keinen Sinn."

WM-Dritter in der Abfahrt 2001
Seine stärksten Leistungen zeigte Florian Eckert in der Saison 2000/01. Die Bronzemedaille in der Abfahrt bei den Weltmeisterschaften von St. Anton bestätigte er mit zwei zweiten Plätzen bei den Weltcup-Abfahrten von Kvitfjell (Norwegen). Am Ende der Saison zählte er mit Rang neun in der Abfahrts-Weltcup-Wertung zur absoluten Weltspitze. Dem für den SC Lenggries startenden Eckert gelang in der Saison 1998/99 der Sprung in die Deutsche Ski-Nationalmannschaft. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 1997 in Schladming (Österreich) gewann er eine Bronzemedaille im Slalom. Im Jahr 1999 kam er auf Platz zwei in der Europacup-Wertung im Super-G. Florian Eckert, der in den letzten sechs Jahren der Sportfördergruppe der Bundeswehr angehörte, strebt in Zukunft ein Feinwerktechnik-Studium an der Fachhochschule München an.

DSV-Verantwortliche bedauern Entscheidung
Die Verantwortlichen im DSV nahmen die Entscheidung Eckerts mit Bedauern zur Kenntnis. "Er wird der Mannschaft enorm fehlen", sagte Herren-Cheftrainer Werner Margreiter. "Nicht zuletzt seine professionelle Einstellung machten ihn zu einer Leitfigur im Team, die nur schwer zu ersetzen sein wird." Auch Walter Vogel, Technischer Leiter Alpin, äußerte sich zum Rücktritt: "Mit Florian Eckert bricht uns eine tragende Säule im Speed-Bereich Herren weg. Wir verlieren eine vorbildliche Sportlerpersönlichkeit, respektieren aber selbstverständlich seine Entscheidung und wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute."